Auf langjährige Eifelvereinsvorsitzende Mathilde Weinandy aus Prüm folgt Rolf Seel

Vereine : Verjüngung des Eifelvereins ist auch für neuen Vorsitzenden eine große Aufgabe

Veränderung an der Spitze des Eifelvereins: Auf die langjährige Vorsitzende Mathilde Weinandy aus Prüm folgt nun Rolf Seel aus Kreuzau. 

Der Eifelverein hat im Rahmen seiner Frühjahrsversammlung in Mayen einen neuen Hauptvorstand gewählt: Rolf Seel hat die Aufgabe des Hauptvorsitzenden von Mathilde Weinandy übernommen. Die noch amtierende Stadtbürgermeisterin von Prüm und aus Brück im Vulkaneifelkreis stammende Mathilde Weinandy hatte nicht mehr für den Vorsitz kandidiert. Auch die Hauptschatzmeisterin Anita Kruppert und ihr Stellvertreter, Helmut Kreuzkamp, traten nach zwölf Jahren im Amt nicht mehr an.

Weitere Personalwechsel betrafen die Medien- und die Kulturwarte des Eifelvereins. Der Staffelstab in Sachen Vereinsgeld wurde an Uwe Willner, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Düren, und an Michael Kaltz, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Mayen, übergeben. Mit der Wanderbloggerin Elke Blitzer, dem Prümer Studienrat Stefan Brosowski sowie dem Architekten und Diplom-Ingenieur Rudolf  Weitz werden sowohl die Öffentlichkeitsarbeit als auch die kulturpflegerische Seite des Vereins gestärkt.

Der neue Mensch an der Spitze der 25 000 Mitglieder starken Vereinigung ist nun Rolf Seel, ein aus Kreuzau stammender, 66-jähriger Diplom-Verwaltungswirt. Er trat ohne Gegenkandidaten an und wurde einstimmig gewählt.

Seel war von 1983 bis 1995 Sportreferent der Stadt Düren und von 1995 bis Mai 2017 CDU-Abgeordneter im nordrhein-westfälischen Landtag. Dort arbeitete er unter anderem als Vorsitzender des Haushaltskontrollausschusses, im Sportausschuss und im Finanz- und Europaausschuss. Seine Schwerpunktthemen waren darüber hinaus die Bildungs- und die Kulturpolitik. Zudem gilt Seel als einer derjenigen, die den Nationalpark Eifel mit auf den Weg brachten.

Im Vorfeld der Frühjahrstagung in Mayen mit rund 300 Eifelvereins-Mitgliedern, auf der die Ämterneubesetzung vollzogen wurde, hatte Mathilde Weinandy nach eigenem Bekunden lange überlegt, ob sie das zeitaufwändige Ehrenamt mit vielen Wochenendterminen weiterführen solle. Denn für den Vereinsvorstand steht nicht nur das Wandern auf dem Programm, sondern viele Organisationsaufgaben, von der Vorbereitung der Veranstaltungen bis hin zur Koordination der Wegenetzbetreuung.

In ihrer Amtszeit entwickelte der Eifelverein ein neues Logo, das statt des früheren Dreieckssymbols jetzt auf den Markierungen der 2100 Kilometer Hauptwanderwege zu sehen ist. Das Jugendferienheim Simmerath und die Niederburg Manderscheid verkaufte man und verschaffte sich damit finanziellen Spielraum.

Rolf Seel (stehend) löst Mathilde Weinandy als neuer Hauptvorsitzender des Eifelvereins ab. Foto: TV/Norgat Gudat

Der Eifelverein mit seinen 142 Ortsgruppen hat darüber hinaus eine Daueraufgabe: die Verjüngung. So räumte auch Mathilde Weinandy noch im Februar ein, dass die bislang nicht geschafft ist. Damit teilt der Verein das Schicksal vieler ehrenamtlicher Gruppierungen, die vor einem Generationswechsel stehen, um weiter zukunftsfähig zu sein. Wandern ist jedoch längst wieder zum modernen Breitensport geworden, teils unter dem Label Trekking, und Naturschutz ist – wie die jüngsten politischen Debatten zeigen – das große Thema für junge Menschen. So ist es wohl als Signal zu verstehen, dass die nächsten Fortbildungsseminare des Eifelvereins für zertifizierte Wander- und NaturführerInnen bereits ausgebucht sind und lange Wartelisten bestehen.

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