"Auch in unserer Region gibt es eine Verantwortung für die Energiewende"

Klaus Schildgen (CDU): "Die CDU-Fraktion ist für eine möglichst restriktive Ausweisung von Flächen für WKA im Gerolsteiner Land. Dazu zählt auch, dass die Naturpark-Kernzone nicht geöffnet wird.

Dennoch ist abzuwägen, ob die Konzentrationsflächen von bislang 40 auf 30 oder sogar 20 Hektar verkleinert werden und eine Öffnung zumindest der FFH-Gebiete in Betracht kommt. Ziel ist es, einen nicht anfechtbaren Flächennutzungsplan zu beschließen, denn ansonsten droht Wildwuchs."
Zum Nerother Widerstand sagt Schildgen: "Die CDU-Fraktion hatte erfolgreich gegen den damaligen politischen Willen der Ortsgemeinden Neroth gestimmt. Damals wie heute sind wir der festen Überzeugung, dass das Gerolsteiner Land als Ferien-und Erholungsregion möglichst frei von WKA bleiben muss." Von Höhenbeschränkungen hält die CDU nichts, da dies die Wirtschaftlichkeit der Anlagen beeinträchtige.

Georg Linnerth (SPD): "Wegen der starken Restriktionen durch die Wetterradarstation Neuheilenbach ist das Kriterium der Mindestgröße von 40 Hektar für Konzentrationsflächen nicht mehr haltbar. Man sollte daher auch kleinere Flächen für mindestens drei WKA berücksichtigen. Bei der sehr geringen Zahl der Standorte hat das Argument der Verspargelung kaum mehr Relevanz." Zu Neroth sagt Linnerth: "Die potenziellen Standorte im Raum um Neroth sind wegen der Naturpark-Kernzone und dem FFH-Gebiet nicht ohne besondere Problematik." Dennoch seien gerade bei der Windenergie immer auch übergeordnete Interessen zu beachten. Linnerth: "Auch in unserer Region gibt es eine Verantwortung für die Energiewende. Die totale Ablehnung ist, auch weil das Verfahren einwandfrei nach den bestimmten Kriterien nachvollziehbar sein muss, nicht weiterführend, sondern eher hinderlich und aus rechtlicher Sicht auch problematisch."
Während die Naturpark-Kernzone für die SPD tabu ist, könnten FFH-Flächen nach eingehender Prüfung durchaus WKA-Standorte werden. Zudem spricht sich die SPD auch für Standorte mit Höhenbeschränkungen aus - falls die Windhöffigkeit dort sehr gut sei.

Klaus-Dieter Peters (FWG): "Ob jetzt eine Fläche von mindestens 40 Hektar ausgewiesen wird oder eine von 30 Hektar, ist nicht entscheidend. Entscheidend ist für die FWG der Wille des Bürgers. Wenn eine Gemeinde wünscht, auf einer kleineren Fläche WKA aufzustellen, sollte dies auch möglich sein. Gleiches gilt für die Höhenbeschränkung." Zu Neroth sagt Peters: "Der Wunsch und der Beschluss des Ortsgemeinderats Neroth sollte berücksichtigt werden, so dass im Bereich Neroth/Gees/Pelm keine WKA aufgestellt werden. Die Erhaltung und ungestörte Entwicklung der Natur ist als vorrangig anzusehen." Zudem sollten vor dem weiteren Ausbau der Windenergie zunächst intelligente Lösungen für die Speicherung der erzeugten Energie gesucht werden. Peters abschließend: "Die finale Entscheidung über den weiteren Ausbau der Windenergie kann nicht ohne die Beteiligung der Bürger des Gerolsteiner Landes fallen."

Norbert Worm, Bündnis 90/Die Grünen: "Wetterradar, Naturpark, FFH-Gebiete: Nirgends gibt es so viele Restriktionen wie im Gerolsteiner Land. Mit Ausnahme des Naturparks, der tabu bleiben muss, sowie einer Windhöffigkeit von mindestens 6,5 Metern pro Sekunde muss über alles andere nochmals geredet werden. Das gilt auch für die Mindestgröße von 40 Hektar pro Vorrangfläche."
Hingegen hält Worm Höhenbeschränkungen für okay, "sofern die Wirtschaftlichkeit der Anlage dann immer noch gegeben ist". Dem Wunsch der Nerother, alle ihre potenziellen Flächen von vornherein herauszunehmen, will Worm mit Ausnahme des Naturpark-Areals nicht nachkommen. "Erst einmal sollten wir alle Flächen genau auf ihre Eignung prüfen." mh

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