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Alles kleiner und später am Bahnhofskreisel in Gerolstein

Alles kleiner und später am Bahnhofskreisel in Gerolstein

Die Gestaltung des Bahnhofskreisels in Gerolstein dauert deutlich länger als erwartet. Dass jetzt alles ein wenig abgespeckt wird, hat auch mit dem Thema Sicherheit zu tun.

So oder so ähnlich wie dieser Entwurf soll der neue Kreisverkehr an der Zufahrt zum Bahnhof gestaltet werden. Zeichnung: Melanie Stellmes, LBM Gerolstein Foto: (e_gero )

Gerolstein Seit mehr als einem Jahr fließt der Verkehr nun zügiger auf der B 410, weil die Ampelkreuzung an der Brücke zur Post und zum Bahnhof durch einen Kreisverkehr ersetzt wurde. Seit mehr als einem Jahr können die täglich rund 15 000 Auto- und LKW-Fahrer auf Gerolsteins Hauptverkehrsader nun aber auch beobachten, wie aus der Kreiselmitte Unkraut sprießt.
Denn: Die Gestaltung des Innenraums vom Kreisverkehr stockt. Stadtrat und Bauausschuss haben sich schon im Sommer vorigen Jahres auf ein Bahnhofsmotiv geeinigt. Es setzte sich die Meinung durch, dass neue Kreisverkehr auf Höhe des Bahnhofs dafür prädestiniert sei, auf die besondere Bedeutung der Eisenbahnanbindung Gerolsteins hinzuweisen. Schließlich spielt diese seit fast 150 Jahren eine wichtige Rolle für die Brunnenstadt. Mittlerweile macht der Bahnhof auch optisch wieder etwas her, ist doch das Empfangsgebäude generalsaniert worden. Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz sagte damals: "Das Bahnthema hat sich geradezu aufgedrängt." Es gab eine Endauswahl unter drei Motiven, und per Bürgervotum wurde im Spätsommer 2016 schließlich ein Vorschlag von Melanie Stellmes vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein ausgewählt. Danach soll das Rund mit Eisenbahnsymbolik gefüllt werden - unter anderem mit Signalen, Gleisen, Figuren von Bahnreisenden und einem Gerolstein-Schild. Davon zu sehen ist aber noch immer nichts. Der TV fragte den Stadtbürgermeister, wieso. Dessen Antwort: "Die Beschaffung der Original-Signale ist nicht ganz unkompliziert."
Ging Bongartz bis vor Kurzem dennoch von einem "baldigen Erfolg" aus, rudert er nun zurück und sagt: "Die Originalsignale sind fünf bis sechs Meter hoch und müssten daher, um stabil und sicher zu stehen, sehr tief und aufwändig einbetoniert werden. Aus Gründen der Sicherheit ziehen wir es nun vor, kleinere Modelle zu nehmen, die dann vielleicht noch 2,50 Meter hoch sind. Bei denen ist dann die Gefahr aber deutlich geringer, dass sie bei Wind umfallen."
Nun würden die Pläne nachgearbeitet und erneut im Bauauschuss beprochen. In der heutigen Sitzung steht das Thema allerdings noch nicht auf der Tagesordnung. Dennoch solle es nun zügig gehen. "Wir planen, dass wir das dieses Jahr noch hinbekommen - sofern die Witterung es zulässt."
Zunächst würden die konstruktiven Tragteile für die Signale und das Personenbild hergestellt und eingebaut, dann die Modelle verankert. Die Begrünung des Kreisverkehrs allerdings würde wegen der fortgeschrittenen Zeit ins Frühjahr 2018 verlegt.
Bislang hat der Kreisverkehr den Bund 370 000 Euro gekostet. Wie viel Geld die Stadt für die Innenraumgestaltung nun noch aufbringen muss, ist allerdings noch immer unklar. Der Bund stellt laut LBM dafür einen Pauschalbeitrag von 15 000 Euro zu Verfügung.
Alles, was darüber hinausgeht, muss die Stadt selbst tragen. "Wir sollten versuchen, damit hinzukommen", sagt der Stadtbürgermeister, der zudem darauf drängt, dass der neue Kreisel leicht zu pflegen sein soll. Schließlich gibt es bereits sechs Kreisel in der Stadt, beim Neubau der Hochbrücke sind weitere geplant.
Und in dem Zusammenhang äußert er auch einen Appell an alle Bürger: "Wer sich ehrenamtlich an der Pflege dieses und anderer Kreisel beteiligen möchte, soll sich bitte ans Rathaus wenden."