Archäologischer Förderverein Duppach hat Ergebnisse der aktuellen Grabungen vorgestellt

Archäologischer Förderverein : Aktuelle Grabungen in Duppach: Pfahlbauten und eine römische Straße

Der Archäologische Förderverein Duppach hat Ergebnisse der aktuellen Grabungen vorgestellt. Neben Spuren eines weiteren Pfahlbaus und einer Werkstatt ist man auf eine Straße gestoßen.

Offener kann ein Denkmal nicht sein: An den Rändern der drei frisch ausgehobenen Grabungsfelder auf dem Acker „Auf Bremscheid“ stehen Dutzende Besucher und lassen sich vom Kölner Archäologen-Team die aktuellen Funde erklären. Drei Wochen lang hat eine zwölfköpfige Truppe aus Helfern, Archäologen und auch Schülern des St.-Matthias-Gymnasiums Gerolstein in Begleitung eines Geschichtslehrers hartnäckig, aber äußerst vorsichtig gebuddelt, um Spuren des römischen Lebens in der Eifel zu dokumentieren.

„Es wurde selbstverständlich nicht zufällig an eben diesen Stellen gegraben“, erklärt Maria Surges vom Förderverein. „Dank geomagnetischer Untersuchungen des Ackers wussten wir bereits im Vorfeld, dass wir hier auf etwas stoßen werden.“

Doch auf den spektakulärsten Fund war das Projekt-Team nicht vorbereitet. Seit 2002 haben Archäologen dem Duppacher Acker immer wieder Besonderes entrissen und haben damit wichtige Erkenntnisse über die Römerzeit gewonnen: Zwei monumentale Grabdenkmäler mit beeindruckenden Skulpturen wurden bei der ersten Grabung ans Tageslicht befördert, unter anderem auch der steinerne Greifenkopf, ein europaweit einzigartiger Fund. Nach und nach kam in den Folgejahren eine gesamte römische Villenanlage zum Vorschein.

Und nun das: Neben Spuren eines weiteren Pfahlbaus und einer Werkstatt samt dem Fund eines Wasserbeckens stieß die Grabungsmannschaft unter der Projektleitung von Peter Henrich auf eine Straße. „Das ist jedoch nicht irgendeine Privatstraße“, erklären die Grabungsleiter Johanna Steffestun und Gabriel Heeren. „Sie ist sechs Meter breit und in verschiedenen Schichten angelegt, die rund 1,50 Meter hoch sind.“ Vier Gespanne hätten die Straße nebeneinander befahren können, sagt Johanna Steffestun: „Das ist eine richtige Autobahn.“

Man müsse den Fund in den kommenden Wochen noch auswerten, sagt die Archäologin. „Doch wahrscheinlich haben wir etwas von überregionaler Bedeutung gefunden. Unserer ersten, vorsichtigen Arbeitshypothese nach könnte es ein Teil der Straße von Trier nach Köln sein, die wir hier nicht vermutet haben.“

Besonderer Fund an der Ausgrabungsstelle bei Duppach-Weiersmühle: Das Archäologen-Team um Johanna Steffestun und Gabriel Heeren ist auf die Reste einer sechs Meter breiten Straße gestoßen. Foto: Vladi Nowakowski
Er hat die Duppacher Grabungen bekannt gemacht hat: der Greifenkopf. Eine Replik steht seit 2012 auf dem Gelände. Foto: Stephan Sartoris. Foto: e_daun <e_daun@volksfreund.de>

Wer sich nach Duppach aufmacht, um die besondere Entdeckung zu besichtigen: Die Funde sind dokumentiert, werden abgedeckt und wieder zugeschüttet. „Wir stehen auf einem Acker, den der Eigentümer wieder nutzen will“, sagt Gabriel Heeren. „Außerdem bleiben die Reste der Straße auf die Art besser erhalten, als wenn sie offen liegt.“

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