Anerkannt schön und mit steigendem Bekanntheitsgrad

Anerkannt schön und mit steigendem Bekanntheitsgrad

Kerpen hat in der jüngeren Vergangenheit den größten Bevölkerungsanstieg aller Dörfer im Hillesheimer Land verbucht: Lebten 1999 noch 417 Menschen in dem Burgdorf, waren es 2009 bereits 455. Das entspricht einer Steigerung um 9,1 Prozent.

Kerpen-Loogh. Kerpen ist ein schönes Dorf. Das wurde 1993 amtlich bestätigt, als die Gemeinde Bundessieger im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" wurde. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. "Ich denke, wir fahren die Früchte unserer Bemühungen ein. Wir wollten die alte Bausubstanz und den Charakter eines typischen Eifeldorfs erhalten und arbeiten daher eng mit der Dorferneuerungsbehörde zusammen. Das war anfangs ein holpriger Weg, und es sind auch einige abgesprungen", berichtet Rudolf Raetz, der seit 1994 Ortsbürgermeister von Kerpen ist und bereits zuvor Jahre im Ortsgemeinderat saß. Denn die Ziele lassen sich nicht mit Freiwilligkeit erreichen. Vielmehr hat die Doppelgemeinde, zu der auch das zwei Kilometer entfernte Loogh zählt, 1982 eine Gestaltungssatzung verabschiedet, die vorschreibt, was beim Neu- oder Umbau erlaubt ist und was nicht. Beispielsweise nur dunkle Dacheindeckung und eine Dachneigung von mindestens 38 Grad sowie keine Verklinkerung der Häuser. Was früher zum Teil als Gängelung empfunden wurde, wirkt heute anziehend. "Leute ziehen ja gerade nach Kerpen, weil der Ortskern so schön ist", glaubt der Ortsbürgermeister. So würden Häuser, die wegen eines Todesfalls plötzlich leerstünden, in der Regel schnell wieder verkauft. Und mehrfach hätten junge Leute, die zur Miete wohnten, die Immobilie erworben und umgebaut. Erst kürzlich hat die Gemeinde wieder zwei Objekte in der Ortsmitte verkauft. Raetz sagt: "Ich denke, dass der Wohnort Kerpen immer beliebter wird." Dabei ist es um die Infrastruktur im Dorf gar nicht so gut bestellt. Gut, Bauland ist noch vorhanden, aber es gibt weder einen Kindergarten noch eine Schule, und der Dorfladen hat vor gut fünf Jahren geschlossen. Doch vor allem das im Jahr 2000 eröffnete Kleine Landcafé, das dank Kulturprogramms Gäste selbst aus dem Köln-Bonner Raum anlockt, sowie der Eifelsteig und der Eifel-Krimi-Wanderweg, die beide viele Gäste durch den Ort führen, haben zur Bekanntheit des Burgdorfs beigetragen. Und daher ist Raetz "zuversichtlich, dass wir unsere Einwohnerzahl halten können". mh