Auch Oma und Opa sollen ins Netz gehen

Auch Oma und Opa sollen ins Netz gehen

GEROLSTEIN. (mh) Neustart: Nach dem Einbruch ins Haus der Jugend in Gerolstein ist das Internetcafé nun wieder eröffnet worden. Die schöner und besser als zuvor ausgestattete Einrichtung soll aber nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene anlocken.

"Das Internetcafé ist beispielhaft für unseren seit einem Jahr eingeschlagenen Weg, Angebote nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene bereitzustellen", sagt Erzieher Frank Böhmer, der das Haus gemeinsam mit Ute Schmitt führt. "Jedermann ist eingeladen, das offene Angebot zu nutzen, das einzigartig ist im Gerolsteiner Land", sagt Böhmer. Nach dem Einbruch im vergangenen November, bei dem mehrere Rechner, der Server, ein Fernseher und eine Spiele-Konsole geklaut wurden, hat die Versicherung den Schaden bereits teilweise beglichen. Mittlerweile ist eine neue Ausstattung gekauft worden. Fünf Computer stehen zum Surfen zur Verfügung, an Zusatzausstattung wie Drucker und Kopierer mangelt es ebenfalls nicht. Lediglich die Resonanz könnte laut Böhmer noch etwas besser sein. Aufgrund einer Kooperation mit der Touristinformation Gerolstein verirre sich zwar ab und zu ein Tourist aus Holland, Kanada, Israel oder sonst woher ins Haus der Jugend, um E-Mails in die Heimat zu versenden. Doch das reicht dem Führungsduo nicht. "Unser Ziel ist es, durch vielfältige Angebote - wie derzeit die Töpfer- und Modellierkurse - auch Erwachsene ans Haus zu binden", sagt Böhmer. Und zwar auf zweierlei Wegen. Einerseits erhofft er sich durch Kursbesuche oder das Nutzen bestehender Angebote eine weitere Akzeptanzsteigerung des Hauses in der Bevölkerung. "Die Erwachsenen sollen das Haus auch einmal von innen sehen und erleben, was wir machen." Andererseits peilt er so weitere Kontakte an. Böhmer: "Wir sind weiter auf der Suche nach Leuten, die etwas Besonderes können und bereit sind, einen Kurs anzubieten." Neben der Attraktivitätssteigerung hat das Führungsduo das Zusammenführen der Generationen im Blick. So seien bereits Kontakte geknüpft worden, um ein Internet-Angebot für Senioren auf die Beine zu stellen. Und schon jetzt scheint die Rechnung aufzugehen, wie ein zufälliger Blick in das Internetcafé an einem gewöhnlichen Werktagnachmittag beweist. Dort sitzt Marlies Dangel aus Kalenborn mit ihrem zehnjährigen Sohn Patrick. Der zeigt seiner Mutter stolz, was er im Computer-Kurs in der Schule gelernt hat und wie sie auf die gewünschten Seiten gelangt.Internet als Hausaufgaben-Hilfe

Am Computer nebenan machen die elfjährige Tochter Sabine und ihre gleichaltrige Schulkameradin Daniela Michels Hausaufgaben. Sie suchen Erläuterungen zu Vögeln. Sabine: "In Büchern habe ich schon geschaut und nichts gefunden, aber hier im Internet wird das schon klappen", meint die elfjährige Sabine, die das Internetcafé "gut" findet. Da sie zuhause keinen Netzzugang habe, wolle sie künftig öfter ins Jugendhaus kommen. Schließlich locken nach getaner Arbeit noch Spiele. Auch Mutter Marlies ist erfreut: "Das ist ein super Angebot. Hier können die Kinder mit Freunden surfen, und eine Betreuung gibts auch." Geöffnet ist das Internetcafé im Haus der Jugend in Gerolstein montags, dienstags, mittwochs und freitags von 12 bis 18 Uhr. Im Januar gelten noch Eröffnungspreise: Da kostet das Surfen 20 Cent pro halbe Stunde. Nähere Informationen gibts im Internet unter www.hdj-gerolstein.de oder unter Telefon 06591/5535.