2018 geht’s richtig rund

2018 geht’s richtig rund

In Pelm wird die viel befahrene Kreuzung B 410/L 27/K 33 zu einem Kreisverkehr umgebaut. So sollen die langen Rückstaus aus Richtung Kirchweiler und der Abkürzungsverkehr durchs Wohngebiet verhindert sowie die Sicherheit der Fußgänger verbessert werden. Weil die B 410 dieses Jahr aber noch an anderen Stellen ausgebaut wird, wird dieses Vorhaben erst 2018 realisiert.

Pelm. Pendler, die aus Richtung Daun über die L 27 via Kirchweiler nach Gerolstein fahren (und das sind viele) kennen es zur Genüge: Kaum haben sie die Abfahrt nach Berlingen passiert und sehen auf dem Weg ins Tal bereits das Pelmer Ortsschild, fällt bei vielen die Kinnlade herunter: Mega-Rückstau! Dabei sind es bis zur Einmündung in die B 410 noch gut 300 Meter. Und als Linksabbieger ist dann zunächst einmal Warten angesagt, da auf der Bundesstraße ebenfalls viel los ist.
"Viele nehmen dann verbotenerweise die Abkürzung und brettern durch das Wohngebiet - vorbei an der Bushaltestelle, wo morgens rund 20 Kinder stehen", berichtet Helmut Bell. Der Abteilungsleiter beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein muss es wissen. Denn er wohnt ganz in der Nähe und ist zudem als Beigeordneter der Ortsgemeinde Pelm seit Jahren mit diesem Problem konfrontiert.
Vom Bau des Kreisverkehrs an der Kreuzung B 410/L 27/K 33 erhofft er sich daher erstens einen deutlich besseren Verkehrsfluss, zweitens weniger Schleichweg-Sprinter.
Und es gibt weitere Gründe für den Kreisverkehr: Da der Kreuzungsbereich unübersichtlich wegen der nahen Bebauung (besonders durch das Gasthaus Staudt) ist, müssen LKW, die von der L 28 rechts in Richtung Rockeskyll abbiegen, weit ausholen. Dabei kommen sie auf die Gegenfahrbahn und rufen so brenzlige Situationen hervor. Umgekehrt schneiden LKW, die nach links in die L 28 einbiegen, oft die Kurve, was ebenfalls kritisch ist.
Und weil die Fahrzeuge aus Richtung Rockeskyll wegen einer Kuppe auch erst spät gesehen werden, kracht es zudem nicht selten im Kreuzungsbereich. "Weil alles so eng und die Bebauung so nah ist und wir in diesem Bereich zudem ein Gefälle haben, war die Planung schon recht kompliziert. Am Ende konnte das Problem dadurch gelöst werden, dass der Kreisverkehr vom Mittelpunkt des Kreuzungsbereichs nun weiter in Richtung Gerolstein rückt", fasst Planer David Heck nicht ohne Stolz zusammen - schließlich ist der Pelmer Kreisverkehr seine Masterarbeit.
"Mit dem Kreisverkehr wird sich Vieles zum Guten ändern", ist sich der erfahrene LBM-Mann Bell sicher und verweist zudem auf die dann deutlich verbesserte Verkehrsführung für Fußgänger: Denn an allen vier Zufahrtsstraßen zum Kreisverkehr wird jeweils eine Mittelinsel gebaut, die Passanten als Überquerungshilfe dient.
So müssen sie künftig jeweils nur noch auf den Verkehr aus einer Fahrtrichtung achten, um sicher zunächst bis zur Mittelinsel und von dort weiter bis zur anderen Straßenseite zu gelangen. "Damit können wir endlich auch dem vielfachen Wunsch der Eltern aus dem Neubaugebiet Auf Walsweiler entsprechen, mit einer Überquerungshilfe über die B 410 den Weg ihrer Kinder zum Schulbus sicherer zu machen. Denn der Bus startet in der Dorfmitte bei der ehemaligen Bäckerei Clemens", berichtet Bell.
Dennoch müssen sich die Pelmer noch etwas gedulden. Denn der Kreisverkehr, der eigentlich dieses Jahr gebaut werden sollte, kommt nun erst 2018. Der Grund ist, dass die B 410 in diesem Jahr an weiteren Stellen ausgebaut wird.
In Hohenfels, am Bahnübergang zwischen Betteldorf und Dockweiler sowie in Dockweiler. "Weil auf der Strecke auch die Regio-Buslinie 500 fährt, können wir nicht noch eine weitere Baustelle mit Sperrungen und Ampelschaltung aufmachen, da die Reisenden sonst die Anschlusszüge in Gerolstein und Cochem nicht mehr erreichen können", begründet der LBM-Mann.
Im Ort nimmt man die Verschiebung gelassen. So sagt sagt Pelms Ortsbürgermeister Leo Meeth: "Wenn es nun erst 2018 wird, ist das auch kein Beinbruch. Der Kreisverkehr kommt ja. Und die Pelmer freuen sich darauf."

Extra

Verkehrsaufkommen: Nach einer aktuellen Verkehrszählung des LBM befahren die B 410 von Pelm nach Gerolstein täglich 8000 Fahrzeuge, davon 960 LKW ab 3,5 Tonnen. In Richtung Rockeskyll sind es 7000 Fahrzeuge, davon 840 LKW ab 3,5 Tonnen. Auf der L 27 sind es 4000 Fahrzeuge, davon 520 LKW ab 3,5 Tonnen. Kosten: Der Kreisverkehr soll nach Schätzung des LBM 600 000 Euro kosten, die sich Bund und Land teilen. Die Ortsgemeinde Pelm will im Rahmen des Ausbaus auch eine angrenzende Gemeindestraße für rund 50 000 Euro auf Vordermann bringen. Außerdem wird sie vermutlich rund 30 000 Euro für die Wertsteigerung durch neue und dann gepflasterte Gehwege aufbringen müssen. Zeitplan: Nach Auskunft des LBM soll das Projekt Ende 2017 ausgeschrieben und dann im Frühjahr 2018 begonnen werden. Es wird mit vier Monaten Bauzeit gerechnet. Zunächst soll der untere Teil gebaut und die Straße dafür halbseitig gesperrt werden, dann der obere Teil. Die L 27 wird laut LBM für einige Wochen komplett gesperrt und der Verkehr durchs Wohngebiet geleitet werden müssen. mh

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