Am neuen Jünkerather Bahnhof sind Kameras installiert worden.

Öffentliche Plätze : Augen für den Bahnhof

Am neuen Jünkerather Halt sind Kameras installiert worden. Auf der Strecke Köln-Trier ist er somit die einzige videoüberwachte Station.

Zum Abschluss der rund sieben Millionen Euro teuren Umbaumaßnahme des Jünkerather Bahnhofs in den Jahren 2015 bis 2017 wurden Mitte Juni die noch fehlenden Puzzle-Teile eingesetzt: Videokameras, die in den beiden Zugängen und an der Treppe zum Bahnsteig installiert sind. „Wir haben immer darauf gepocht, dass auch dieser Teil der Neustrukturierung des Bahnhofs seitens der Deutschen Bundesbahn eingehalten wird. Mit einiger Verspätung hat auch das nun geklappt, sagt Rainer Helfen, unter dessen Amtszeit als Bügermeister das „Projekt Bahnhof“ gestemmt wurde. Insgesamt fünfzehn Prozent der Umbaumaßnahmen musste Jünkerath nach Abzug von Landesförderungen und dem Anteil der Deutschen Bundesbahn tragen. Für die stationäre Videoüberwachungsanlage kommt noch einmal ein Anteil der Gemeinde von 40 000 Euro hinzu. „Das sind rund 50 Prozent der Kosten“, sagt Helfen. Es sei zwar bei weitem nicht der Fall, dass Jünkerath ein erhöhtes Sicherheitsproblem habe, sagt der Noch-Bürgermeister, über dessen Nachfolge noch nicht entschieden ist. „Doch ein ganz neuer Bahnhof braucht nach Ansicht der Gemeinde eine zeitgemäße Videoüberwachung.“ Die Schmierereien an den Wänden der unterirdischen Gänge (der TV berichtete), würden nun hoffentlich aufhören.

Wie die Anlage genau funktioniere, wisse er nicht, sagt Rainer Helfen. „Ich nehme an, es läuft ein Band mit, dass bei Bedarf kontrolliert werden kann.“

Zur Übermittlung der Aufnahmen aus dem Jünkerather Bahnhof oder auch zu ihrer Auswertung wollen sich weder die Bundespolizei Trier, bei der die Videobilder zusammenlaufen, noch die ausführende Firma Euromicron äußern, „Betriebsgeheimnis“, heißt es von dort lapidar. Fazit der Bundespolizei: „Mit dieser Maßnahme konnten Angsträume beseitigt und das Sicherheitsgefühl aller Reisenden verbessert werden.“

Nachfrage bei der Stadt Gerolstein, deren Bahnhof immer mal wieder wegen Gewalt- und Drogendelikten in die Schlagzeilen gerät. „Eine Videoüberwachungsanlage am Gerolsteiner Bahnhof wäre wünschenswert“ teilt der Dauner Polizeichef Alfred Haas, in dessen Bereich auch Gerolstein fällt, mit. „Doch dafür ist die Bundespolizei zuständig.“

Alles neu und sehr schick – und das soll auch so bleiben: Der Bahnhof in Jünkerath ist für sieben Millionen Euro komplett umgebaut und erneuert worden. Foto: Vladi Nowakowski

Auch Verbandsgemeindebürgermeister Hans-Peter Böffgen ist nicht abgeneigt, verweist aber darauf, dass es im Gerolsteiner Bahnhof, wenn auch nur partiell, bereits eine Überwachungsanlage gebe, die seitens der Verbandsgemeindewerke nach ihrem Einzug in das Bahnhofsgebäude installiert wurde. „Bis jetzt ist die Videoüberwachung auf den Innenbereich des Empfangsgebäudes beschränkt“, schreibt Werkleiter Harald Brück, „Aber allein das hat in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, Vandalismus zu verhindern.“ Bis dato werde der Außenbereich des Bahnhofs, der nicht Eigentum der Werke sei, nicht überwacht. „Nach Fertigstellung der geplanten Bahnsteigüberführung sollte die Videoüberwachung auch auf diese Bereiche erweitert werden.

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