Arznei für die Wirtschaft

Arznei für die Wirtschaft

DENSBORN. Gelungener Coup: Die 6000 Quadratmeter Restfläche im Densborner Gewerbegebiet wurden an die Firma CC Pharma verkauft, die ihren Firmensitz von Grevenbroich in die Eifel verlegen wird. Im ersten Schritt entstehen 50 Arbeitsplätze. Außerdem entsteht die erste Apotheke im Kylltal. Grund für die Wahl: Der Firmenchef ist Jagdpächter in Densborn.

"Das ist ein richtiger Glücksgriff. Die Bedeutung der Neuansiedlung ist nicht nur für die Gemeinde, sondern für die gesamte Region immens wichtig", gibt Ortsbürgermeister Alfred Brück seiner Freude Ausdruck. Klaus Wilhelm Gerke, seit zwei Jahren Jagdpächter in Densborn und Mitgründer der CC Pharma GmbH, hat, obwohl der Notartermin erst vor vier Tagen war, einen festen Zeitplan vor Augen. "Von unseren Leuten in Grevenbroich will nur einer mitgehen. Davon profitieren die Eifeler. Wir suchen ab sofort 50 neue Mitarbeiter", erklärt der 57-jährige Geschäftsmann. Die neuen Angestellten (Apotheker, pharmazeutisch- oder medizinisch-technische Assistenten) sollen in Grevenbroich etwa ein Jahr lang eingearbeitet werden. "Wir können uns keinen Tag Ausfall leisten. Der Übergang muss mit qualifizierten Kräften reibungslos laufen", gibt Gerke die Richtung vor. Die Firmenziele bezeichnet er als ehrgeizig. Immerhin sei das Unternehmen "als Pharma-Importeur klar die Nummer eins in Deutschland".Im Frühjahr wird umgezogen

Wenn er Umsatzzahlen nennt, versteht man, warum er so konsequent seine Pläne umsetzen will. 2004 habe die CC Pharma 35 Millionen Euro Umsatz gemacht, in diesem Jahr sollen es 50 Millionen Euro sein und in drei Jahren wolle er die 100 Millionen Euro Grenze überschreiten. Mehr Umsatz - mehr Beschäftigte. "Deshalb starten wir mal mit 50 Leuten, aber im Laufe der Zeit werden es sicherlich mehr", verspricht Gerke. Hinzu kommen Aushilfen fürs Packen und Um-Etikettieren der Medikamentenschachteln. Noch hat sich die CC Pharma auf drei medizinische Bereiche spezialisiert, aber weitere sollen folgen. Gerke rechnet damit, dass im Juli mit dem Bau der Hallen im Densborner Gewerbegebiet begonnen werden kann. Im Frühjahr 2006 soll umgezogen werden. Von den 6000 Quadratmetern Areal sollen 1500 Quadratmeter bebaut werden. "Aber im Modulsystem, so dass wir jederzeit erweitern können", sagt Gerke. Noch gibt es keine konkreten Pläne, noch ist keine Baugenehmigung beantragt. Ortsbürgermeister Brück meint: "Das sind alles genehmigte Gewerbeflächen. Da kann es mit der Baugenehmigung wohl kaum Schwierigkeiten geben. Außerdem ist die CC Pharma ein sauberer Betrieb."Nachteil in Densborn: Entfernung zum Flughafen

Gerke lobt: "Mit der Ortsgemeinde bin ich beim Kauf des Grundstücks sehr gut zurecht gekommen." Brück gibt einen Teil des Lobs weiter: "Gemeinsam mit der Gerolsteiner Verwaltung haben wir innerhalb weniger Monate unsere Hausaufgaben erledigt." Aber nicht nur der reibungslose Ankauf war für Gerke Anreiz für den Standortwechsel in die Eifel. "Wir müssen hier neun Prozent weniger Gewerbesteuer zahlen", sagt der Vollblut-Unternehmer. Vor 16 Jahren hat er die Pharma Gerke GmbH gegründet, die er vor einem Jahr an seine Tochter übergab. Im Mai 1999 gründete er, gemeinsam mit Thomas Weppelmann aus Bonn, die CC Pharma. Für die beiden schnell wachsenden Unternehmen ist der Standort Grevenbroich zu klein geworden. Einen Nachteil sieht Gerke allerdings künftig in Densborn: "Als Importeur fehlt uns die Nähe zum Flughafen. Da müssen wir uns jetzt orientieren, ob Hahn, Luxemburg oder Köln-Bonn günstiger ist." Als Pluspunkt werden die Bürger im Kylltal Gerkes Plan sehen, im Densborner Firmengebäude eine öffentliche Apotheke einzurichten. "Das machen wir auch mit Blick auf einen noch aufzubauenden Versandhandel", erklärt der ehrgeizige Unternehmer. Die Gesundheitspolitik spielt ihm in die Hände. Gerke, auch Vorstandsmitglied des Verbands der deutschen Pharma-Importeure, sagt: "Wir tragen einen wesentlichen Teil zur Kostensenkung bei und die Apotheken müssen die Ersparnis an den Kunden weitergeben." Bei Medikamenten bis 100 Euro seien es 15 Prozent und ab 100 Euro mindestens 15 Euro.