Abstieg kommt im Herbst

Abstieg kommt im Herbst

DAUN-RENGEN. Die Arbeiten an dem aufgeschütteten Damm vor der geplanten Liesertalbrücke im Rengener Tal ruhen zur Zeit wegen der Witterungsverhältnisse. Am Fuß des Damms wird voraussichtlich im Sommer oder Herbst auch mit den Bauarbeiten für den Abstieg der Behelfsausfahrt begonnen.

Anfang 2005 sei der neue 2,4 Kilometer lange Teilabschnitt der A 1 fertig, sagt Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Straßen und Verkehr Gerolstein. Um den Sinn einer Umgehung besonders für den Schwerlastverkehr für Daun zu bekommen, sei aber der viel diskutierte Bau der rund 900 Meter langen Behelfsausfahrt Rengen nötig. 1,3 Millionen Euro wird dies einschließlich des späteren Rückbaus kosten. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren für das Projekt, außerdem werden noch Gespräche zu Einwänden, etwa von der Gemeinde Nerdlen, gegen den Abstieg geführt. Alle Umweltbeeinträchtigungen, die in einem zusätzlichen landespflegerischen Begleitplan erstellt wurden, seien im derzeitigen Planfeststellungsverfahren "komplett abgearbeitet worden", sagt Enders. Fakt sei: Ohne die Behelfsausfahrt Rengen sei auch der neue A 1- Abschnitt wertlos. "Der neue Abschnitt hat nur einen Verkehrswert, wenn man ihn auch in Rengen anschließt. Ohne den Abstieg liegen 28 Millionen Euro brach", sagt Enders. Für den Weiterbau der A 1 bis zur Anschlussstelle Gerolstein werden 56 Millionen Euro gebraucht, die momentan noch in keiner konkreten Finanzplanung enthalten sind. Allein 20 Millionen Euro werden für den Bau der 578 Meter langen Liesertalbrücke benötigt. Bis zur Anschlussstelle (AS) Kelberg entstünden sogar Kosten von 78 Millionen Euro. Diese Fakten seien allen Stellen bekannt. Zwar ist die gesamte A 1 im Bundesverkehrswegeplan mit Ausblick auf die nächsten acht bis zehn Jahre im vordringlichen Bedarf bestätigt worden, aber ein Finanzierungsplan liegt noch nicht vor. Die Planung des Abschnitts bis zur AS Gerolstein ist weit fortgeschritten. Auch wenn die Finanzierung theoretisch schon morgen zur Verfügung stünde: Der Bau allein der Liesertalbrücke würde drei Jahre dauern, bis zur AS Gerolstein würden vier Jahre vergehen. Hinzu kommt noch die Vorlaufzeit mit der EU-weiten Ausschreibung, die solange noch nicht erfolgen kann, bis die Gelder bereit gestellt sind. Bei einem Verzicht auf die Behelfsausfahrt Rengen würde laut Enders der 2,4 Kilometer lange neue Abschnitt der A 1 mindestens fünf Jahre nicht genutzt werden. Die Behelfsausfahrt wird auf dem vorhandenen Wirtschaftsweg und der jetzigen Baustraße geführt werden und parallel zum aufgeschütteten Damm laufen. Direkt daneben wird ein neuer Wirtschaftsweg angelegt. An die L 46 angebunden wird die Behelfsausfahrt mit einem Kreisel, der zwischen dem letzten Rengener Wohnhaus an der L 46 und der vorhandenen Lieserbrücke angelegt wird. Durch den Verkehrskreisel ist in diesem Bereich eine Geschwindigkeits-Beschränkung auf 40 Stundenkilometer vorgesehen. Wenn die A 1 weitergebaut und die Behelfsausfahrt überflüssig wird, soll der Kreisverkehr wieder zurück gebaut werden.

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