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60 Arbeitnehmer der Metallindustrie nehmen in Jünkerath an Streik teil

Streik : Metaller protestieren gegen geplante Nullrunde in Jünkerath

Arbeitnehmer der Metall- und Elektroindustrie sind alarmiert vom Vorschlag einer Nullrunde bei den aktuellen Tarifverhandlungen. Ihre Sorgen, Ängste und Befürchtungen formulierten sie bei einem Warnstreik.

Die Beschäftigten des Unternehmens Vulcast und des Autoteile-Herstellers Elastomer in Wiesbaum haben gegen befürchtete Einkommenskürzungen und Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland protestiert.

 Die Warnstreiks der Metall- und Elektroindustrie seien damit in der Eifel angekommen, sagt Christian Schmitz, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Trier während der kurzen Veranstaltung vor dem Betriebstor der Vulcast Germany GmbH in Jünkerath.

Während der Pandemie seien es die Beschäftigten der Werke, die den Betrieb aufrechterhalten würden, sagt Schmitz in seiner Ansprache. „Und ihr nehmt dafür Entgelteinbußen in Kauf, weil ihr zu großen Teilen in Kurzarbeit gegangen seid.“

Die Arbeitgeber wollten in den aktuellen Tarifverhandlungen eine sogenannte Nullrunde als Kompromisslösung verkaufen, sagt der Gewerkschafter.

„Doch alle Experten sind sich einig, dass wir bis zum Ende des Jahres mit einer Inflationsrate von rund vier Prozent rechnen müssen.“ Sollte die Arbeitgeberseite in der Metall- und Elektrobranche weiterhin kein Entgegenkommen signalisieren, sondern sogar automatische Einkommenskürzungen für in Schwierigkeiten geratene Unternehmen fordern, werde vonseiten der Beschäftigten der Druck erhöht, sagt Christian Schmitz.

Anstatt dass sich die Tarifpartner an einen runden Tisch setzten und vernünftig über Forderungen der Beschäftigten verhandelten, spielten die Arbeitgeber ein übles Spiel, sagt Gewerkschaftssekretär Michael Cramer. „Sie zwingen uns in Zeiten der Pandemie auf die Straße und setzen uns damit einem Risiko aus“, spitzt Cramer die Situation zu.

Die Unternehmensführungen rechneten damit, dass es in Corona-Zeiten weniger öffentliche Proteste geben werde, mutmaßt der Gewerkschaftssekretär. „Auch wenn es schwierig ist, es wird weitere Aktionen geben. Mal schauen, wie beratungsresistent sich die Arbeitgeberseite zeigen wird.“

Die IG Metall pocht auf Verträge, die den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region sichern und darüber hinaus eine Lohnsteigerung von vier Prozent. Inzwischen ist auch die dritte Verhandlungsrunde im Tarifstreit ohne Ergebnis geblieben. Bundesweit sind rund 3,8 Millionen Menschen in der Metall- und Elektroindustrie beschäftigt, in der Region haben sich seit Dienstag rund 2000 Arbeitnehmer an Warnstreiks beteiligt.