1. Region
  2. Vulkaneifel

Angebot der Interessengemeinschaft "Karneval digital" wird angenommen

Brauchtum : Narren nehmen digitales Karnevals-Angebot aus der Vulkaneifel gut an

Die Interessengemeinschaft „Karneval digital“ hat offensichtlich bei den Narren einen Nerv getroffen: Ihre Internetseite hat 100 000 Aufrufe in nur zwei Monaten und auch in den sozialen Netzwerken rücken die Jecken zusammen.

Seit dem Start der Karnevalssession 20/21 am 11. November feiern die Karnevalsvereine der Vulkaneifel virtuell – und haben damit ziemlichen Erfolg. „Die Website www.eifel-karneval-digital.de hatte in den vergangenen zwei Monaten mehr als 100 000 Aufrufe, bei Instagram haben wir die Tausender-Marke geknackt und auf Facebook folgen uns 1500 Teilnehmer“, sagt Fabian Mohr, Pressesprecher der Interessengemeinschaft (IG) „Karneval digital“ .

Inzwischen haben sich unter ihrem Dach 22 Vereine zusammengeschlossen, die sich von der Corona-Pandemie die Laune nicht vermiesen lassen wollen. Da sämtliche Sitzungen und der Straßenkarneval in der fünften Jahreszeit gestrichen sind, können sich die Närrinnen und Narren ihre tägliche Portion Frohsinn völlig virenfrei im Netz abholen.

Und es sind nicht nur die Pappnasenträger in der Region, die sich hinzuschalten - auch die Karnevalshochburgen rund um die Eifel empfangen die Signale. Selbst die musikalische Führungsriege der kölschen Stimmungsmacher wie die Bläck Fööss, die Höhner, die Paveier, Cat Ballou und Kasalla und andere senden über die Website Videobotschaften in die Eifel.

„Auf die hohe Anzahl unserer Zuschauer und die Grußbotschaften aller kölschen Karnevals-Bands und -Künstler sind wir sehr stolz“, sagt Fabian Mohr. Die IG sei über die hohe Resonanz begeistert: „Mit den vielen Videobeiträgen der teilnehmenden Vereine entsteht nach und nach ein buntes und vielfältiges Programm für die Jecken.“ Tanja Leclaire-Dederichs, Teil des Organisations-Teams, fügt hinzu: „Die Eifel wächst karnevalistisch-digital zusammen. So können wir in diesen nicht so leichten Zeiten ein wenig Zusammenhalt leben und spüren.“

Ein Blick auf den Live-Stream des Jahresauftakts vom vergangenen Donnerstag zeigt, dass auch virtuelle Kappensitzungen durchaus ihren jecken Zweck erfüllen. Zur Videokonferenz haben sich mehr als vierzig kostümierte Karnevalisten zugeschaltet, hinter ihnen bestimmen Luftschlangen und bunte Dekorationen das Bild.

Es wird viel gelacht und selbstverständlich platt gesprochen - zwischendurch sorgt Frank Steil aus Wallenborn mit musikalischen Beiträgen für Stimmung. Als Gäste kommen Landrat Heinz-Peter Thiel, Thomas Klassmann von der Volksbank RheinAhrEifel und Alois Manstein von der Kreissparkasse Vulkaneifel hinzu.

Sie betonen alle, wie wichtig das Ehrenamt für den Zusammenhalt in der Eifel sei - Landrat Thiel, der sich für die Live-Schalte eigens ein paar Luftschlangen als Schal umgeworfen hat, ist angetan: „Dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel für die Kreativität in der Region.“

Die Live-Schalte bietet auch ein Forum für die Diskussion, wie es mit dem Karneval in naher Zukunft weitergehen soll. „Wir planen bereits eine digitale Umsetzung des Rosenmontags“, sagt Fabian Mohr. Aber auch eine Live-Veranstaltung am Karnevalssamstag solle stattfinden, fügt der Pressesprecher der IG hinzu. Es bleiben am Ende noch einige Fragen, auf die der Zusammenschluss der 22 Karnevalsvereine auf die Schnelle Antworten braucht.

 Das närrische Treiben in der Session 20/21 findet wegen der Pandemie im Netz statt. Die Karnevalisten der Vulkaneifel heben dazu eine Plattform aus der Taufe, auf der Videobeiträge von bisher insgesamt 17 Vereinen der Region gezeigt werden. Moderiert werden die Sendungen von Tanja Leclaire-Dederichs (von links), Udo Nöllen und Thomas Stolz.
Das närrische Treiben in der Session 20/21 findet wegen der Pandemie im Netz statt. Die Karnevalisten der Vulkaneifel heben dazu eine Plattform aus der Taufe, auf der Videobeiträge von bisher insgesamt 17 Vereinen der Region gezeigt werden. Moderiert werden die Sendungen von Tanja Leclaire-Dederichs (von links), Udo Nöllen und Thomas Stolz. Foto: IG Karneval digital

„Wir erreichen noch zu wenige ältere Menschen, einfach deshalb, weil sie sich in der virtuellen Welt eher wenig bewegen. Ein Problem, für das wir eine Lösung finden wollen“, erzählt Mohr. Nachgedacht wird auch darüber, ob es in diesem Pandemie-Jahr Orden und Pins geben soll - und, falls ja, wie sie verliehen werden können. Und: „Da alle Umzüge gestrichen sind, stellt sich die Frage, ob wir auf anderem Wege Süßigkeiten an Kinder verteilen sollen“, sagt Fabian Mohr. „Da arbeiten wir noch dran.“