Ärger mit dem Altglas

Behälter in Daun quellen an mehreren Standorten über. Darüber sind nicht nur Ortsvorsteher und Bürger sauer.

Daun Johann Strunk, Ortsvorsteher des Dauner Stadtteils Pützborn, regt sich auf: "Vor meinem Urlaub sind die Altglascontainer am Rewe-Markt bereits übergequollen, danach immer noch das gleiche Bild - obwohl sich der Gemeindearbeiter mehrfach bei der Entsorgungsfirma gemeldet hat. Da platzt mir der Kragen, zumal das in diesem Jahr schon öfter vorgekommen ist." Erst nach einem weiteren Anruf - von ihm selbst - seien die Container dann geleert worden.
Zum Beleg dessen, was er sagt, hat er Fotos gemacht und dem TV zugesandt. Darauf ist deutlich zu sehen: Die Container sind rappelvoll, auf ihnen türmen sich weitere Glasflaschen, zudem haben Leute ihr Altglas auch ringsherum abgestellt.
Darüber hinaus ist der TV auf einen weiteren Standort gestoßen, bei dem es tagelang genauso aussah: auf dem Krankenhausparkplatz beim Hit-Markt. Auch dort volle Container und Kisten voller Glas daneben sowie unzählige Flaschen auf den Behältern.
"Das kann doch alles nicht sein, dass hier vier Wochen nichts passiert. Das Ende vom Lied ist, dass überall Scherben rumliegen, eine hohe Verletzungsgefahr entsteht und zu guter Letzt die Gemeinde auf eigene Kosten alles säubern muss - während ein Unternehmen Geld mit der Abfuhr macht, aber seinen Verpflichtungen nicht nachkommt", ereifert sich Strunk.
Damit angesprochen ist die Firma Remondis Südwest mit Sitz in Mannheim und Niederlassung in Bitburg, die bei der Ausschreibung den Zuschlag für die Altglasentsorgung im Kreis Vulkaneifel bekommen hat und seit Jahresbeginn dafür verantwortlich zeichnet. Mit den Missständen konfrontiert, meinte Remondis-Sprecher Burkhard Kons, dass die Container alle 14 Tage geleert werden. Der Standort am Hit-Markt sogar wöchentlich, da er stark genutzt werde. In der Tat wurden die Container kurz nach der Anfrage des TV bei Remondis geleert - und die in Pützborn inzwischen ebenfalls.
Die Frage, ob die Container regelmäßig zwischen den Abfuhrterminen kontrolliert werden, verneinte Kons: "Aus logistischen Gründen gibt es zwischen den Entleerungsrhythmen keine weitere Kontrolle des Füllgrads. Die Entleerungsrhythmen sollen so getaktet sein, dass es keine Überfüllung gibt." Das sei auch im Interesse der Firma, denn "für unsere Fahrer ist es aufwendig, nebenstehendes Glas einzeln in die Sammelfahrzeuge zu laden."
Auf eine Besonderheit will Kons aufmerksam machen: "Oft wird erst die vorne stehende Garnitur gefüllt. Wenn diese gefüllt ist, werden dann weitere Flaschen neben die Container gestellt, anstatt die weiter hinten stehende Containergarnitur zu nutzen." Zudem appelliert er an die Bürger, nicht einfach Flaschen neben oder auf volle Behälter zu stellen, sondern einen leeren Container an einem anderen Ort aufzusuchen - und sich über die Servicehotline (0800/1223255) zu melden, die auf den Containern vermerkt ist. Maximilian Monzel, Direktor des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.), die noch bis Ende vergangenen Jahres für die Altglassammlung im Kreis verantwortlich war, aber bei der jüngsten Ausschreibung den Kürzeren zog, äußerte sich auf TV-Anfrage ebenfalls zur Problematik. Er sagte verärgert: "Wir haben so viel Huddel mit der Altglasabfuhr, obwohl wir gar nichts dafürkönnen. Die Leute rufen uns an und berichten von erheblichen Schwierigkeiten. Deshalb habe ich Remondis auch schon mal die Meinung gesagt."

Mehr von Volksfreund