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Alter Berufsschul-Standort wird neu genutzt

Alter Berufsschul-Standort wird neu genutzt

Größter Brocken unter den Investitionsvorhaben des Kreises Vulkaneifel für das laufende Jahr ist der Umbau des ehemaligen Berufsschulgebäudes in Daun. Heute sollen in der Sitzung des Kreisausschusses die Aufträge für die Erd- und Rohbauarbeiten vergeben werden.

Daun. Die Kreisverwaltung hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Mit Beginn des Schuljahrs 2010/2011 soll die neue Mensa, die im ehemaligen Berufsschulgebäude entsteht, in Betrieb genommen werden.

Um das zu erreichen, müsste auch die Witterung mitspielen, damit möglichst schnell mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Heute soll in der Sitzung des Kreisausschusses mit der Vergabe der Erd- und Rohbauarbeiten ein weiterer Schritt hin zur Umsetzung des großen Bauprojekts gegangen werden. Nach Abschluss der Umbauten wird das Gebäude komplett vom benachbarten Thomas-Morus-Gymnasium (TMG) Daun genutzt.

Dieses geht seit Beginn des Schuljahrs 2009/2010 neue Wege, es entwickelt sich zum Ganztagsgymnasium (G8GTS), in dem die Schüler nach acht statt wie bisher neun Jahren Abitur machen können. Eine echte Ganztagsschule wird das TMG Daun ab dem Schuljahr 2011/2012 sein, wenn für die dann startenden siebten Klassen die Ganztagsschule verpflichtend sein wird.

In drei Schichten können 750 Schüler verpflegt werden



Zur Ausstattung einer solchen Schule gehört auch eine Mensa. Diese wird 250 Sitzplätze haben; in einem Dreischichtbetrieb könnten entsprechend ab dem kommenden Schuljahr 750 Schüler verpflegt werden. Rund 2,7 Millionen Euro kostet der Umbau, der nicht nur die neue Mensa umfasst, sondern auch die Einrichtung von Fachräumen für das TMG. "Alle Fachräume werden künftig unter einem Dach zu finden sein", erklärt der Leiter des TMG, Günter Bürkle.

Die Fachräume für Physik und Kunst würden schon im laufenden Schuljahr genutzt werden können, die für Biologie, Musik und Chemie ab dem kommenden. Der Umbau wird

mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II vom Land gefördert.

Obwohl das Thomas-Morus-Gymnasium Daun schon seit Jahren ein Ganztagsschulangebot auf freiwilliger Basis und den Einstieg in G8GTS vollzogen hat, gibt es bei vielen Eltern noch Informationsbedarf, wie Schulleiter Bürkle und die mit der Ganztagsschule beauftragten Lehrer Rudi Müller-Keßeler und Hubert Eiden festgestellt haben.

"Das in Rheinland-Pfalz eingeführte Modell des Abiturs nach acht Jahren mit verpflichtender Ganztagsschule von der siebten bis zur neunten Klasse hat nichts mit dem häufig so genannten ,Turboabitur' aus anderen Bundesländern zu tun", stellen sie klar.

"Die G8GTS-Schüler werden nicht weiter sein im Lehrstoff, sondern er wird stärker vertieft durch den Ganztagsunterricht."

Zudem sei es kein starres Modell: "Die Durchlässigkeit ist gewährleistet.

Schüler, die bei uns begonnen haben, können sich nach der sechste Klasse für G8GTS entscheiden oder wechseln. Andererseits können Schüler von anderen Schulen zum siebten Schuljahr am Thomas-Morus-Gymnasium einsteigen."

Aus Sicht der drei Lehrer haben beide Varianten (G 9 und G 8) nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. "Es ist gut, dass es eine Differenzierung des Angebots der beiden Gymnasien in Daun gibt. Damit wird auch der Schulstandort gestärkt", hebt TMG-Chef Günter Bürkle hervor. EXTRA Das Thomas-Morus-Gymnasium (TMG) Daun ist eines von 17 Gymnasien im Land, an dem die Schüler künftig nach acht Jahren Abitur machen können. In 5. und 6. Klasse gibt es die normale Orientierungsstufe wie in anderen weiterführenden Schulen, am TMG können die Eltern aber entscheiden, ob ihr Kind in die normale Halbtags- oder eine Ganztagsklasse geht. In den ersten beiden Jahren ist das Ganztagsangebot freiwillig, vom siebten bis einschließlich neunten Schuljahr ist es dann aber verpflichtend. Die Oberstufe (10. bis 12. Schuljahr) geht über volle drei Jahre. Bis 2017 werden das angestammte und das G8GTS-Modell am TMG nebeneinander herlaufen, dann wird dort in zwei Altersstufen gleichzeitig Abitur gemacht.