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6111 Bürger sind für Erhalt des Kreises

 Zufrieden mit dem Resultat: Die Beigeordneten (von links) Alois Manstein und Dieter Demoulin, Büroleiter Heinz-Peter Hoffmann und Landrat Heinz-Peter Thiel stellen das Ergebnis der Befragung vor. Die Auswertung wurde von Notar Martin Eimer (Zweiter von rechts) beaufsichtigt.
Zufrieden mit dem Resultat: Die Beigeordneten (von links) Alois Manstein und Dieter Demoulin, Büroleiter Heinz-Peter Hoffmann und Landrat Heinz-Peter Thiel stellen das Ergebnis der Befragung vor. Die Auswertung wurde von Notar Martin Eimer (Zweiter von rechts) beaufsichtigt. FOTO: klaus kimmling (e_daun )
Daun. Gut 53 000 Einwohner hätten sich an der Befragung zur Zukunft des Kreises beteiligen können. Etwas mehr als zwölf Prozent haben diese Möglichkeit genutzt. Landrat Heinz-Peter Thiel ist zufrieden mit Zustimmung von über 90 Prozent. Stephan Sartoris

Daun Nein, große Spannung ist nicht zu spüren, kurz bevor das Ergebnis der Bürgerbefragung im großen Sitzungssaal im Kreishaus in Daun verkündet wird. Es herrscht eher gesteigertes Interesse daran, wie viele der gut 53 000 Bürger ab 14 Jahren, die sich per Unterschrift für oder gegen den Erhalt des Kreises Vulkaneifel in den vergangenen zwei Monaten hätten beteiligen können, tatsächlich mitgemacht haben. In einer abgetrennten Ecke des Raums wird - unter notarieller Aufsicht - noch ausgezählt, als Landrat Heinz-Peter Thiel schon das Wort ergreift und sagt, er erwarte kein "rauschendes Ergebnis", ohne näher auszuführen, was "rauschend" für ihn wäre. Nach dem Jahreswechsel haben er, die Kreisbeigeordneten und Vertreter der Kreistagsfraktionen in allen fünf Verbandsgmeinden die Werbetrommel für die Befragung gerührt, die im Dezember gestartet worden war. Begründet wurde sie damit, dass alle Appelle an das Land, den geplanten Zusammenschluss von elf Dörfern aus der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll mit der VG Prüm (Eifelkreis Bitburg-Prüm) bis zu einer erst in einigen Jahren erwarteten echten Kreisreform auf Eis zu legen, in Mainz ungehört geblieben seien. Deshalb habe man zum Mittel der Bürgerbefragung gegriffen, als ein Zeichen dafür, dass "wir für die Geschlossenheit und den Fortbestand unseres Kreises kämpfen", erklärt Thiel. Denn das, was die rot-gelb-grüne Regierung vorhabe, eine Fusion über Kreisgrenzen, sei aus seiner Sicht und der des Kreistags mit der Verfassung des Landes Rheinland-Pfalz nicht vereinbar. Der Landrat erläutert erneut die Rahmenbedingungen, als der Büroleiter der Kreisverwaltung, Heinz-Peter Hoffmann, signalisiert: Das Ergebnis liegt vor. Nun kommt doch etwas Spannung auf: Hoffmann verkündet, dass von den rund 53 000 Bürgern (ab 14 Jahren) 6695 bei der Befragung mitgemacht haben. Davon haben sich 6111 für den Erhalt des Kreises in seiner heutigen Zusammensetzung ausgesprochen. Es gibt Applaus, was keine Überraschung ist, sind doch nur Befürworter der Befragung im Saal. Dabei hat es auch durchaus kritische Töne daran gegeben, vor allem - was auch keine Überraschung ist - aus der VG Obere Kyll. Deren Bürgermeisterin Diane Schmitz, die Beigeordneten und viele VG-Ratsmitglieder hatten dazu aufgerufen, mit "Nein" zu stimmen, teilweise wurde die Befragung als "vollkommen überflüssig" bewertet. Die Zustimmung von 91,3 Prozent wertet Landrat Heinz-Peter Thiel als "ordentliches Ergebnis und deutliches Votum", eine stärkere Beteiligung wäre wünschenswert gewesen, dennoch habe das Resultat für ihn repräsentativen Charakter. Eine detaillierte Untersuchung, wie beispielsweise in den Verbandsgemeinden abgestimmt wurde, wird es laut Thiel nicht geben. "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, dass es erst gar keinen Wettbewerb unter den Verbands- oder Ortsgemeinden geben soll." Und Nachkarten ist auch nicht mehr möglich: Kaum ausgezählt, kommen die Unterschriftenlisten auch schon in den Schredder (weiterer Bericht folgt).Ein Video von der Verkündung des Ergebnisses finden Sie unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/videos" text="www.volksfreund.de/videos" class="more"%>Liebe Leser! Ihre Meinung ist gefragt: Wie werten Sie das Ergebnis der Bürgerbefragung: Ist es aussagekräftig genug, um das Land zu beeindrucken? Oder spielt es keine Rolle, wenn über die Zukunft des Kreises entschieden wird? Schicken Sie uns eine kurze Mail (Name und Wohnort bitte nicht vergessen) an eifel-echo@volksfreund.de KommentarMeinung

Der große Knüller ist es nicht geworden6111 Pro-Stimmen, eine Beteiligung von 12,6 Prozent: Der ganz große Knüller ist das Ergebnis der Bürgerbefragung wahrlich nicht. Aber es ist auch nicht so schlecht, als dass die Aktion als totaler Reinfall gewertet werden könnte. Aber die Beteiligung hätte deutlich größer ausfallen müssen, um das Resultat als bedeutendes Signal verkaufen zu können, dass sich die Bürger im Kreis wirklich für den Fortbestand einsetzen. Interesse an dem sperrigen Thema war in den vergangenen Wochen zu verzeichnen, ja, aber dass die Zukunft des Kreises ein bedeutendes Gesprächsthema in der Bevölkerung gewesen wäre, nein, davon kann keine Rede sein. Es ist halt nicht mehr weit her mit dem Lokalpatriotismus. Den gibt es vielleicht noch in einem Dorf, aber bei Verbandsgemeinde und Kreis hört es auch schon wieder auf. s.sartoris@volksfreund.de

 Ermitteln das Ergebnis: Mitarbeiter der Kreisverwaltung werten die Unterschriftenlisten aus. TV-Fotos (2): Klaus Kimmling
Ermitteln das Ergebnis: Mitarbeiter der Kreisverwaltung werten die Unterschriftenlisten aus. TV-Fotos (2): Klaus Kimmling FOTO: klaus kimmling (e_daun )