Abtrünnige der FWG haben Unabhängige Wählergemeinschaft Kylltal gegründet.

Politik : Bühne frei für die Unabhängigen

Es gibt eine neue politische Kraft im Bereich der neuen Verbandsgemeinde Gerolstein. Abtrünnige der FWG haben die Unabhängige Wählergemeinschaft Kylltal gegründet.

Nach einigem Ringen um die Satzung und um den Namen des Vereins, der Bürger und Bürgerinnen zukünftig politisch in der Verbandsgemeinde, aber auch im Kreis vertreten will, ist der erste Schritt getan: Rund zwei Drittel der Anwesenden setzen ihren Namen auf die ausgelegte Liste, insgesamt hat die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Kylltal e.V. 20 Gründungsmitglieder.

Fast alle waren sie (oder sind es noch) in der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Vulkaneifel aktiv. Und sie waren alle nicht mit der Entscheidung der neugewählten Gerolsteiner FWG-Fraktion um Listenführerin Karin Pinn einverstanden gewesen, bei der Bürgermeisterwahl der Verbandsgemeinde Gerolstein den CDU-Kandidaten Gerald Schmitz  zu unterstützen. Denn ihrer einhelligen Auffassung nach hatte sich die FWG lange im Vorfeld der Wahl in einem Mitgliederentscheid auferlegt, bei der Bürgermeisterwahl neutral zu bleiben (der TV berichtete mehrmals).

Die UWG will ihrer Satzung nach „parteiungebunden und ausschließlich im Interesse der Bürgerinnen und Bürger“ handeln – eine Voraussetzung sei jedoch, dass ihre Mitglieder keiner politischen Partei angehören dürfen.

Das betrifft beispielsweise Hans-Jürgen Breuer, den Ortsbürgermeister von Hallschlag in der Oberen Kyll, der in den neuen VG-Rat gewählt wurde und auch als Bürgermeisterkandidat angetreten war. Denn Breuer ist zurzeit noch Mitglied der Piraten-Partei des Kreisverbandes Trier-Saarburg.

„Unsere Satzung erlaubt es nicht, dass Herr Breuer heute Gründungsmitglied wird“, sagt Hans-Hermann Grewe und legt dem Angesprochenen nahe, bei den Piraten auszutreten. „Wir werden keinesfalls eine Ausnahme machen“, so Grewe. Breuer will sich mit der Entscheidung noch Zeit lassen: „Der UWG kann ich auch später noch beitreten“, sagt er.

Auch eine weitere Vorgabe des Gründungspapiers wird umgesetzt: Der Vorstand soll aus drei gleichberechtigten Mitgliedern bestehen, die ihren Wohnsitz in je einer der alten Verbandsgemeinden haben sollen – regionaler Proporz eben. Gewählt werden Hans-Herrmann Grewe (VG Gerolstein), Markus Fohn (VG Hillesheim) und Rudolf Mathey (VG Obere Kyll). Die Beisitzenden sind Ariane Böffgen-Schildgen (die Ehefrau des künftigen Gerolsteiner Bürgermeisters Hans Peter Böffgen), Leslie Raabe und Erich Hennes.

Lothar Schun, Ortsbürgermeister von Lissendorf und bis zu den kommenden Kommunalwahlen am 26. Mai 2019 für die FWG im Kreistag, ist ebenfalls der UWG Kylltall beigetreten. Auch er begründet diesen Schritt mit der kurz vor der Stichwahl zwischen Hans Peter Böffgen und Gerald Schmitz bekannt gegebenen Unterstützung des CDU-Kandidaten durch die FWG-Listenführerin der VG Gerolstein. „Ich schließe mich zwar nicht der allzu harschen Kritik an Karin Pinn an, die auch FWG-Kreisvorsitzende ist, aber diese Aktion war und ist den Bürgerinnen und Bürgern nicht vermittelbar.“

Am Ende des Abends ist der Vorstand der UWG Kylltal e.V. komplett und auf zwei Jahre gewählt. Schriftführer ist Matthias Dederichs, Schatzmeister Manfred Lorse, Erwin Hontheim übernimmt den Posten des Pressewarts. Kassenprüfer sind Lothar Schun und Patrick Flohr.

Dem Antrag von Peter Marder, eine Ortsgruppe Hillesheim zu gründen, die die Satzung der UWG Kylltal übernimmt, wird ebenfalls stattgegeben.

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