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2016 beschert Daun kleinen Baby-Boom

2016 beschert Daun kleinen Baby-Boom

Die Geburtshilfeabteilung in Daun ist die einzige im Vulkaneifelkreis, ist aber auch Anlaufstelle für Schwangere aus Nachbarkreisen. In diesem Jahr hatten Ärzte, Hebammen und Schwestern mehr zu tun als 2015, denn die Zahl der Geburten ist gestiegen.

Daun. Da wird es einem doch richtig warm ums Herz, wenn man einen Blick in die Babygalerie des Maria-Hilf-Krankenhauses Daun wirft. Dort sind Anton zu sehen, geboren am 18. Dezember, und Celina, geboren am 17. Dezember, und viele weitere "kleine Wunder", wie es auf der Internetseite heißt.
Über mehr als 400 kleine Wunder können sich stolze Eltern in diesem Jahr freuen, bis Freitag sind 409 Babys in Daun zur Welt gekommen.
Deutlich mehr als im vergangenen Jahr, als 377 Geburten gezählt wurden, aber bei Weitem nicht genug, um eine solche Station kostendeckend zu unterhalten. "Um das zu erreichen, wären 600 bis 800 Geburten jährlich nötig", sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Franz-Josef Jax. Die finanziellen Folgen für das Krankenhaus: "Wir schießen gut 200 000 Euro pro Jahr zu."
Aus dem Umstand, dass vor allem auf dem Land wohl kaum eine Geburtsstation rentabel zu betreiben ist, haben in vergangenen Jahren viele Krankenhausträger ihre Konsequenzen gezogen: So hat die Caritas-Trägergesellschaft West im Oktober die Abteilung des Prümer Krankenhauses geschlossen, in Gerolstein wurde dieser Schritt schon 2013 vollzogen.
Und diese Liste lässt sich mit anderen Mittelzentren in der Region wie Saarburg, Hermeskeil und Traben-Trarbach noch erweitern.
Im Kreis Vulkaneifel gibt es also schon länger nur noch eine Geburtshilfestation, zum Einzugsgebiet gehören aber auch Bereiche wie Adenau (Kreis Ahrweiler) und Ulmen (Kreis Cochem-Zell).
Wenn die Station für den Träger ein Zuschussgeschäft ist, muss man nun Angst um den Fortbestand der Abteilung in Daun haben? "Nein, bei uns gibt es keine Überlegungen, die Station zu schließen, denn aus unserer Sicht ist sie sinnvoll und erforderlich für die Region", betont Jax. "Aber wir sollten darüber sprechen, wie die Abteilung auf Dauer gesichert werden kann. Das können wir nicht allein." Denn die Station ist sanierungsbedürftig, es wird also in nicht allzu ferner Zukunft Geld gebraucht.
Ein Ansprechpartner ist das Land, "mit dem wir in gutem Dialog sind", sagt der Geschäftsführer. Allerdings hat es auf den vom Krankenhaus gestellten Antrag auf einen Sicherstellungszuschlag für die Geburtshilfestation noch "keine positive Rückmeldung von Mainz erhalten", ergänzt Günter Leyendecker, der Stellvertreter von Jax. Und ergänzt: "Die Landeskrankenhausplanung Rheinland-Pfalz, angesiedelt beim Gesundheitsministerium, entscheide über den Zuschlag im Benehmen mit den Krankenkassen."
Aber bei allen Schwierigkeiten: Noch braucht der Klapperstorch keinen Bogen um Daun zu machen. Zum Glück, denn "kleine Wunder" kann es auch in Daun gar nicht genug geben.
Extra

Das Krankenhaus Daun befindet sich in Trägerschaft der Gesellschaft der Katharinenschwestern mbH mit Sitz in Münster/Westfalen. Sie betreibt auch das Seniorenhaus Regina Protmann, die Alten- und Krankenpflegeschule und das Medizinische Versorgungszentrum in Daun sowie das Regina-Protmann-Stift in Kelberg. sts