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Arbeit für den Frieden

Arbeit für den Frieden

Unter der Leitung von Stabsfeldwebel Georg Schwendemann, gleichzeitig Kreisvorsitzender, reisten ein Dutzend Reservisten aus der Kreisgruppe Gerolstein mit Verstärkung von drei aktiven Soldaten des Führungsunterstützungsbataillons 281 aus Gerolstein zu einem Arbeitseinsatz nach Frankreich.

Gerolstein. (red) Im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurden auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Chestres Bau- und Pflegearbeiten durchgeführt. Für diesen Arbeitseinsatz hatten sich die Reservisten aus der Eifel Urlaub genommen. Die aktiven Soldaten wurden von ihrem Kommandeur für diesen Arbeitseinsatz freigestellt. Neben der personellen gab es auch materielle Unterstützung durch das Führungsunterstützungsbataillon 281. Auch eine namhafte Firma aus Landscheid unterstütze diesen Arbeitseinsatz mit Arbeitsmaterialien.Hauptaufgabe der Gruppe waren die Arbeiten zur Neugestaltung des Gemeinschaftsgrabes. Dieses wurde 1975 eingerichtet. In diesem Gemeinschaftsgrab sind 969 Soldaten beerdigt, davon 873 unbekannt. Hier mussten erst die alten Betonfundamente entfernt, neu eingeschalt und wieder gegossen beziehungsweise neu eingesetzt werden. Von dieser harten und körperlich sehr anstrengenden Arbeit überzeugten sich in der ersten Woche der Stabsoffizier für Reservistenarbeit im Landeskommando Rheinland-Pfalz, Oberstleutnant Andreas Meunier, sowie der stellvertretende Landesvorsitzende der Landesgruppe Rheinland-Pfalz im Reservistenverband, Oberstleutnant der Reserve Josef Heuzeroth.Gedenkfeier für die Toten aller Nationalitäten

Bei einer kleinen Feierstunde gedachten die Teilnehmer des Arbeitseinsatzes und Besucher der Toten aller Nationalitäten und aller Kriege. In seiner Ansprache würdigte Oberstleutnant Meunier die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und insbesondere der vor Ort tätigen Reservisten und aktiven Soldaten. Oberstleutnant der Reserve Heuzeroth sprach seinen Dank im Namen der Landesgruppe Rheinland-Pfalz aus und wünschte, dass in Zukunft noch mehr, besonders junge Reservisten diese Arbeit für den Frieden verrichteten.Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Chestres sind 1843 Kriegstote des Ersten Weltkrieges beerdigt, davon 874 in Einzelgräbern. Auch fünf Angehörige des jüdischen Glaubens liegen hier begraben. Sie erhielten anstelle eines Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Nur wenige Meter entfernt liegt ein französisches Gräberfeld mit 2476 Gefallenen, darunter auch Angehörige der tschechischen Legion, Russen und Belgier, die im ersten Weltkrieg an der Seite der Alliierten gegen die Deutschen kämpften.Es wurde allerdings nicht nur hart gearbeitet; am Wochenende lernten die Teilnehmer Land, Leute und Kultur kennen. Fahrten führten nach Sedan, Reims und Verdun. In Sedan besuchten die Gäste erst das größte Fort in Europa, Chateau Fort de Sedan, in Reims die berühmte Kathedrale. Nachmittags gab es einen Stadtrundgang mit einer Besichtigung in einer Champagner-Fabrik. Nach Rückkehr zur Unterkunft auf dem Truppenübungsplatz in Moumelon hatten die Reservisten und aktiven Soldaten des Arbeitskommandos noch die Möglichkeit, diverse ausgestellte Panzer aus den beiden letzten Weltkriegen unter fachkundiger Führung von französischen Soldaten des 501. Panzerregimentes zu besichtigen. Nach der Rückkehr in die Eifelkaserne erhielten die Teilnehmer vom Kreisorganisationsleiter im Reservistenverband, Michael Heinz, eine Dankurkunde für den Arbeitseinsatz.