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Altenheim im Landkreis Vulkaneifel von Corona-Virus betroffen

Kostenpflichtiger Inhalt: Covid-19 : 14 Bewohner in Altenheim im Landkreis Vulkaneifel von Corona-Virus betroffen – Ein Mensch stirbt im Gerolsteiner Krankenhaus (Update)

Im Maternus Seniorencentrum Katharinenstift in Hillesheim (Landkreis Vulkaneifel) sind 14 der insgesamt 105 Bewohner und vier Pflegekräfte positiv auf das Corona-Virus getestet worden. 2009 war dort ein lebensgefährlicher Keim ausgebrochen.

Zwei Bewohner werden derzeit stationär im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth in Gerolstein behandelt. Das teilte die Kreisverwaltung am Samstag mit.

Die übrigen zwölf positiv getesteten Bewohner haben bisher keine oder nur sehr geringe Symptome. Zunächst ist das Corona-Virus bei einer stationär behandelten Bewohnerin sowie bei einer Pflegekraft nachgewiesen worden. Die positiv getestete Pflegekraft ist seither in häuslicher Quarantäne.

Im Rahmen des Kontaktpersonenmanagements wurden daraufhin von Seiten des Gesundheitsamtes bei 34 weiteren Bewohnern und acht Pflegekräften sofort Abstriche durchgeführt. Der betroffene Wohnflur wurde entsprechend in Quarantäne versetzt, um eine weitere Verbreitung zu minimieren. Die Bewohner standen seither unter besonderer Beobachtung. Alle nötigen Schutzmaßnahmen wurden in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt sofort umgesetzt.

Am Freitagabend hat das Gesundheitsamt die Testergebnisse erhalten: Bei insgesamt 14 Hausbewohnern und vier Pflegekräften wurde nach Angaben der Behörde das Virus bisher nachgewiesen. Die positiv getesteten Pflegekräfte befinden sich seit dem Bekanntwerden der Ergebnisse am Freitagabend in häuslicher Quarantäne.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Vulkaneifel war seit den frühen Morgenstunden des Samstags unter Leitung von Dr. Volker Schneiders mit mehreren Teams vor Ort in Hillesheim, um dort gemeinsam mit der Einrichtungsleitung weitere Wohnbereiche zu isolieren und alle bisher noch nicht getesteten 69 Bewohner sowie 83 Mitarbeiter zu testen. Die Angehörigen der Bewohner wurden seitens der Einrichtungsleitung informiert.

Bereits seit Mitte März wurden Besuche von außerhalb im Maternus Seniorencentrum Katharinenstift in Hillesheim auf das absolut Nötigste beschränkt, seit dem 12. März sind keine Besuche von außen mehr möglich. Ebenso sind gemeinschaftliche Aktivitäten oder Veranstaltungen bereits seit dem 20. März eingestellt.

Die Fallzahlen im Landkreis Vulkaneifel haben sich von Freitag auf Samstag nicht verändert. Bisher sind 82 Personen mit Wohnsitz im Landkreis Vulkaneifel positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Davon konnten 30 Personen die häusliche Quarantäne in der Zwischenzeit wieder verlassen.

Im Eifelkreis waren in der vergangenen Woche bereits acht der zehn Bewohner einer Senioren-WG in Bitburg, einem Wohnprojekt des Caritasverbands Westeifel, positiv getestet worden. Drei der älteren Herrschaften werden im Gerolsteiner Corona-Krankenhaus behandelt. Seit Freitag werden im Eifelkreis alle Bewohner und Mitarbeiter von Senioren- und Pflegeheimen auf Corona getestet. Ob im Vulkaneifelkreis ähnliche Maßnahmen geplant sind, ist bisher nicht bekannt.

Landrat Heinz-Peter Thiel ruft indes zu Solidarität auf: „Alle Sicherheits- und Schutzmaßnahmen wurden entsprechend eingehalten. Dennoch sieht man, wie heimtückisch und schnell das Virus sich verbreiten kann, vor allem bei unseren älteren Mitmenschen, die eine der Risikogruppen bilden“, sagt Landrat Thiel. „Die Nachricht, dass Senioren in Ihrer besonders behüteten und schutzbedürftigen Umgebung vom Corona-Virus erreicht wurden, macht mich sehr betroffen. Die, die wir gemeinsam mit der Senioreneinrichtung mit am stärksten behüten wollten, sind nun leider direkt betroffen. Wir wünschen allen, dass sie den Erkrankungen gut widerstehen. Halten Sie sich an die vorgegebenen Regeln, halten Sie Abstand. Ich weiß, dass das derzeit sommerliche Wetter dazu verlockt, Ausflüge zu machen oder gar Verwandte oder Freunde zu besuchen. Übernehmen Sie Verantwortung für andere, zeigen Sie sich solidarisch. Heute ist Weniger Mehr. Diszipliniertes Einschränken von Kontakten verzögert die schnelle Verbreitung des Corona-Virus und kann Leben retten. Schützen Sie sich und schützen Sie vor allem auch all die Menschen, die durch entsprechende Vorerkrankungen oder ihr Alter besonders jetzt gefährdet sind“, so der eindringliche Aufruf des Kreischefs.

Vor rund elf Jahren, Ende März 2009, war in dem Hillesheimer Haus eine eine lebensbedrohliche Keim-Erkrankung ausgebrochen. Einige Bewohner wurden intensiv-medizinisch in Krankenhäusern behandelt. Die erkrankten Bewohner litten unter Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Atemnot.

Indes ist am Sonntagabend bekannt geworden, dass ein 80-jähriger Patient aus dem Landkreis Vulkaneifel, der mit dem Corona-Virus infiziert war, am Sonntag im Marienhaus Klinikum Eifel in Gerolstein gestorben ist. Der Patient war bereits vorab mit Vorerkrankungen in stationärer Behandlung. Landrat Heinz-Peter Thiel zeigt sich betroffen von der Nachricht. „Mein Mitgefühl gilt der Familie, den Angehörigen und den Freunden des Verstorbenen“, so Thiel.