Am Belag für den Elztal-Radweg scheiden sich die Geister

Am Belag für den Elztal-Radweg scheiden sich die Geister

Geplant ist er seit langem, aber erst im nächsten Jahr soll er auch endlich in Angriff genommen werden. Die Realisierung des Elztal-Radwegs von Monreal nach Uersfeld ist besonders dem Gewerbe- und Fremdenverkehrsverein Uersfeld und Umgebung (gufu) ein großes Anliegen, doch es gibt Probleme.

Uersfeld. Mit der Reaktivierung des sanierten Streckenabschnittes der Eifelquerbahn von Ulmen über Höchstberg, den Bahnhof Uersfeld nach Kaisersesch können durchaus mehr Gäste in die Elztal-Region kommen.

"Viele Gäste im Ferienpark, besonders die Niederländer, bringen ihre Fahrräder mit und können hier kaum fahren, da ihre Räder nicht für die Eifeler Topografie gerüstet sind. Es geht darum, dass die Gäste hier mit dem Fahrrad vor Ort ein Erlebnis haben und nicht jeden Tag mit dem Auto irgendwohin fahren müssen", argumentiert Werner Ritter, Vorsitzender des Gewerbe- und Fremdenverkehrsvereins Uersfeld und Umgebung. Auf dem neuen Elztal-Radweg sollen die Gäste die Sehenswürdigkeiten des Elztales erkunden und dabei natürlich auch den gastronomischen Betrieben in den Dörfern Geld in die Kasse spülen.

"Für die Region hat dieser Weg eine enorme Wichtigkeit, und es wäre die erste Radverbindung zwischen der Vulkanradroute und der Osteifel, also eine überregional bedeutende Verbindung", so Ritter.

Über Lirstal, Bermel, Niederelz nach Monreal mit Anbindungsschleifen von Berenborn über Retterath nach Lirstal und von Höchstberg nach Uersfeld soll der Elztal-Radweg führen. Frühester Baubeginn ist 2011, sagt Jürgen Lehnigk-Emden, Chef des zuständigen Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR) Mayen. Rund eine Million Euro soll dieser Streckenabschnitt von acht Kilometer Länge kosten. Vorgesehen ist aus Umweltschutzgründen eine hydraulisch-wassergebundene Decke (siehe Extra). Das ärgert Werner Ritter, der einen Asphaltbelag vorziehen würde. Er sagt: "Der Weg ist als familienfreundlicher Weg wichtig, da ist die richtige Oberfläche entscheidend. Wenn da nach zwei Jahren Schlaglöcher drin sind und sich Schotter sich löst, ist es für Kinder mit kleinen Fahrrädern sicherlich schwierig hier zu fahren." Zudem befürchtet er Schäden, wenn Traktoren den Weg ebenfalls befahren oder kreuzen.

Das DLR Eifel in Bitburg, das für den Streckenabschnitt von Oberelz nach Uersfeld zuständig ist, ist wegen der Trasse noch in der Beratung mit der Verbandsgemeinde Kelberg, die neben der Verbandsgemeinde Vordereifel Bauträger des Radweges ist. Klar ist nach Aussage von Jörg Savelkouls vom DLR Eifel Bitburg: "Wir werden einen Teil als Wirtschaftsweg mit Bitumen befestigen, andere Teilstücke, die durch das Elztal führen, allerdings nicht. Denn die Frage ist, wie das finanziert werden soll. Wir haben auch nur bestimmte Förderprogramme, die da einsetzbar sind". Ganz will Savelkouls aber die Hoffnung nicht nehmen. "Wir werden noch versuchen, mit anderen Partnern, wie dem Landesbetrieb Mobilität in Gerolstein, ein Trassenkonzept zu erstellen und sie auch fragen, ob sie noch etwas zur Finanzierung beitragen können." EXTRA Hydraulisch gebundene Tragdeckschichten (HGT) zeichnen sich durch ein naturnahes, schotterwegähnliches Erscheinungsbild aus. HGT sind im Gegensatz zu Asphaltdecken wasserdurchlässig. Sie werden oft für ländliche Wege eingesetzt, die bei jeder Witterung tragfähig sein sollen. HGT werden traditionell mit Zement oder hydraulischem Tragschichtbinder als Bindemittel hergestellt.