"Alles für die Katz'"

Bei der Runde eingeladen waren auch die Ortsbürgermeister von der Oberen Kyll - darunter die aus den sechs Dörfern, deren Bürger nach Prüm wechseln wollen. Wie Cornelius Dahm aus Ormont.

Sein Fazit: "Gemischte Gefühle." Zwar sehe er es positiv, "dass es bis 2014 keine Zwangsfusion mit der VG Hillesheim gibt". Allerdings passe ihm gerade im Blick auf die Finanzlage der Oberen Kyll nicht, "dass es zumindest kurzfristig auch keine Möglichkeit gibt, kreisübergreifend mit der VG Prüm zu fusionieren". Und deshalb würden die Schulden der Oberen Kyll weiter wachsen. Er rechnet sogar mit einer weiteren Erhöhung der Umlage, die bereits jetzt an den 50 Prozent kratzt. Harald Schmitz, Ortsbürgermeister von Stadtkyll, rechnet vor, wie die Perspektiven hüben (Obere Kyll) und drüben (Prüm) sind: "Wir zahlen 897 000 Euro Umlage an die VG. In Prüm wären es 547 000, also 350 000 Euro weniger." Mit dem Ersparten wären die Schulden in wenigen Jahren abgebaut. Er habe es satt, jahrelang "mit dem Kinn über Wasser zu schwimmen" und bei "jedem Kanister Sprit für den Rasenmäher die Kommunalaufsicht fragen zu müssen". Stattdessen hätte er sich vom Gespräch gewünscht, "dass man sagt: So und so sind die Möglichkeiten - und wir können kurzfristig wechseln." Jetzt aber sei alles aufgeschoben. Ergebnis: "Alles für die Katz\'."
"Mehr als enttäuscht" zeigt sich auch Guido Heinzen, Gemeindechef in Schüller. "Es tut mir leid um die Zeit, die ich da verbracht habe." Er hätte sich Lösungsvarianten gewünscht, "egal, ob die weh getan hätten oder nicht. Wir wollen ja fusionieren." Allerdings stellt Heinzen auch klar, dass er für eine Gesamtfusion der Oberen Kyll ist, nicht nur für einen "Austritt" der sechs Dörfer mit Bürgerentscheiden. Wenn man allerdings sehe, dass man in Prüm tatsächlich eine finanzielle Perspektive habe, "dann liegt es auf der Hand, auch Gespräche mit Prüm zu führen".
Rainer Helfen (Jünkerath) will sich nicht äußern: "Nichtöffentlich ist nichtöffentlich." Ein weiterer Kollege will nicht mit Namen zitiert werden, freut sich aber darüber, dass zumindest eine Zwangsfusion vom Tisch sei. Trotzdem sei die Situation unbefriedigend: Man dürfe zwar mit Prüm verhandeln, der Kreistag werde aber einem Wechsel nicht zustimmen. Sein Fazit: Die ganze Arbeit, alle Verhandlungen bisher, seien "verplempert". fpl