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Am Samstag wird in Birresborn der neue Bike-Park eröffnet.

Freizeit : In Birresborn fliegen wieder die Räder: Neuer Bike-Park wird am Samstag eröffnet

Die Flutkatastrophe des vergangenen Jahres hatte die Trainingshalle und das Außengelände der BMX-Kids in Birresborn zerstört. Am Samstag wird der neue Standort eröffnet – und der ist viel mehr als bloß eine Trainingsstätte.

Es ist eine dieser Geschichten, die man sich nicht besser ausdenken kann: Vor rund acht Jahren krempelten im Eifelort Birresborn einige Eltern ihre Ärmel hoch, um ihrem vom BMX-Sport begeisterten Nachwuchs eine angemessene Trainingsgelegenheit zu erbauen. BMX ist die Abkürzung für „bycicle motocross“. Für die spektakulären Sprünge, Salti und Drehungen, die die Sportler auf ihren kleinen Fahrrädern darbieten, brauchen sie Rampen verschiedenster Art.

Die Eigeninitiative des eigens aus der Taufe gehobenen Vereins „Woodstyle“ brachte eine erstaunlich große BMX-Gemeinde hervor. „Birresborn ist in der Szene inzwischen europaweit ein Begriff“, erzählt Guido Clemens, einer der Mitbegründer des Vereins. Es ist aber auch kein Wunder: Aus den „BMX-Kids“, die ihre ersten Tricks auf den von den Eltern errichteten Rampen ausprobierten, sind heute bekannte Vertreter des BMX-Sports geworden. Tom Clemens zeigt seine Tricks heute in der deutschen Nationalmannschaft, weiter acht Mitglieder des Vereins sind im rheinland-pfälzischen Landeskader vertreten.

Doch im Juli des vergangenen Jahres musste der auf rund 60 Mitglieder angewachsene Verein mitansehen, wie die Kyll sowohl die Trainingshalle, als auch das mit viel Herzblut eingerichtete Outdoor-Gelände überflutete und unter Massen von Schlamm begrub. „Große Teile sind unterspült und daher unbrauchbar“, sagt Guido Clemens. „Wir versuchen, einen kleinen Teil der Halle wieder herzurichten. Doch für einen BMX-Park, wie wir ihn für das Training brauchen, musste ein ganz neuer Standort her.“

Das rettende Angebot kam von der Ortsgemeinde Birresborn: Sie stellte den nicht mehr genutzten Tennisplatz ihres Sportparks zur Verfügung. Seit dem vergangenen Herbst wurde dort geschraubt, genagelt und gesägt, um für die jungen Sportler auf ihren fliegenden Fahrrädern die nötigen Rampen zu zimmern.

„Insgesamt haben wir dreißig Samstage damit verbracht, also ungefähr 800 bis 1000 Stunden Arbeit hineingesteckt“, rechnet Clemens vor. Finanziert wurde der neue BMX-Park aus Spenden von zahlreichen Unternehmen und Privatleuten aus der Region. „Das hätten wir nicht alleine stemmen können“, sagt Guido Clemens. Das Besondere am neuen Standort: „Er ist so gut gelungen, dass wir bereits die französische, die ungarische und die niederländische Nationalmannschaft bei uns zu Trainigseinheiten begrüßen durften.“ Und darüber hinaus kommt eine Bestätigung der besonderen Art vom Landessportbund: „Unser Platz ist zum Landesstützpunkt RLP im Bereich BMX-Freestyle ernannt worden“, freut sich Clemens.

Die Arbeiten an der 1300 Quadratmeter großen Anlage sollen baldmöglichst weitergehen, zum Teil solle sie überdacht werden. „Das aber erst, wenn es die Finanzen hergeben“, heißt es vom Verein. Eins der Ziele sei es, kleinere nationale Entscheidungen des BMX-Sports nach Birresborn zu holen.

„Der Sport ist außerhalb Deutschlands äußerst beliebt“, erzählt Clemens. Wettbewerbe im benachbarten Frankreich hätten bis zu 40.000 Zuschauer. „So groß wollen wir aber nicht werden“, sagt Clemens und lacht.

Hierzulande hielte sich die Begeisterung für den BMX-Freestyle noch in Grenzen, obwohl er bereits seit langen Jahren olympische Sportart sei. Aber was nicht ist, könne ja noch werden. Der kleine Verein aus Birresborn, in dem, bis auf einen 18-Jährigen, alle aktiven Sportler im Kindes- und Jugendalter sind, hat sich von der Flut nicht unterkriegen lassen und schaut nach vorn.