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Alte Forderung nach neuer Laufbahn

Alte Forderung nach neuer Laufbahn

Der Sportverein (SV) Gerolstein, der über die größte und traditionsreichste Leichtathletik-Abteilung in der Region verfügt, wünscht sich eine Tartan-Laufbahn. Geschätzte Kosten: 500 000 Euro. Die in die Jahre gekommene Tennenbahn schrecke Nachwuchssportler ab, lasse keine Wettkämpfe zu und schränke den Trainingsbetrieb ein.

Gerolstein. Gerade erst hat der Stadtrat Gerolstein eine millionenschwere Prioritätenliste für Investitionen in den nächsten Jahren mit den Großprojekten Kindergarten, Areal Gerolsteiner Brunnen, Hauptstraße und Bahnhof beschlossen. Unter ferner liefen angesetzt, wenn auch bereits für das Jahr 2013, ist die Umwandlung der Tennenbahn in eine Tartan-Anlage rund um die Sportplatz in Gerolstein. Die grobe Kalkulation sieht Gesamtkosten von 500 000 Euro und eine Aufteilung zwischen Stadt (300 000 Euro) und Land (200 000 Euro) vor.
Keine Wettkämpfe möglich


Eventuell kommen aber noch andere Geldgeber ins Spiel, da auch Schulen in Trägerschaft des Kreises (St. Matthias-Gymnasium und Förderzentrum) als auch der Verbandsgemeinde (Grundschulen und Realschule plus) die Anlage nutzen.
Aber das ist noch Zukunftsmusik. Und solange der Sachverhalt nicht analysiert, die Finanzierung geklärt und die Gremien informiert seien, will sich VG-Bürgermeister Matthias Pauly (CDU) nicht äußern. Stadtbürgermeister Bernd May (parteilos) wiederum hat gesagt, dass er das Anliegen des SV erst einmal an die VG weitergeleitet habe. SV-Vorsitzender Georg Linnerth sagt: "Beim Bau des Rasenplatzes 1999 haben wir auf die Tartan-Bahn verzichtet, um den Sportplatzumbau nicht zu gefährden. Auch mit Sanierungsanliegen sind wir nie an die Stadt herangetreten, haben aber stets auf unser Anliegen aufmerksam gemacht - verstärkt seit anderthalb Jahren. Und jetzt erwarten wir eine konkrete Aussage, dass etwas passiert, denn es geht einfach nicht mehr." Leichtathletik-Abteilungsleiter Jochen Kowalinski fügt hinzu: "Wir wollen die Tartanbahn nicht aus Prestigegründen, sondern weil wir zum einen nicht mehr richtig trainieren können, da auf der Laufbahn das Wasser nicht mehr abläuft. Zum anderen können wir trotz unseres guten Rufs und trotz unserer großen Leichtathletikabteilung schon lange keine Wettkämpfe mehr austragen."
Eine Tartanbahn sei mittlerweile Standard, die Ausrüstung der Sportler darauf abgestimmt. Zudem hätten bereits einige Nachwuchssportler dem SV eine Absage erteilt oder den Rücken gekehrt - wegen der Anlage. "Ich kenne kein Mittelzentrum, schon gar nicht in der Region, das keine Tartan-Bahn hat", sagt Linnerth und verweist auf Daun und Hillesheim mit ihren Anlagen sowie auf Prüm und Kelberg, wo welche geplant oder im Bau sind.
Neben der reinen Laufbahn sind auch die Felder hinter dem beiden Toren mit Kugelstoßring und Weitsprunganlage in die Jahre gekommen. Nur die Hochsprungmatte ist vor nicht allzu langer Zeit neu gekauft worden, wird aber nur selten genutzt.
Kowalinski sagt: "Mit ihrem Lavasand unter den Schuhen ruinieren die Sportler schnell die teure Matte. Und auch der Anlauf ist problematisch."
Den SV-Leuten schwebt daher auch dort ein Tartan-Belag mit neuen Leichtathletikanlagen und einem Volleyball- und Basketball-Kleinspielfeld vor. Und auch zeitlich hat der SV so seine Vorstellungen. Linnerth sagt: "Ein Umbau in 2013/2014 wäre für uns akzeptabel." Und auch was die vermutlich geforderte Eigenleistung betrifft, gibt sich der Vereinsboss optimistisch - sowohl was einen finanziellen Betrag als auch Arbeitsleistung angeht.
Gesellschaftliche Leistung


Auf die Frage, wie er vor dem Hintergrund der Prioritätenliste und der Schuldenlast der Stadt die Realisierungschancen für das Sportplatzvorhaben bewerte, sagt Linnerth: "Wenn es bei den kostenträchtigen Projekten zu Verzögerungen kommt, und davon gehe ich aus, wird es finanziellen Spielraum geben - hoffentlich auch für unser Vorhaben."
Zum Stichwort Leistung macht Linnerth, ehemals Stadtbürgermeister von Gerolstein, dann auch noch eine Anmerkung: "Man muss auch sehen und anerkennen, was in einem so großen Verein wie dem SV Gerolstein - vor allem im Kinder- und Jugendbereich - gesellschaftlich geleistet wird."Extra

Der SV Gerolstein ist hinter dem TuS Daun der zweitgrößte Verein im Landkreis Vulkaneifel. Er hat 924 Mitglieder. Eine der größten Abteilungen ist die Leichtatletiksparte mit etwas mehr als 200 Mitgliedern, von denen 100 regelmäßig trainieren. - vor allem Kinder. Darüber hinaus nutzen auch Sportler anderer SV-Abteilungen die Anlage, ebenso wie Schulklassen und Nichtmitglieder. Beispielsweise fürs Sportabzeichen. Im vergangenen Jahr haben das knapp 300 Menschen auf dem Sportplatz des SV absolviert. mh