Aristokratisches Gestreusel

Aristokratisches Gestreusel

DAUN. (HG) Fester Bestandteil des Vereinslebens beim Männergesangverein Daun 1850 ist die alljährliche Wahl des Bohnenkönigs beim Dreikönigstreffen. Der neue Mann für 2005 ist Gerd Fallaschinski.

Musik und Traditionen beherrschen das Vereinsleben von Dauns ältestem Verein. Vor 155 Jahren gegründet, ist der Männergesangverein Daun 1850 auch heute noch eine der kulturellen Säulen der Kreisstadt. Die alte Tradition, am Dreikönigstag den Repräsentanten des Vereins zu wählen, ist für den Verein nach dem Festgottesdienst in der St.-Nikolaus-Kirche und dem Herrenessen aber nicht nur eine Regularie. Die "liebenswerte Wahl des Bohnenkönigs" sei auch eine Verpflichtung für den Kontakt zu anderen Vereinen, zur Wahrung des gesellschaftlichen Standes des Vereins in der Stadt und zur Stärkung der Gemeinschaft im Verein, sagt Vereinsvorsitzender Klaus Hein. Es werde jedes Jahr schwerer, einen Kandidaten zu finden, aber Klaus Hein habe es in stiller Arbeit hinter den Kulissen doch immer geschafft, zumindest einen Bewerber für das Amt des Bohnenkönigs zu präsentieren. Einige Stücke Streuselkuchen dienen dazu, den Bohnenkönig zu küren. Denn wer von den Kandidaten nach dem ausgedehnten Herrenessen im Kreis der Vereinsmitglieder in einem Kuchenstück die begehrte Bohne findet, ist der neue Bohnenkönig und bekommt von Klaus Hein die prachtvolle Amtskette umgehängt. War dies in den vergangenen Jahren oft eine symbolische Handlung, da sich nur ein Kandidat zur Verfügung stellte, konnte Hein diesmal, weil wohl auch manchen Vereinsmitgliedern die Einzelwahl nicht schmeckte, wieder eine "echte Wahl" vollziehen. "Es ist ein Wunder eingetreten, wir haben zwei Aspiranten. Das ist ein gutes Zeichen und der Beweis dafür, dass bewährte Tradition sich durchsetzen kann, wenn jeder Einzelne in der Gemeinschaft sich in die Pflicht nehmen lässt. Denn es ist wichtig, dass dieses Element der Vereinstradition erhalten bleibt, ja, sogar durch Konkurrenz neu belebt wird und nicht nur symbolhaft ist", verkündete er stolz vor den Mitgliedern. Hans Joachim Hoffmann und Gerd Fallaschinski stellten sich der Aufgabe und bekamen von Klaus Hein je ein Stück Streuselkuchen gereicht. Doch wie es die Tücke will: keiner der beiden konnte im Kuchen eine Bohne finden. Erst Edith Schneider, Chefin des Hotels "Panorama", zeigte den beiden Aspiranten, wo sie die Bohne versteckt hatte, und die war dann im Stück von Gerd Fallaschinski. "Wir haben einen neuen König", rief Klaus Hein und hängte Fallaschinski die Kette um. Auch der neue "preußische" Bohnenkönig betonte die Wichtigkeit der Wahl und stellte auch im Namen von Hans Joachim Hoffmann klar, dass er sich noch mehr Bewerber gewünscht hätte.