Altlast oder gewöhnliches Dreckloch

Müssen große Mengen Erde rund um die V 1-Fundstelle bei Zilsdorf ausgetauscht werden, da sie verseucht sind, oder kann das Loch einfach wieder mit Dreck verfüllt werden? Um diese Frage zu klären, hat gestern ein Experte Bodenproben genommen. Mit dem Ergebnis wird in einer Woche gerechnet.

Walsdorf-Zilsdorf. (mh) Der Eine kommt, die Anderen gehen: Gestern hat Geologe Gustav Kobberger von einem Spezialinstitut aus der Nähe von Frankfurt Bodenproben an der V 1-Fundstelle bei Zilsdorf gezogen, wo ein fassgroßer, aber leerer Treibstofftank und mehrere Hundert Kilogramm schwere Brocken des giftigen Amatol-Sprengstoffs gefunden wurden.

Entnommen wurde Erde an den Wänden und der Sohle des etwa zwei Meter tiefen Ausgrabungslochs, vom bereits ausgebaggerten Erdhügel sowie vom Dreck an den Sprengstoffbrocken. Aktuelle Ergebnisse gibt es aber noch nicht. Kobberger sagte: "Vor Ort kann kaum etwas bestimmt werden. Für eine exakte Analyse müssen die Proben im Labor untersucht werden. In etwa einer Woche wissen wir mehr."

Dann ist auch klar, ob der Boden großflächig abgetragen und als Altlast entsorgt werden muss, oder das Loch wieder mit dem Aushub und zusätzlicher Erde verfüllt werden kann. Die Frage, wer einen eventuell notwendigen Bodentausch und eine Bodenentsorgung bezahlt, ist laut Günther Linnertz von der Verbandsgemeindeverwaltung Hillesheim noch nicht beantwortet. Er sagte: "Das prüfen wir, sobald wir wissen, was zu tun ist und wie hoch die Kosten sind. Die Verbandsgemeinde sagt aber nicht: Damit haben wir nichts zu tun." Laut ADD hat grundsätzlich der Grundstückseigentümer die Kosten zu tragen.

Gemeinsam mit Kampfmittelräumer Frank Bender sowie Rainer Leuer von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Vulkaneifel hat sich Kobberger auf dem abgesperrten Areal nahe der drei Windkrafträder oberhalb von Zilsdorf umgesehen - und sich dann samt seiner gefüllten Plastikgefäße wieder auf den Nachhauseweg gemacht.

Das hat heute auch die Truppe des Kampfmittelräumdiensts vor, die seit fast einer Woche auf der Anhöhe campiert hat. Die Sprengstoff-Brocken und den Tank nehmen sie mit zum zentralen Lager für Fundmunition nahe Koblenz.

Anschließend wird die Ladung nach Munster weitertransportiert und dort entsorgt. Das sagte Horst Lenz, Leiter des Kampfmittelräumdienstes des Landes. Der Schutzzaun bleibt derweil stehen, bis klar ist, was an der Fundstelle noch zu tun ist. Die Sperrung der Kreisstraße 63 zwischen Betteldorf und Zilsdorf wird laut Kreisverwaltung Vulkaneifel noch heute aufgehoben.