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Am Ende von vier arbeitsreichen Jahren

Am Ende von vier arbeitsreichen Jahren

Sieben Bauprojekte innerhalb von vier Jahren, rund 1,3 Millionen Euro investiert und 100 Bürger, die mit angepackt haben: Die Rockeskyller haben die Einweihung ihrer neuen Dorfmitte gefeiert - und hatten allen Grund dazu.

Rockeskyll. Sie hätten sich keinen besseren Tag für ihr Einweihungsfest der neuen Ortsmitte aussuchen können: Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, haben die Rockeskyller sich und ihre neue Ortsmitte bei herrlichem Frühlingswetter mit Sonnenschein und strahlend blauem Himmel gefeiert. Hinter ihnen lagen vier arbeitsreiche Jahre, in denen sie - wie Verbandsbürgermeister und Schirmherr Matthias Pauly aufzählte - sieben beachtliche Maßnahmen realisiert haben: den Abriss der Hauses 42 im Dorfmittelpunkt sowie den Bau des neuen Vereins - und Jugendheims an gleicher Stelle, der Straßen- und Gehwegausbau der Hauptstraße (L27) in der Dorfmitte mitsamt der Herstellung des Buswende- und Festplatzes, die Erneuerung des benachbarten Kinderspielplatzes, der Bau des Sportheims, die Sanierung und der Umbau des Friedhofs, die Neugestaltung des Geo-Pfads rund um den Rockeskyller Kopf sowie der Neubau einer Holzbrücke über den Rockeskyller Bach. Alles in allem sind dafür rund 1,3 Millionen Euro investiert worden und davon gut 300 000 Euro Zuschüsse geflossen. Laut Schirmherr Pauly "gut angelegtes Geld, denn damit wurde und wird auch die Dorfgemeinschaft gestärkt". Damit spielte er auf die beachtlichen 4500 Arbeitsstunden Eigenleistung an. Ein Fest für Helfer und Familien

Der Scheck, den er mitgebracht hatte, sollte daher auch ausdrücklich nicht für eine weitere Baumaßnahme, sondern für ein "ausgiebiges Fest für die Helfer und ihre Familien" verwendet werden. Zudem gab er den rührigen Rockeskyllern, die mit ihrem Fleiß ja auch im Rathaus für reichlich Arbeit gesorgt haben, einen Rat mit auf den Weg: "Es darf nun auch wieder etwas ruhiger im Dorf werden, denn auch das tut einer Dorfgemeinschaft gut." In die gleiche Kerbe schlug auch der Ehrengast des Tages: der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD). Vor allem aber sprach er den Rockeskyllern seinen "herzlichen Glückwunsch" aus - über das, was geschaffen, und besonders, wie es erreicht wurde. "Eine so hohe Beteiligung wie hier habe ich selten erlebt. Das ist schon erstaunlich, und das ist es ja gerade, was das wunderbare Leben im Dorf ausmacht." Genau das war es auch, war Ortsbürgermeister Peter Bartlick so stolz und auch dankbar machte. Er sagte: "Ich freue mich, dass heute so viele Rockeskyller hier sind und bedanke mich ganz herzlich bei allen, die so fleißig mitgeholfen haben. Denn ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen."Zur Verdeutlichung nannte er Zahlen: Von den derzeit 282 Einwohnern haben sich rund 100 Bürger in ihrer Freizeit an den Projekten beteiligt. Pfarrer Hans-Peter Müssenich, der die neue Dorfmitte einsegnete, hoffte denn auch erstens, "dass der neue Spielplatz ja möglicherweise dazu beiträgt, dass es künftig wieder mehr Kinder in Rockeskyll gibt, denn in dieser Hinsicht sah es in den vergangenen Jahren ja etwas mau aus". Zweitens solle ihm Ortsbürgermeister Bartlick doch einmal verraten, wie er das hinbekommen habe, ein Drittel der Bevölkerung zu mobilisieren. "So viele Leute kriege ich jedenfalls sonntags nicht in die Kirche", sagte er schmunzelnd.Die Schaukel ist am besten - und der ganze Spielplatz

 Stolz und Freude (von links oben im Uhrzeigersinn): Auch Innenminister Karl Peter Bruch kam zur Einweihung des neu konzipierten Geo-Pfads rund um den Rockeskyller Kopf sowie der neuen Dorfmitte, wo Ortsbürgermeister Peter Bartlick (rechts) von den Planern und Architekten den Schlüssel fürs Vereins- und Jugendhaus entgegennahm und sich bei den Mitbürgern für ihr Engagement bedankte. Derweil hatten die kleinsten Besucher Spaß auf dem neuen Spielplatz. TV-Fotos: Mario Hübner (5)
Stolz und Freude (von links oben im Uhrzeigersinn): Auch Innenminister Karl Peter Bruch kam zur Einweihung des neu konzipierten Geo-Pfads rund um den Rockeskyller Kopf sowie der neuen Dorfmitte, wo Ortsbürgermeister Peter Bartlick (rechts) von den Planern und Architekten den Schlüssel fürs Vereins- und Jugendhaus entgegennahm und sich bei den Mitbürgern für ihr Engagement bedankte. Derweil hatten die kleinsten Besucher Spaß auf dem neuen Spielplatz. TV-Fotos: Mario Hübner (5)
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Erfreut haben die "Rockeskyller Köpfchen", die jüngsten Bürger (zwischen anderthalb und sechs Jahren), mit einem Tanz auf dem Festplatz, gefreut haben sie und ihre Altersgenossen sich vor allem über ihren neuen Spielplatz. So sagte die dreijährige Lotte, die mit ihren Freundinnen auf der großen Nestschaukel spielte: "Ich finde die Schaukel am besten. Und den ganzen Spielplatz." Dieser Meinung konnten sich die anderen Kinder, die rasch Rutsche, Karussell und Kletterstämme ausprobierten, guten Gewissens anschließen. Eine von Brigitte und Helmut Blinn zusammengetragene Schau im Dorfgemeinschaftshaus dokumentiert den Wandel Rockeskylls in den vergangenen vier Jahren. Sie ist nachmittags zu besichtigen. Meinung Rockeskyll lebt Was die Rockeskyller geleistet haben: Respekt! Dass mehr als ein Drittel der Dorfbevölkerung mit angepackt hat, sucht seinesgleichen. Es zeigt aber auch, was möglich ist, wenn ein Dorf an einem Strang zieht. Alles voran Ortsbürgermeister Bartlick ist dieser Grad an Mobilisierung zuzuschreiben. Mit seiner soldatischen Disziplin, seinem Fordern und seiner Beharrlichkeit hat er zwar den einen oder anderen anfangs "überfahren" und überfordert und sich nicht nur Freunde gemacht. Das Erreichte gibt ihm aber Recht: Erstens haben sich viele Bürger begeistern lassen, zweitens wird das investierte Geld so eine höhere "Rendite" bringen als auf der hohen Kante. Das Dorf ist zwar finanziell nicht mehr reich, aber: Rockeskyll lebt. m.huebner@volksfreund.de