Am Ende ganz zufrieden

Nach den Turbulenzen in den vergangenen Jahren hat die Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel 2010 ein "normales" Geschäftsjahr hinter sich gebracht. Bilanzsumme, Kredite und Kundeneinlagen stiegen moderat, die Zahl der Mitarbeiter und Geschäftsstellen sowie der Gewinn blieben im Vergleich zum Vorjahr gleich.

Daun. Die Norm, der Durchschnitt, der Alltag: Was sich eher langweilig anhört, wird nach unruhigen Zeiten oder Krisen zum erstrebenswerten Ziel. Das ist bei internationalen Beziehungen nicht anders als bei privaten Partnerschaften oder eben in der Finanzwelt, die 2008 heftig durcheinandergewirbelt wurde: Und genau diese Normalität hat die Kreissparkasse Vulkaneifel 2010 erreicht - im zweiten Jahr hintereinander.

Start ins Jahr mit großer Skepsis



Und deshalb spricht Vorstandsvorsitzender Dieter Grau von einem "zufriedenstellenden Ergebnis". Er berichtet: "Wir sind mit großer Skepsis in das Jahr gegangen, haben eine deutliche konjunkturelle Delle mit all ihren negativen Auswirkungen erwartet. Aber letztlich hat sich nichts davon bewahrheitet."

In Zahlen drückt sich das so aus: Die Bilanzsumme der kleinsten, aber nach wie vor einer der erfolgreichsten Sparkassen in Rheinland-Pfalz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf rund 780 Millionen Euro. Auch das Kreditvolumen nahm um knapp drei Prozent auf rund 616 Millionen Euro zu. Während die Privatkredite um 2,1 Prozent stiegen, legten die Firmenkredite gar um 3,3 Prozent zu.

Für Grau untrügliches Zeichen für die konjunkturelle Erholung. "Viele Firmen investieren wieder und haben volle Auftragsbücher. Ihre Probleme liegen momentan eher darin, genügend Fachkräfte zu finden", weiß Grau aus etlichen Gesprächen.

Auch die Kundeneinlagen nahmen zu: um 3,8 Prozent auf rund 590 Millionen Euro. Das ist so viel wie während der Hochphase der Finanzmarktkrise Ende 2008, als etliche Neukunden das rettende Ufer der guten alten Sparkassen und Volksbanken gesucht hatten - bald aber wieder von dannen zogen.

"Diesmal handelt es sich aber um echten Zuwachs" sagt Grau, der für seine Bank auch wieder einen Gewinn ausweist.

Der wird sich wie schon 2009 bei 1,3 Millionen Euro bewegen (die Bilanz wird erst noch erstellt).
Bank will Gewinn ins Eigenkapital packen

Über die Verwendung dieses Geldes muss der Verwaltungsrat zwar erst noch entscheiden, die Spitze der Bank hat aber bereits konkrete Vorstellungen. Grau sagt: "Wegen der höheren Eigenkapitalanforderungen, die durch die Basel-III-Bestimmungen gelten, werden wir vorschlagen, das Geld dem Eigenkapital zuzuschlagen."

Aktuell hat die Kreissparkasse Vulkaneifel eine Eigenkapitaldecke von rund 75 Millionen Euro. 2006 waren es "nur" 59 Millionen Euro. Mit diesem Geld sichert die Bank riskante Kredite ab.
2011 soll Hauptstelle umgebaut werden

Gleich blieben die Zahl der Geschäftsstellen - 14 stationäre und eine fahrbare Filiale - und die der Mitarbeiter im vergangenen Jahr: 220 plus 20 Auszubildende. Und an dieser Philosophie will die Bank nach Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Dieter Grau "auch festhalten".

Eine große Herausforderung neben dem Kundengeschäft wird in diesem Jahr für die Bank der Umbau und die Aufstockung der Hauptstelle in Daun für veranschlagte fünf Millionen Euro sein.

Der Umbau soll im Mai beginnen und 2012 abgeschlossen sein.