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Auch der Frost hält den Bagger nicht auf

Auch der Frost hält den Bagger nicht auf

Der derzeit starke Frost sorgt für weitere Verzögerungen beim Bau der neuen Radwegebrücke am Kyllweg. Dennoch wurde die marode alte Brücke nun abgerissen. Die Fußgänger müssen weiterhin Umwege von der Rathaus- zur Sarresdorfer Seite in Kauf nehmen.

Gerolstein. Die Temperaturen von minus 20 Grad halten die Kolonne der Firma HTI aus Daun-Pützborn zunächst nicht auf. Die stählernen Kettenräder des Baggers bringen das eisige Wasser der Kyll in Wallung. Konzentriert trägt der Baggerfahrer die alte Radwegebrücke ab. Stück für Stück. Vorher haben seine Kollegen die alten Bohlen, kleinere Stahlträger und Geländer demontiert und auf der Seite gestapelt.

Dickes Steuerkabel muss entfernt werden



Ein Blick auf die extrem maroden und teilweise total zersetzten Metallstreben macht die Notwendigkeit des Abrisses deutlich. Bevor der Bagger anrückte, haben Facharbeiter der Firma "Pumpen-Blech" (Hillesheim) ein dickes Steuerkabel, das entlang der Brücke verlief, demontiert. Das gehört zur Kanaltrasse des Lissinger Klärwerks und wird wieder montiert. Während der Bagger in der Kyll hin- und herfährt, um Brückenteile zum Abtransport parat zu legen, kommen zwei Männer mit ernsten Mienen auf Bauleiter Horst Pantenburg zu: Thomas Pietsch vom beauftragten Ingenieurbüro "Max & Reihsner" aus Wittlich sowie ein Spezialist der Kranfirma Steil aus Trier. Das Trio beratschlagt lange, ihr Atem lässt "Rauchwolken" in der Eiseskälte am Kyllweg aufsteigen. Auch wenn die Atemwolken weiß sind, sind es keine guten "Rauchzeichen". Hintergrund: Um die neue Brücke, eine 24 Meter lange Stahlkonstruktion, auf die neuen Betonpfeiler zu hieven, muss ein Spezialkran her. Dieses Hebe-Monster hat aber am Kyll-Ufer nicht genügend Halt, so dass Stützfundamente hergerichtet werden müssen. Ingenieur Pietsch: "Wegen des starken Frosts haben die Betonwerke geschlossen. Weil wir keinen Warmbeton kriegen, können die Stützfundamente nicht gemacht werden." Der avisierte Termin (12. oder 13. Januar) könne deshalb wahrscheinlich nicht eingehalten werden. Damit verzögert sich der Brückenbau am Kyllweg ein weiteres Mal. Bereits beim Bau der Betonpfeiler war mehr Arbeit angefallen, weil der Untergrund nicht so tragfähig wie erwartet war (TV berichtete). Ursprünglich sollten der Abriss der alten und der Aufbau der neuen Radwegebrücke bis Weihnachten abgeschlossen sein. Das Projekt kostet 155 000 Euro (Stadtanteil 62 000 Euro). Die Brücke gehört zum Kylltalradweg und wird auch von Fußgängern stark frequentiert. Die längerfristige Sperrung wird nur widerwillig akzeptiert. Ein Passant achselzuckend: "Kann man nichts dran machen." Klaus Jansen, Leiter der Bauabteilung, verspricht: "Die Sperrung soll so kurz wie möglich gehalten werden." Wegen des Hochwasserschutzes muss die neue Brücke 60 Zentimeter höher als die vorherige sein. Der Niveau-Ausgleich kann optimal nur bei frostfreiem Wetter gemacht werden. Jansen: "Ein Provisorium wird übergangsweise installiert, um die Begehbarkeit herzustellen."