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Auch mit 90 noch täglich zur Arbeit

Auch mit 90 noch täglich zur Arbeit

DAUN. Seit über 50 Jahren gibt es in Daun das Eifelinstitut, das von Wilhelm Lappe geleitet wird. Doch die wenigsten wissen, was die Firma tut: Sie ist ein privates, staatlich anerkanntes Institut für Baustoffprüfungen sowie die Überwachung und Zertifizierung von Baumaterialien.

Werdurch die Tiergartenstraße in Daun fährt, sieht das Institut fastnicht. Lediglich ein Kran im Hof und ein kleine Halle lassenerahnen, dass dort mehr dahinter steckt als ein normalesWohnhaus. Doch kaum einer weiß, dass hier ein Zentrum derdeutschen Bausicherheit sein Zuhause hat - und das schon seit gut50 Jahren. Das Eifelinstitut steht seit 1950 im Dienst der Sicherheit und ist ein privates, staatlich anerkanntes Institut für Baustoffprüfungen, die Überwachung und Zertifizierung von Baumaterialien. "Wir prüfen alles, was mit Bauen zu tun hat und dort verwendet wird", bringt es Wilhelm Lappe, Besitzer und Gründer des Instituts, auf einen kurzen Nenner.

"Lava ist viel zu schade für die Straße"

90 Jahre alt wurde der rüstige Diplomingenieur der Fachrichtungen Maschinenbau und Chemie vor kurzem. Aber er ist immer noch täglich an seinem Arbeitsplatz anzutreffen. Und nach der Arbeit im Labor und in der Werkstatt liest er Fachliteratur, um sich weiter zu bilden. Lappe, der sich auch international einen Namen als Experte in Sachen Materialprüfung gemacht hat, ist aber auch ein Experte und Vorbereiter der Verwendung von Eifellava im Beton. "Wilhelm Lappe und Eifellava gehören zusammen, denn diese liegt Lappe besonders am Herzen", sagte Ludger Benson von der Güteschutzvereinigung Beton Rheinland-Pfalz bei Lappes Geburtstagsfeier.

"Zwei Drittel aller Lava wird im Straßenfrostschutz verwendet und nur etwa ein Drittel für Betonfertigelemente. Lava ist aber viel zu schade für die Straße", argumentierte Lappe und betrieb im Auftrag des Wiederaufbauministeriums Rheinland-Pfalz nach dem Krieg Grundlagenforschung über die Verwendung von Lavaschlacke als Zuschläge für Beton und Mörtel. Später schrieb er Forschungsarbeiten über Lavaschlacke für Leicht- und Stahlleichtbetone. Lappe wurde 1913 in Essen geboren, ist im Herzen auch nach über 50 Jahren in der Eifel eigentlich immer noch Westfale.

Er ist ein Mann, der sein Hobby zum Beruf machte. Er veröffentlichte viele bekannte Forschungsarbeiten, die auch heute noch ihre Anwendung finden, und ist Mitglied in vielen wichtigen Normenausschüssen. Was dem "Urgestein" heute viel Kummer bereitet, sind die Folgen der europäischen Vereinigung, die ihm viel Arbeit bescheren. "Durch die Umstellung von deutschen Normenvorschriften auf die europäischen entstehen viele Fehler, die wir jetzt korrigieren und umändern müssen", beklagt sich Lappe.

Sein Institut, das ihm als kleines Haus 1950 von der Stadt gebaut wurde und das er später kaufte, ist in Rheinland-Pfalz zwar nicht das einzige, aber eine Anlaufstelle mit internationalem Ruf. Neben der Güteüberwachung für Betonwaren in Rheinland-Pfalz reicht das Arbeitsgebiet des Dauner Eifelinstitutes über ganz Europa bis zum Persischen Golf.

Große Teile werden auf der "Ranch" geprüft

Neben der Werkstatt und dem Labor in der Tiergartenstraße mit seinen 15 Mitarbeitern hat das Institut seit zehn Jahren im Alten Neunkirchener Weg eine Filiale, die so genannte "Ranch", wo unter anderem Prüfungen an großen Teilen wie Betonplatten und Rohren bis zwei Meter Durchmesser vorgenommen werden.

In Abständen von jeweils einem halben Jahr muss zudem jede Firma in Rheinland-Pfalz, die Betonwaren herstellt, sich einer Güteüberwachung durch das Eifelinstitut unterziehen. Dabei werden von Mitarbeitern des Institutes Produkte und Proben versiegelt und in Daun untersucht. Außerdem werden vom Eifelinstitut Baugründe untersucht, fertige Baukonstruktionen, Bauschäden und natürlich der Beton an Baustellen wie beim jetzigen Bau der Brücken für die A 1 bei Darscheid.