An der Geschichtsstraße im Kelberger Land soll eine historische Bockwindmühle errichtet werden.

Kultur : Ein Gemälde als Weckruf

In Uersfeld erinnert man sich wieder an den Plan, an der Geschichtsstraße eine historische Bockwindmühle zu errichten. Ein Ölgemälde von Johann Peter Allroggen spielt eine besondere Rolle.

Was die drei Männer an der Staffelei mit dem Bild der heutigen Uersfelder Kirche und der Bockwindmühle, wie sie bis weit ins 19. Jahrhundert hinein auf der Anhöhe oberhalb gestanden hatte, verbindet, ist ein Anliegen, das vor mehr als 20 Jahren in der Elztalgemeinde in aller Munde war. Seinerzeit bestand die gerade neu eröffnete Geschichtsstraße aus 15 Stationen (heute sind es um die 60). Die Nummer 15 ist der historischen Uersfelder Bockwindmühle gewidmet, die sich auch auf dem Wappen des Dorfes wiederfindet. An der Station wird eine Abbildung gezeigt, und es ist die Geschichte der Mühle aufgeschrieben. Danach ist ihr Kernmerkmal, dass das gesamte Mühlenhaus auf einem einzelnen dicken Pfahl steht, der senkrecht mit einem hölzernen Stützgestell (dem Namen gebenden „Bock“) verbunden ist. So kann die gesamte Mühlenmaschinerie mittels der Hebelwirkung eines Balkens in den Wind gedreht werden.

 „Ein Stein und eine Infotafel reichen heute aber nicht mehr aus, um Einheimische und Gäste anzuziehen“, meint Alfred Schuck, einer der drei eingangs erwähnten Männer. Seit der pensionierte Sonderschulrektor auf einer topografischen Karte der Rheinlande aus der Anfangszeit des 19. Jahrhunderts das Bockwindmühlensymbol im Bereich Uersfeld entdeckte, lässt ihn der Gedanke nicht mehr los, den fast vergessenen Plan zur Wiedererrichtung einer historischen Bockwindmühle wieder aufzugreifen. Mit ihm einer Meinung ist darin sein Freund Johann Peter Allroggen, Künstler mit Wohnsitz im Nachbarort Retterath. Dessen Beitrag zu Schucks Initiative ist ein Ölgemälde, das er nun dem Dritten im Bunde, dem Uersfelder Ortsbürgermeister Andreas Daniels, als Schenkung an die Ortsgemeinde überreicht.

„Ich betrachte das Gemälde als Weckruf“, erklärt Alfred Schuck, als er gemeinsam mit Allroggen und Daniels dem Trierischen Volksfreund die Idee vorstellt. Damit sei ein erster Schritt getan, die Öffentlichkeit für das Projekt zu sensibilisieren, erklärt er. Und freut sich, dass der Ortsbürgermeister sagt: „Die Realisierung ist durchaus möglich.“ Dazu sei zunächst ein Grundstückskauf von Privat in der Gemarkung „Op de Windmüll“ erforderlich. Ein Konzept wäre zu erstellen, Fördermittel wären zu beantragen.

Und dann müsse nicht unbedingt eine exakte Nachbildung gebaut werden, räumt Andreas Daniels ein. Es gebe auch die Möglichkeit, etwa eine der in Thüringen noch häufig anzutreffenden Bockwindmühlen zu erwerben, sie dort abzubauen und in Uersfeld wieder fachgerecht zu errichten.

Doch zuerst einmal soll das Gemäldegeschenk von Johann Peter Allroggen einen besonderen Platz erhalten. „Mein Favorit ist, dass es in unserem Erlebnismuseum ‚Nostalgikum’ präsentiert wird“, sagt der Ortsbürgermeister.

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