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50 Tonnen Basalt unterwegs: Jahrhundertstein hat neue Heimat

50 Tonnen Basalt unterwegs: Jahrhundertstein hat neue Heimat

Eine rund 50 Tonnen schwere Basaltlavasäule ist der neueste Blickfang am Eingang zum Lapidea-Gelände auf dem Mayener Grubenfeld. Gestern wurde der sogenannte Jahrhundertstein von seinem Fundort in der Grube Langenfeld zwischen Mayen und Kottenheim an seinen neuen Standort gebracht.

Mayen. Ein aufwendiges Unterfangen: Zum Heben und Aufstellen des steinernen Kolosses war ein 400-Tonnen-Kran erforderlich, transportiert wurde er auf einem Tieflader.
"Ich habe in 30 Jahren Tausende Basaltlavasteine gesehen", erzählt Friedhelm Kohlbecher, "aber keinen anderen in dieser Größe". Kohlbecher ist der stellvertretende Vorsitzende der Lapidea-Stiftung für Kunst und Kultur, die sich dafür eingesetzt hatte, die Basaltlavasäule als Denkmal zu erhalten.
Die Geschichte des Jahrhundertsteins kennt er genau. "1980 hat ihn der Steinbrecher Walter Langenfeld gebrochen", berichtet Kohlbecher, der seinerzeit Geschäftsführer des Unternehmens war, zu dem die Grube gehörte. Kohlbechers Entscheidung war es auch, den Stein in Gänze zu erhalten. "Ich habe damals gesagt, dass wir diesen besonderen Stein nicht spalten, sondern ihn nur in einem Stück verwenden."
Doch das erwies sich als schwierig. Zum einen blieb ein Auftrag aus, für den ein so großer Stein benötigt worden wäre. Zum anderen war es schwierig, den Koloss überhaupt aus der Grube zu bewegen. So blieb die gut 6,60 Meter hohe und 3,50 Meter breite Basaltlavasäule mehr als 30 Jahre lang in der Grube liegen.
Vor knapp zwei Jahren kam die Lapidea-Stiftung ins Spiel, in der Kohlbecher mittlerweile aktiv war. In den Gremien der Stiftung erzählte Kohlbecher vom Jahrhundertstein und wies auf die Bedeutung der Basaltlavasäule hin, die vor rund 200 000 Jahren entstanden ist, berichtet der Stiftungsvorsitzende Albert Nell. "Wir haben dann beschlossen, den Stein der Allgemeinheit auf dem Lapidea-Gelände zugänglich zu machen", sagt Nell.
Der Jahrhundertstein wird am heutigen Samstag, 22. September, um 11 Uhr eingeweiht. Der Festakt ist Teil der offiziellen Übergabe des Labors für experimentelle Archäologie auf dem Grubenfeld. red