Auf die Bäume, juchee!

Auf die Bäume, juchee!

Hört, hört: Da hat einer von den Studierten, die hier zu allen Jahreszeiten und an beinah jeder Ecke im Dreck wühlen und Steinchen umdrehen, irgendwo unter der Erde mal wieder einen Vulkan (diesmal einen besonders großen) entdeckt.

Hier juckt das ja eigentlich längst keinen mehr, aber wenn dann einer der schlauen Herren so nebenbei bemerkt, dass hier vor gar nicht allzu langer Zeit (erdgeschichtlich betrachtet) noch Vulkane Lava gespuckt haben und dass es unter der Eifelerde auch heute noch mächtig brodele und man ja nie wissen könne, ob es nicht doch bald mal wieder soweit sei... dann kommen sie plötzlich alle wieder angerannt mit ihren Kameras und Mikrofonen. Und im ganzen Land hört man: "Ah", "Oh" und "Ja, wirklich?" Mich stört das nicht. Im Gegenteil. Sollen sie nur berichten, dass es bei uns nicht nur schön, sondern auch spannend ist. Dann kommen noch mehr Leute aus Köln, Düsseldorf oder sonstwoher, drehen Steine um, bevölkern die Hotels, Ferienbetten und Cafés, wundern und freuen sich zugleich, dass es auch im dritten Jahrtausend nach Christus mitten in einer der fortschrittlichsten Zivilisationen der Erde noch solch gewaltige Urwüchsigkeit gibt. Nur leider geben die Krater nicht mehr viel her, weil sie entweder schon abgebaut, verfüllt und zugeschüttet oder ohnehin unter der Erde und damit nicht gut sichtbar sind. Daher schlage ich vor, das ganze Spektakel ein bisschen aufzupeppen. Wie? Ganz einfach: Zunächst sofortiger Abbaustopp an ausgewählten Beispielgruben. Dann Arbeitslose (sie müssen auch weder gewaschen noch rasiert sein),Ein-Euro-Jobber, Haufrauen, Nebenerwerbs-Landwirte und alle anderen, die sich ein kleines Zubrot verdienen wollen oder müssen, in Felle stecken und durch die Gegend und auf Bäume scheuchen (dürfte ohnehin dem aktuellen Bild der Eifeler auf der Kö oder in der Hochstraße entsprechen). Dann noch hier und da ein paar Feuerchen angefacht und die ein oder andere Silvester-Rakete gezündet - fertig ist das Steinzeit-Event. Das wäre dann wirklich ein Alleinstellungsmerkmal für den Landkreis, der mittlerweile ja immerhin Vulkaneifel heißt. Was meinen Sie, wie das zieht! Ganze Buskolonnen und Charterflieger werden dafür die Vulkaneifel ansteuern. Da braucht es auch kein computersimuliertes, multimediales Vulkan-Erlebniscenter, das auch schon mal in den Köpfen einiger Planer (aber keines Investors) herumgeisterte. In Vorfreude auf schöne, spannende Zeiten und ebenso erstaunte wie zahlungskräftige Besucher verbleibt mit freundlichem Gruß

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