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Am Bahnhof Gerolstein fehlt durchgend geöffnete öffentliche Toilette

Kommunale Infrastruktur : Debatte um öffentliche Toilette am Bahnhof Gerolstein nimmt Fahrt auf

Wer im Bahnhof Gerolstein ein WC besuchen möchte, sucht – je nach Uhrzeit – vergebens. Der Stadtrat möchte das ändern.

Angenommen, eine Reisegruppe aus Köln  kommt am Samstag um 15.05 Uhr am Bahnhof Gerolstein an, um dort ein Wanderwochenende zu verbringen. Der erste Weg führt für viele bei Ankunft  erst mal zu einer öffentlichen Toilette. Die Toilette im Bahnhof hat allerdings am Wochenende nur bis 15 Uhr geöffnet, Knapp daneben ist auch vorbei. Wochentags ist sie nur bis 17 Uhr zugänglich. Wohin sollen sich Besucher der Brunnenstadt  nun wenden? Gute Frage.

Die SPD-Fraktion im Gerolsteiner Stadtrat hält es für unabdingbar, im Bahnhofsbereich eine öffentliche Toilette anzubieten, die rund um die Uhr geöffnet ist. Fraktionschefin  Evi Linnerth hat nun einen Antrag zur nächsten Stadtratssitzung gestellt. Zwar gibt es noch keinen Termin für die Sitzung, aber der Antrag liegt nun dem Stadtbürgermeister und den Ratskollegen vor, die  schon mehrfach über das Thema diskutiert haben. Für Evi Linnerth ist die öffentliche Toilette für die Aufwertung des  Bahnhofsumfelds unverzichtbar und sie und ihre Fraktion wünschen sich eine klare Positionierung des Stadtrates dazu. „Ich komme mir schon vor wie die Toilettenbeauftragte. Aber für Gäste unserer Stadt, Besucher von Veranstaltungen, Radfahrer und Wanderer müssen wir diese Infrastruktur bieten“, sagt die Fraktionschefin, die  schon das Projekt „Nette Toilette“ angestoßen hatte (der TV berichtete).

Laut SPD-Antrag könne die Finanzierung aus Mitteln des Stadtumbaus erfolgen, da  die Attraktivität der Stadt damit gesteigert werden könne.

„Wir haben im Rat schon öfter darüber gesprochen. Am liebsten wäre mir eine solche Toilette im Bahnhofsgebäude. Die Notwendigkeit einer öffentlichen Toilette im Bahnhofsumfeld ist äußerst notwendig, wir unterstützen das ganz klar“, sagt Gotthard Lenzen, Vorsitzender der CDU-Fraktion  auf TV-Anfrage.

„Im Grunde fehlt eine öffentliche Toilette, da die vorhandene meistens geschlossen ist“, sagt Hans Hermann Grewe, Vorsitzender der UWG-Fraktion. Man müsse auch an die Folgekosten denken, eine Bezahltoilette wäre denkbar, so Grewe.

Die laufenden Kosten gibt auch Tim Steen zu bedenken. Der Fraktionschef von Bündnis 90/ Die Grünen  rechnet mit jährlichen Ausgaben von 15 000 Euro für die Stadt, die ja massiv unter Verschuldung leide. Die Öffnungszeiten der vorhandenen Toilette am Bahnhof sollten erweitert werden, das würde viel weniger Geld kosten. Und das gute Projekte „Nette Toilette“ könnte erweitert werden, findet Steen.

Viele Fragen sind noch offen, die Diskussion kann spannend werden.