Auf zwei Rädern von Rom nach Rom

Auf zwei Rädern von Rom nach Rom

Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Klaus Müller, Hans Nieder und Walter Hellen haben mit dem Fahrrad die Ewige Stadt Rom erreicht. Vor 19 Tagen waren sie gestartet - ebenfalls in Rom, sieben Kilometer von Birresborn entfernt.

... und nach 2027 Kilometern Fahrt auf dem Petersplatz in Rom (Italien). TV-FOTO: Josef Schmitz; Foto: Hans Nieder.

Rom/Rom. An einem schönen Sommertag treffen sich Hans Nieder, Walter Hellen und Klaus Müller am Ortseingangsschild von Rom (19 Einwohner). Ihr Ziel: Rom (etwa 2,7 Millionen Einwohner).
Das haben die drei Birresborner erreicht. Nach 2027 Kilometern. "Auf dem Petersplatz in Rom haben wir unser Ziel erreicht. Viele Leute fragten uns dort, woher wir kämen", erzählt Hans Nieder. Der schönste Ausspruch kam von einem älteren Italiener: "Als er verstanden hatte, dass wir aus Deutschland mit dem Fahrrad kamen, sagte er: ,Mamma mia\'!"
Tatsächlich: Überlegt man, wieviel Mühen die drei auf sich genommen haben, ist die Anerkennung verdient. Sie folgten zunächst Radwegen entlang von Nahe, Rhein, Main und Tauber.
Von der Tauber steuerte das Trio den Radweg "Romantische Straße" bis Donauwörth an. Von dort folgten die Männer der "Via Claudia Augusta", einem der großen Handelswege des römischen Reiches, die von der Adria bis in die süddeutschen Gebiete führt.
Über Fern- und Rechenpass ging es durch das Vinchgau hinab nach Meran, weiter nach Bozen ins Trentino und von dort durch die Po-Ebene nach Mantova in die Ferrari-Stadt Maranello. Dahinter wartete der 1400 Meter hohe Abetone-Pass des Apennin-Gebirgszuges auf die Eifeler, und nach dessen Überquerung erreichten sie Luca, Pisa und erreichten in Livorno die Riviera. Von dort folgten sie der Vecchia Aurelia, deren Baubeginn unter Gaius Aurelius Cotta im Jahre 241 nach Christus erfolgte. Über die Städte Grosseto und Civitiavecchia fuhr das Trio nach 19 Tagen auf den Petersplatz in Rom vor.
Von 12 Grad im Dauerregen im Allgäu bis zu 40 Grad in der Po-Ebene reichte die Temperaturskala. "Die Weltmeisterschaft begleitete und beflügelte uns. Das Finale erlebten wir in Bozen", berichtet Hans Nieder.
Die Quartiersuche gestaltete sich bis auf eine Ausnahme recht einfach. "Freundliche und hilfsbereite Italiener fanden wir immer. Wenn auch die Tipps nicht immer gut waren, aber die italienische Küche versorgte uns mit genügend Kohlehydraten und war durchweg sehr lecker", sagt Klaus Müller.
Bei der Königsetappe Maranello-Luca waren 2000 Höhenmeter auf 148 Kilometer zu bewältigen. In Italien gab es keine Radwege, die für Radfahrer freie Vecchia Aurelia ist teilweise als vierspurige Superstrada 1 ausgebaut, was die Nerven sehr strapazierte.

Bei der Rückfahrt mussten die Birresborner nicht mehr strampeln: Sie fuhren mit der Eisenbahn. jtz

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