Natur: Als das Inferno hereinbrach

Natur : Als das Inferno hereinbrach

Das im Frühjahr von Starkregen und einer dadurch ausgelösten Überschwemmung heimgesuchte Sarmersbach war Ort einer Inforveranstaltung zum Thema Hochwasser. In mehreren Orten der VG werden Schutzkonzepte erstellt.

  Den 27. Mai 2018 werden die Einwohner der Gemeinde Sarmersbach wohl kaum jemals vergessen. Bis zum Nachmittag war der Sonntag in der kleinen Gemeinde ein schöner sommerlicher Tag. Am frühen Abend schob sich jedoch eine dunkle Wolke über den Ort und ließ ein Inferno los: Es schüttete wie aus Eimern, Hagelkörner, so dick wie Walnüsse donnerten herunter, durchschlugen Fenster und Dächer und richteten großen Schaden an. Der kleine, fast ausgetrocknete Sarmersbach schwoll innerhalb kurzer Zeit zu einem tosenden Fluss an, riss ganze Bäume und Erdmassen mit und überschwemmte das ganze Tal.

Durch den starken Regen wurde auch die Erde von drei Maisfeldern oberhalb des Ortes abgetragen. Eine braune Lawine bahnte sich den Weg ins und durchs Dorf und riss alles mit sich, was sich ihr in den Weg stellte.

Beim Energiehof Pauly wurde geschlagenes Holz von den Wasser- und Erdmassen in den Sarmersbach geschwemmt und kilometerweit transportiert. Bei Sandra und Andreas Gyr kam die braune Brühe ins Wohnzimmer geschwappt, der große massiv, gebaute Schuppen von Jacob und seinem Sohn Leo Gierden wurde total überschwemmt von der braunen Brühe. Das Haus von Christian Kuttler liegt zwar hoch, aber auch es wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. „Wir hatten gerade gegrillt, da fing es an. Wahnsinn, wie schnell das ging“, erzählt der 50-Jährige. Weit oberhalb wurde die Erde eines Maisfeldes abgetragen, die Brühe  floss auf das Grundstück von Kuttler hinab und hinein in die offene zweigeschossige Garage, riss alles mit sich und überschwemmte das Auto in der unteren Etage. „Die Feuerwehr Sarmersbach war nach meinem verzweifelten Hilferuf schnell da und räumte alles aus der Garage. Eine Woche lang war ich danach mit Aufräumen beschäftigt“, erzählt Christian Kuttler.

Im Rahmen des Dorffestes fand nun eine Informationsveranstaltung mit dem Hochwasser-Infomobil statt, wo über Hochwasserschutz- und Vorsorge informiert wurde. Ähnliche Schutzkonzepte sind seitens der Verbandsgemeinde auch für andere Orte in Arbeit und werden 2019 vorgestellt.

Bei der  Infoveranstaltung für die gesamte Verbandsgemeinde Daun zum Thema Hochwasserschutz, die passenderweise in Sarmersbach ist, gibt es vom Technischen Hilfswerk und Fachfirmen viele praktische Tipps, wie man Vorsorge betreiben und sich vor der Naturgewalt schützen kann – wie etwa mit einem Notdeich. Foto: Helmut Gassen
Praktische Tipps zum Hochwasserschutz und der Vorsorge mit Gerätschaften gab es vom THW und Fachfirmen zu sehen. Foto: Helmut Gassen

In Sarmersbach stellte das Technische Hilfswerk Daun technisches Gerät und Fahrzeuge für den Hochwassereinsatz vor und informierte über Umgang und Einsatz. Zudem gab es einen informativen Vortrag durch Mitarbeiter des Ingenieurbüros, das von der Verbandsgemeinde Daun mit der Erstellung eines Hochwasserschutz-Konzeptes beauftragt wurde. Das Fazit von Referent Volker Thesen: „Man muss sich darauf vorbereiten, dass solche Starkregenereignisse zunehmen werden. Aber jeder kann durch eigene Maßnahmen sein Grundstück schützen.“

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