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Walsdorf: Ist in der Vulkankuppe ein Burgkeller verborgen?

Heimat : Ist in der mächtigen Vulkankuppe ein Burgkeller verborgen?

Der Arensberg oder auch Arnulfusberg bei Zilsdorf (Landkreis Vulkaneifel) ist viele Millionen Jahre alt. Von einer Burg, einer Kirche oder gar dem Friedhof ist heute nichts mehr zu sehen. Denn der Abbau von Basaltgestein hat den Berg über die Jahre verändert.

Ältere Bewohner wissen es genau und erzählen es auch ihren Kindern und Enkeln: Dort im Berg, unter Gesträuch und Gestein, befindet sich ein großer Burgkeller. Noch ist er nicht gefunden, aber derjenige, der ihn entdeckt, wird reich belohnt. Denn er ist voll von Gold, reichen Schätzen und mächtigen, mit Wein gefüllten Fässern.

An der Straße hinter Zilsdorf im Landkreis Vulkaneifel führen Schilder zum Arensberg oder auch Arnulfusberg. Eine mächtige Vulkankuppe ist er, entstanden vor zig Millionen Jahren.

 Die ehemalige katholische Pfarrkirche auf dem Arensberg in einer Ansicht um 1700 – erschienen 1928 in Ernst Wackenroders Werk „Die Kunstdenkmäler des Kreises Daun“.
Die ehemalige katholische Pfarrkirche auf dem Arensberg in einer Ansicht um 1700 – erschienen 1928 in Ernst Wackenroders Werk „Die Kunstdenkmäler des Kreises Daun“. Foto: Verlag Schwann

Heute gelangt man durch einen Stollen in einen riesigen Felsenkessel, geschaffen durch den Abbau des Basaltgesteins. Daher ist der Berg nun deutlich kleiner als früher. Heute bietet sich im alten Steinbruch ein be­eindruckender Blick in das Innere eines erloschenen Vulkans. Inter­essant dabei die typischen vulkanischen Säulenformen und glitzernde Minerale an vielen Abbaustellen. Am Grund des Kraters lässt sich ein Labyrinth aus Basaltbrocken durch­schreiten oder an den Felswänden nistenden Greifvögeln zuschauen.

Als der Heilige Arnulfus als Eremit in der Eifel lebte

Durch den Basaltabbau verschwanden jedoch zahlreiche Re­likte aus römischer und mittel­alter­licher Zeit. Dabei wich auch eine alte Wallfahrtskapelle von 1182 dem Steinbruch. An sie erinnert heute die kleine Kapelle am Wegesrand. Nur mehr Reste eines uralten Kreuz­wegs mit seinen Bet­stationen sind vorhanden. Die ehemalige Kirche, sehr wahrscheinlich auf den Fundamenten eines römisch-keltischen Tempels errichtet, war dem Heiligen Arnulfus geweiht. Der Sage nach soll sie im 7. Jahrhundert erbaut worden und damit wohl eine der ältesten Kirchen im Eifelraum gewesen sein. Weiter will die Volks­überlieferung wissen, der Heilige habe dort lange als Eremit gelebt. Um das Jahr 1000 stand das Kirchlein unter dem Schutz der Trierer Abtei St. Maximin, während die weltlichen Herren die Burgherren von Daun waren. In alten Zeichnungen befindet sich die Kirche auf halber Höhe des Bergs und ist als stattliches, weithin sichtbares Gottes­haus charakterisiert.

Die Arnulfuskapelle war über Jahrhunderte die Pfarrkirche für Walsdorf und Zilsdorf. Noch 1719 steht geschrieben, dass sie vier Altäre und Reliquien des Heiligen Arnulfus besaß. 1825 wurde sie wegen Bau­fälligkeit abgerissen. Drei Jahre später erhielt Walsdorf mit seinen heute rund 900 Einwohnern eine eigene Pfarrkirche, immer noch dem Kirchenpatron Arnulfus geweiht. Für diesen Neubau wurde teilweise das Material der alten Kirche vom Arnulfusberg verwendet. Auch ihr Inventar hat man größtenteils in die neue Pfarrkirche übertragen.

Zilsdorf ist seit dem Jahr 1974 ein Ortsteil von Walsdorf. Vier Glocken rufen die Gläubigen zum Gebet in die Kirche, wobei die älteste, die „Arnulfusglocke“ mit der Inschrift: „Sankt Arnolt heischen ich“, aus dem Jahr 1594 stammt. Sie hing schon im Turm der alten abgerissenen Kirche am Arensberg.

Bis 1870 wurden die Toten von Walsdorf-Zilsdorf noch auf dem uralten Friedhof am Berg bestattet. Als sich aber der Basalt­steinbruch immer mehr ausdehnte und die Trümmer der Kirche mitsamt dem Kirchhof verschwinden ließ, retteten die Einwohner die Gebeine ihrer verstorbenen Vorfahren und überführten sie 1928 auf den neuen Friedhof in Walsdorf.

Stand auf dem Arensberg bei Walsdorf früher die Burg Spiegelburg?

Weiter wird vermutet, dass der Arensberg Standort der verschwundenen Burg Spiegelburg und die ehemalige Arnulfuskirche deren Burgkirche war. Mehrere Ritterfamilien und Kirchen­pröpste mit Namen „von Spigilberg“ sind im 13. Jahrhundert urkundlich nachweisbar. Beim Abbau des Basaltgesteins wurde eine Fülle mittel­alterlicher Mörtelmauern und Keramik festgestellt und bei Grabungen 1927 die Fundamente eines Turms und weiterer Gebäude entdeckt. So ist in alten Dokumenten auch mehrmals die Bezeichnung „Spiegelberg“ für den Arensberg aufgeführt. Die Spitze des Bergs hieß „auf der Spiegelburg“.

1395 trug Johann von Daun Erzbischof Werner von Falkenstein ein Lehen auf – unter anderem „den berg by Kerpen gelegen, genant Spiegelberg, und waz zu demselben berge und hofe gehöret“. 1587 wird von einem „Pastor auf St. Arnolfsberg oder Spiegelberg, wo von altersher ist ein Schloß gewesen“ geschrieben. Als das Geschlecht dieser Herren von Spigilberg ausstarb, verfiel auch deren Burg. Aber noch seien deren Keller­gewölbe irgendwo im Berghang verborgen, heißt es. Und sie würden warten auf den, der sie ausgrabe und darüber sehr ver­mögend werde.