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Ab August vollzählig

DAUN/GEROLSTEIN. Großes Interesse, praktische Tipps und eine Zusage: Rund 60 Senioren aus dem Kreis haben an der "Sicherheitskonferenz für Senioren" mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Karl Peter Bruch in Daun teilgenommen – und wertvolle Erkenntnisse mit nach Hause genommen. ARRAY(0x3d35a1240)

Um es vorweg zu nehmen: "Ich freue mich über die hohe Resonanz. Sie ist aber kein Zeichen dafür, dass man im Kreis Daun gefährlich lebt", sagte Veranstalterin Astrid Schmitt. Und die Referenten, die die Polizei vertraten - Innenminister Karl Peter Bruch, Elmar Esseln, Sicherheitsbeauftragter für Senioren beim Polizeipräsidium Trier, sowie Heinz-Peter Thiel, Leiter der Dauner Polizei - stießen ins gleiche Horn. Und sie lieferten statistische Belege: Während es 2005 in Rheinland-Pfalz 2438 Mal zum Handtaschenraub kam, wurde im Kreis kein Fall registriert. Raubüberfälle in Wohnungen gab es auch nicht. Die Zahl der Diebstähle aus Wohnungen lag im Kreis bei sechs, im Land bei 2663. Fazit von Bruch & Co.: "Daun ist eine sichere Region." Wohl aber habe die Dauner Polizei bislang zu wenig Personal gehabt, räumte der Minister ein. Doch ab 1. August 2006 sollen vier zusätzliche Polizisten in Daun und ein weiterer Kollege für die Wache in Gerolstein eingestellt werden. Bruch: "Dann ist die Polizei so ausgestattet, wie sie es sein muss." Ziel sei, zu ermöglichen, dass "permanent zwei Streifenwagen draußen sein können". Dass die Region sicher sei und auch als solche empfunden werde, sei auch ein Verdienst der derzeit zehn Sicherheitsberater. Das sind Freiwillige wie Inge Köber, die Senioren beraten - zum Beispiel, wie die Wohnung gesichert werden kann. Für Experte Esseln sind sie nicht "Hilfssheriffs", sondern "ein wichtiges Bindeglied zwischen der Polizei und den Senioren, von denen viele noch immer Hemmungen haben, zur Polizei zu gehen". Doch dafür gebe es keinen Grund, sagte der Dauner Polizeichef Thiel und appellierte: "Rufen Sie uns an, kommen Sie vorbei. Wir sind für Sie da!" Rat und Tat und viele praktische Tipps, wie man eben nicht auf Gewinnspiele, lästige Anrufer und Kaffeefahrten hereinfällt, hatte Kirsten Thul-Kunzmann von der Verbraucherzentrale parat. Ihr Motto: "Seien Sie misstrauisch, wenn es sein muss auch unfreundlich und legen Sie den Hörer auf!" Unfreundlich wiederum wollte der Minister nicht sein und antwortete daher er auf die Frage von Heribert Tekstra, ob er nicht Geld für die Sicherheitsberater, die nicht einmal Mittel hätten, um Flyer zu drucken, locker machen könnte: "Ich denke, da können wir was machen."