Auf Motivations-Suche

DAUN. Vertreter der vier Arbeitskreise, die als Initialzündung für ein modernes Stadtmarketing gedacht sind, haben sich zur Lagebesprechung getroffen. Ergebnis: Die klare Definition von Zielen und der nächsten Schritte erweist sich als schwierig.

Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen hatte geladen, und längst nicht alle kamen: Besonders die Mitglieder des Arbeitskreises Gastronomie und Fremdenverkehr hatten scheinbar andere Prioritäten als die Frage, wie es weitergehen soll mit dem Dauner Stadtmarketing. Dass ein solches notwendig ist, belegt ein halbes Dutzend fachlich fundierter Gutachten und der seit rund zwanzig Jahren erklärte Wille seitens der Verwaltung und der Dauner Geschäftswelt, etwas zu tun für die Lebensqualität und die Attraktivität der Kreisstadt.Dass es erfolgreiche Beispiele für Stadtmarketing in der Region (etwa Prüm) und eine Menge sehr konkreter Vorschläge für Daun gibt, unterstrich die Präsentation der Bitburger Raumplanungsfirma Isu. Von einer behaglicheren Gestaltung des Wirichplatzes als neuem städtischen Zentrum bis hin zur Fassadenneugestaltung des Kaufhauses Meyer blieb für die Ingenieursplanungen in der Theorie kein Problem ungelöst.Dennoch kam in der anschließenden Diskussion wenig Begeisterung auf. Zunächst drehte sie sich um die Fragen: Sollen wir eine Befragung bei Geschäftsleuten, Einwohnern und Touristen organisieren? Und wenn ja: Wie? Bedenken wurden laut. Erstens: "Wie sollen wir die Maßnahmen, die sich aus einer Befragung ergeben, überhaupt finanzieren und umsetzen?" Und zweitens: Am Beispiel Prüm sei deutlich geworden, dass der Rücklauf bei einer Befragung eher bescheiden ist. Der Knackpunkt sei ja gerade, dass so viele Menschen in Sachen Daun eher resigniert oder uninteressiert scheinen.Die Tatsache, dass er mangels Enthusiasmus anderer noch immer Vorsitzender aller vier Arbeitskreise (Stadterneuerung und Verkehr, Gastronomie und Fremdenverkehr, Einzelhandel und Dienstleistungen, Werbung und Image) in Personalunion ist, bedauerte Stadtbürgermeister Jenssen. Er drückte den Wunsch aus, im Bemühen um tragfähige Aktionen unterstützt zu werden.Doch aus den Reihen der ehrenamtlich tätigen Arbeitskreismitglieder hieß es: "Wir werden immer weniger, und für uns Wenige kostet das Engagement zu viel Kraft." Deshalb kam der Vorschlag auf, eine hauptamtliche und mit entsprechendem Etat ausgestattete Fachkraft einzusetzen. "Dem versperre ich mich nicht", signalisierte Jenssen.Hauptamtliche Stelle nicht ausgeschlossen

Der Nutzen einer solchen Stelle, die eventuell aus Beiträgen der Geschäftsleute mitfinanziert werden könne, müsse allerdings plausibel und erkennbar sein. Zudem müsse eine geeignete Person gefunden werden. Eine andere mögliche Lösung, gedacht auch als Vorbereitung für einen solchen hauptamtlichen Stadtmanager, wurde vom Immerather Unternehmens- und Organisationsberater Ekkehard Nau, der schon der Stadt Bielefeld aufs Marketingpferd verhalf, vorgeschlagen: eine Einladung an alle interessierten Dauner nach Art der Zukunftswerkstätten, selbst mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Die Skepsis bei den Ur-Dauner Arbeitskreismitgliedern stand dagegen: "Da kommen doch nur immer wieder dieselben paar Leutchen."Der Wunsch nach ganz konkret fassbaren Themen und Aufgaben war deutlich, und wenigstens ein festes Ziel konnte am Schluss vereinbart werden: Die nächste Sitzung wird wieder mit allen vier Arbeitskreisen gemeinsam stattfinden.