Am Nürburgring wird heute der gemeinnützige Verein Nürburgring Akademie gegründet.

Wissenschaft : Der Ring als Wissenschafts-Standort

Alles unter einem organisatorischen Dach: Im neu gegründeten gemeinnützigen Verein Nürburgring Akademie wird die Zusammenarbeit von Hochschulen, Industrie, Teams und Rennstrecke gebündelt.

Nun kommen auch Studenten und Professoren an den Ring: Ab heute ist die vor 91 Jahren eröffnete Rennstrecke offiziell auch ein Standort für Lehre, Forschung und Technik rund um den Automobilsport.

Möglich macht das die Gründung des gemeinnützigen Vereins  „Nürburgring Akademie“, die an diesem Montag über die Bühne geht.

Seit Jahren und Jahrzehnten profitieren Handel, Tourismus und Gaststättengewerbe in der nördlichen Eifel von den Veranstaltungen auf der Nordschleife oder der 1984 neu geschaffenen Grandprix-Strecke. Seien es große Rennen, Open-Air-Konzerte oder Tests der Industrie.

Nun kommt eine neue Klientel ständig wechselnder Besucher und Absolventen hinzu, die den Ring als Wissenschafts-Standort aufwerten und Geld in die Kassen der Region spülen sollen.

Das Projekt wurde nicht aus dem Boden gestampft, sondern in jahrelanger Detailarbeit von Hochschulen und Forschungs-Instituten rund um das Thema Motorsport, Management und Technik vorbereitet. Alles begann mit Studiengängen Motorsport-Management der Hochschule Kaiserslautern/Zweibrücken und Motorsport Engineering“ der Hochschule Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern). Mittlerweile ist daraus ein ständig kooperierendes Netzwerk geworden.

Darunter gehört auch die Hochschule Trier auf dem Fachgebiet Maschinenbau/Fahrzeugbau mit dem Modul Motorsport Engineering. Hinzu kommen weitere Hochschulen und Universitäten, unter anderem aus Aachen, Remagen, Düsseldorf und Heidelberg. Dieses Netzwerk wird jetzt zusammengefasst in der Nürburgring Akademie.

Strategisch entwickelt für den Nürburgring hat das Thema Karl-Josef Schmitt, der das gemeinsame Anliegen so zusammenfasst: „Alle arbeiten letztendlich an denselben Zielen. Die Hochschulen im Bereich der Forschung und Lehre, die  Unternehmen der Branche mit ihren technischen Entwicklungen und der Motorsport als Anwender innovativer Technik. Deshalb war es uns ein Anliegen, diese Welten und Beteiligten am Nürburgring zusammen zu bringen.“ Schon bisher wurde die VIP-Lounge über der Start- und Zielgeraden mehr als einmal zum Hörsaal umfunktioniert.

Der Betreiber, die Capricorn Nürburgring GmbH, sieht seine Aufgabe nicht nur darin, Räume und die Rennstrecke zur Verfügung zu stellen. „Wir werden diese Entwicklungen aktiv unterstützen. Das gilt für Semester-Projekte, Bachelor-Arbeiten, Master-Arbeiten und Dissertationen“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Die neue gemeinsame Organisations-Struktur in Form des gemeinnützigen Vereins Nürburgring Akademie, der heute gegründet wird,  soll, so Schmidt, die „erforderlichen Ressourcen für die angewachsenen Kooperationen gewährleisten.“

Da mit weiteren Hochschulen bereits Gespräche laufen, könnte das Projekt eine gute Zukunft haben und eine neue Klientel am Ring zusammen führen.

Lernen aus der Praxis: Besuche von Unternehmen und Rennteams im Umfeld des Nürburgrings gehören für die Studenten mit zum Programm. Foto: TV/Nürburgring

Kongresse, Projekte, ständige Besucher und Austausche vor Ort bringen Menschen in die Eifel, die sich versorgen müssen, ein Dach über dem Kopf brauchen und - – mit etwas Glück – Nachhaltigkeit in Sachen Tourismus bewirken. Indem sie nämlich auch dann wiederkommen, wenn keine Studienzeit in der Grünen Hölle ist.

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