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50 000 Menschen werden jährlich am Wasserfall Dreimühlen gezählt

Kostenpflichtiger Inhalt: Tourismus : Eifeler Wasserfall ist Ansturm der Besucher nicht gewachsen

Rund 50 000 Besucher werden jährlich am Wasserfall Dreimühlen gezählt. Ein von der EU finanziertes Projekt soll die Parksituation verbessern und den Aufenthalt der Ausflügler angenehmer gestalten.

Wenn im Frühjahr die Rad- und Wandersaison startet, wird es regelmäßig eng um den Wasserfall Dreimühlen bei Nohn. Da der überwiegende Teil der Tagestouristen mit dem Auto anreist, sind die verfügbaren Parkplätze an den Wanderwegen, die von Üxheim und Nohn zum Wasserfall führen, regelmäßig überlastet.

„Zum Teil parken die Besucher auf der Landesstraße 68 und versperren auch die Zufahrt zum Ausflugslokal Nohner Mühle“, beschreibt Andreas Wisniewski, Chef-Touristiker an der Oberen Kyll, die Situation. „Damit sind die Zuwege für potentielle Rettungseinsätze blockiert.“

Die Kapazität der bisherigen Parkflächen reicht nicht mehr aus: Lediglich 31 Stellplätze gibt es an der L68 bei Nohn, auf der anderen Seite des Wanderwegs in Üxheim-Ahütte reicht der Platz für vier Fahrzeuge. Ein Teil der Fördergelder aus dem Maßnahmenprogramm der Europäischen Union LEADER soll in die Verbesserung der Parksituation fließen. Zum einen soll der Parkplatz an der L68 erweitert werden, des weiteren ist geplant, Stellflächen im Bereich des Sportplatzes in Nohn auszuweisen.

Auch das Areal rund um den Wasserfall, an dem der Eifelsteig und der Kalkeifel-Radweg vorbeiführen, soll aufgewertet werden, den Besuchern soll der Aufenthalt vor Ort angenehmer gestaltet werden. Die Projektpartner - die Ortsgemeinden Üxheim und Nohn, der Naturpark Vulkaneifel, Die Touristinformation (TI)  Gerolsteiner Land und die Verbandsgemeinde Gerolstein wollen die dafür nötige Infrastruktur schaffen. „Tische, Bänke und eventuell auch Sondermöbilierung wie sogenannte Sinnesliegen sind rund um den Wasserfall vorgesehen“, sagt Frank Reuter, Geschäftsführer der Gerolsteiner TI. Um die Besucherströme in der Hochsaison zu entzerren, soll auch die gegenüberliegende Fläche auf der anderen Seite des Ahbachs mit in die Planung einbezogen werden. „Dort könnte eine XXXL-Bank installiert werden, um den Besuchern einen etwas erhöhten Aussichtsplatz zu bieten“, erklärt Andreas Wisniewski.

Da nicht nur Ausflügler das Naturdenkmal besuchten, sondern auch Schulklassen, Jugendgruppen und geologisch Interessierte, sollen sie im südlichen Bereich des Wasserfalls einen eigenen Bereich erhalten, ein sogenanntes „Grünes Klassenzimmer“. Dort sind neben Sitz- und Experimentierbereichen, in denen kindgerechte Informationen zum wachsenden Wasserfall vermittelt werden, Klangmuscheln, ein Vogelhaus und ein riesiges Insektenhotel vorgesehen. Infotafeln zur heimischen Flora und Fauna sind geplant, ebenso die Einbindung des Projektes „Vulkaneifel - virtuell belebt“  mittels einer App. So ist es möglich, das Wachstum des Wasserfalls von seiner Entstehung bis zum heutigen Tag zu beobachten.

Jährlich kommen rund 50 000 Besucher zum Wasserfall Dreimühlen. Um ihnen den Aufenthalt angenehmer zu machen, sollen Tische und Ruhebänke installiert werden, ein "Grünes Klassenzimmer" entstehen und die Parkplatzsituation an den Wanderwegen verbessert werden. Foto: Vladi Nowakowski

Inklusive weiterer Maßnahmen wie einer neuen Beschilderung der Wanderwege, eines Trittsteinübergangs über den Ahbach, neuen Geländern und Treppen und den Kosten für Bänke, Tische dem Abbau eines Steges westlich des Wasserfalls, schlägt die Neukonzeption rund um das beliebte Ausflugsziel in der Ferionregion mit rund 90 000 Euro zu Buche. Die Förderung durch das Leader-Programm beträgt 75 Prozent der Gesamtsumme. Die Ortsgemeinden Üxheim und Nohn beteiligen sich mit jeweils 11 230 Euro an dem  Projekt.