24-Jähriger aus der Vulkaneifel steht wegen Drogenhandels im großen Stil vor Gericht

24-Jähriger aus der Vulkaneifel steht wegen Drogenhandels im großen Stil vor Gericht

Wegen Drogenhandels in großem Stil muss sich derzeit ein 24-Jähriger aus dem Vulkaneifelkreis vor dem Landgericht Trier verantworten. Am zweiten Verhandlungstag hat der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Eine Materialliste wie aus einem Chemielabor hatte Oberstaatsanwalt Ingo Hromada am ersten Verhandlungstag der Ersten Großen Strafkammer präsentiert: Amphetamin, Cannabisprodukte, Kräutermischungen mit künstlichen Cannabinoiden, Kokain und Ecstasy.

Die Stoffe waren den Fahndern Ende Juli 2016 in der Wohnung des Angeklagten aus Schränken und Schubladen entgegen gefallen. Seitdem sitzt der junge Mann in Untersuchungshaft. Mit dem Verkauf der Drogen, so die Anklage, habe der Angeklagte zwischen Oktober 2013 und Juli 2016 vorwiegend seinen Lebensunterhalt bestritten.

Was die Mengen betraf, soll er eher wie ein Großhändler geplant haben. Seine "Haupteinkaufsstadt" sei Venlo in den Niederlanden gewesen. Dies bestätigt am zweiten Verhandlungstag ein Kriminalbeamter, der im Sommer 2016 den Einsatz eines verdeckten Ermittlers geleitet hatte.

"Wir hatten den Mann schon längere Zeit unter Beobachtung. Er hielt sich aber sehr zurück - ohne große Außenwirkung. Daher wurde ein verdeckter Ermittler angesetzt", erklärt der Drogenfahnder.

Dieser Scheinkäufer brachte den Umfang der Geschäfte ans Tageslicht. Da ging es etwa bei Amphetamin nicht um Dimensionen im Gramm-, sondern im Kilogrammbereich. Vierstellige Summen waren bei den Geschäften üblich - mindestens in einem Fall wurde über einen fünfstelligen Betrag für 14 Kilo einer Substanz verhandelt. "Der will möglichst große Mengen absetzen. Mit Kleinabnehmern gibt er sich nicht ab. Er sagt, mit denen kriege man nur Ärger", habe der verdeckte Ermittler im Dezernat berichtet.

Laut Einsatzleiter soll der Ermittler insgesamt elf Hausbesuche in der Vulkaneifel erstattet haben. Ende Juli 2016 scheinen dem Angeklagten die Besuche des Großabnehmers unheimlich geworden zu sein. Er schöpfte Verdacht, verpackte die 14-Kilo-Lieferung in einen Plastikmüllsack und vergrub sie in einem Waldgelände. Doch dieser verbuddelte "Schatz" könnte nochmal ein Rolle spielen. Er soll von der Kripo gehoben und vom Landeskriminalamt untersucht werden. Laut Anklage handelt es sich dabei um Amphetamin. Doch der Angeklagte behauptet, dass im Wald nur ein Ersatzstoff versteckt wurde.

Das ist die einzige Einschränkung, die der 24-Jährige am zweiten Verhandlungstag bei seinem Geständnis macht. Der Angeklagte, der auch durch einen schweren Sportunfall aus der Bahn geraten war, zeigt sich einsichtig: "Nach sechs Monaten Haft sehe ich die Dinge viel klarer als früher. Ich will mein Leben ändern."

Am ersten Tag hatte er trotz einer "verfahrensverkürzenden Absprache" nicht mit dem Geständnis herauskommen wollen. Bei dieser Absprache, die nach der Strafprozessordnung möglich ist, verständigten sich die Kammer unter der Vorsitzenden Petra Schmitz, Oberstaatsanwalt Hromada sowie die Verteidiger Marion Faust und Olaf Möller auf einen festen Strafrahmen. Für den Fall eines vollen Geständnisses wird dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe zwischen drei Jahren und acht Monaten und maximal vier Jahren und vier Monaten garantiert.

Auch könnte eine eigene Drogenabhängigkeit zur aktiven Händlerzeit eine schuldmindernde Rolle spielen. Zunächst soll die Beschaffenheit des vergrabenen Materials geklärt werden. 14 Kilo Amphetamin oder nur ein Ersatzstoff? Eine Frage, die sich auch auf das Strafmaß auswirken dürfte.

Der Prozess wird am Freitag, 24. Februar, 9 Uhr, fortgesetzt.

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