Ärmel hochgekrempelt und los

Gerolstein · Die Hamburger Chartstürmer Revolverheld haben im Lokschuppen in Gerolstein bei einem Hautnah-Konzert des Radiosenders RPR1 rund 500 ausgewählten Gästen einen emotionalen Abend geboten. Für ein paar Mädels wird er unvergesslich bleiben.

Bringt Mädels ins Schwärmen: Revolverheld-Frontmann Johannes Strate beim Hautnahkonzert im Lokschuppen in Gerolstein. TV-Foto: Mario Hübner

Gerolstein. Dass man selbst bei einem Heimspiel nervös sein kann, haben die beiden 21-jährigen Marinas beim Hautnah-Konzert der Hamburger Band Revolverheld (Johannes Strate, Jakob Sinn, Niels Grötsch, Kristoffer Hünecke) gezeigt. Aber das ist durchaus verständlich. Schließlich haben die beiden Mädels aus dem benachbarten Daun gerade in der ersten Reihe nur knapp zwei Armlängen von ihrem Schwarm und Revolverheld-Frontmann Johannes Strate (33) einen unvergesslichen Abend erlebt. Mit Tanzen bei Songs wie "Spinner", Gänsehaut bei Liedern wie "Halt dich an mir fest" und textsicherem Mitsingen bei dem aktuellen Top-Ten-Hit "Das kann uns keiner nehmen" aus dem neuen Album "Immer in Bewegung".
"Johannes ist geil" lautet denn auch das persönliche Fazit von Marina T., noch immer ganz entzückt, nach dem Konzert. Und der Altersunterschied? "Hat sich super gehalten", antwortet die 21-Jährige spontan und drückt dessen Handtuch, das sie aufgefangen hat, fest an sich. "Kommt auf meinen Nachttisch", sagt sie strahlend und zieht mit ihrer Freundin, die einen Trommelstick ergattert hat, selig von dannen.
Ganz so emotional aufgewühlt haben Strate & Co. zwar verständlicherweise nicht das gesamte Publikum, ihm jedoch einen kurzen und engagierten Auftritt geboten. Und dass, trotz der - wie der sympathische Sänger verriet - durchzechten letzten Nacht mit einem Hare-Krishna-Erlebnis im Morgengrauen. Und das in dem Alter! Aber ausruhen oder einen Gang runterschalten auf der Bühne kommt nicht infrage. Wenngleich der kometenhafte Aufstieg seit 2005 mit mehreren Gold-Auszeichnungen und etlichen Chart-Hits schon verführen könnte, es etwas ruhiger angehen zu lassen.
Aber nein: Die Jungs bleiben sich treu, haben Spaß mit dem Publikum, spielen eingängigen Pop-Rock und sprechen die Leute mit ihren Balladen an. Da geht es um Liebe und Trennung, Beziehungsstress, das Älterwerden und Jungbleiben, das Leben eben. Wie sinnbildlich, dass Strate ein kariertes Hemd trägt, die Ärmel hochgekrempelt. Und wie passend in der Gerolsteiner Lok-Werkstatt. Da wird Musik malocht: Nicht, weil es sein muss, sondern Freude macht. Und das kommt rüber. Meinen auch Lisa (24) und Marie (25), die eigens aus dem 200 Kilometer entfernten Frankfurt mit dem Auto gekommen sind. "Das Konzert war großartig", sagt Lisa, "die Location ist auch klasse", meint Marie.
Noch mehr Freude hätten die beiden und auch die vielen anderen Gäste allerdings gehabt, wenn es nach dem gerade einmal 70-minütigen Auftritt im Lokschuppen weitergegangen wäre - beispielsweise mit einer Disco. Schließlich war (mal) was los in der Eifel, alle waren gut drauf, und es war noch so früh am Abend. mh