Alte Symbole, neue Wegweiser

Alte Symbole, neue Wegweiser

Die Wegekreuze in und um Birresborn sind jetzt mit Hinweistafeln versehen, die mehr Informationen bieten. Der Aktionskreis Birresborn hat die Geschichte der Kreuze recherchiert.

Birresborn. "Das ist eine gute Sache und hilft, Spuren unserer Geschichte, Spuren des Christentums wachzuhalten", lobt Pfarrer Gerhard Schwan aus Birresborn im Gespräch mit dem TV die Arbeit des Aktionskreises. Insgesamt 29 Kreuze haben die Mitglieder in dem Kyllort und seiner Umgebung gefunden und nach den Ursprüngen geforscht. Die Ergebnisse haben sie auf Schildern zusammengefasst und diese auf Basaltblöcken oder Stahlständern neben den Kreuzen befestigt.
Neben den erklärenden Texten finden sich auch sogenannte QR-Codes, mit denen Interessierte auf das Internet zugreifen können und dort weitere Informationen bekommen, wie etwa alte Bilder der Kreuze oder Hinweise auf die anderen Wegekreuze.
"Im Jahr 2014 haben wir mit unserer Aktionsgruppe angefangen, vorrangig mit der Idee, unser Dorf attraktiver zu machen", erklärt Petra Jung vom Arbeitskreis Birresborn 2014. "Wir haben in ungenutzten Schaufenstern ehemaliger Geschäfte Fotos und anderes ausgestellt und die alten Hausnamen im Dorf an die Häuser gehängt, bislang sind das rund 150 Namen", ergänzt Jung.
Die Recherchen zu den Namen sind nicht abgeschlossen und gestalten sich ähnlich schwierig, wie bei den Wegekreuzen. "Beim Kreuz an den Eishöhlen wissen wir, dass da jemand beim Mühlsteinschlagen ums Leben gekommen ist, aber über den Namen ist nichts bekannt", sagt Lorenz Brück, der sich seit vielen Jahren mit der Birresborner Geschichte beschäftigt. Das Kreuz mit der Jahreszahl 1754 "ist eine Nachbildung, weil das alte Kreuz 1980 verschwunden ist, das neue habe ich aus einem halben Mühlstein gehauen und das wurde dann 1990 bei der Einweihung der Mariengrotte aufgestellt", ergänzt Brück.
Die beiden ältesten Kreuze, das Monixkreuz und das Pestkreuz stammen aus den Jahren 1684 und 1686 und finden sich mitten im Ort. "An vielen Kreuzen wird regelmäßig gebetet", weiß Petra Jung. "Wir wollen altes Gut bewahren und etwas fürs Dorf tun", erklärt sie die Beweggründe der Aktion. Ähnlich sieht das auch Pfarrer Schwan: "Wenn man solche Denkmale, wie die Kreuze, verkommen lässt, verliert ein Dorf seine Geschichte." Mehr über die Birresborner Kreuze und ihre Entstehungsgeschichte findet sich auch auf der Internetseite der Gemeinde. aix

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