Aus dem Polizeichef wird bald der Landrat

Aus dem Polizeichef wird bald der Landrat

Der letzte Arbeitstag in der Polizeiinspektion ist vorbei, der erste in der Kreisverwaltung steht bevor: Für Heinz-Peter Thiel beginnt nach mehr als 30 Jahren als Polizist bald ein neuer Lebensabschnitt.

Daun. Wie der Zufall so spielt: Da suchen die SPD-Landtagsabgeordnete Astrid Schmitt und ihre Parteifreundin Heike Raab, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Innenministerium, nach einem Termin für einen Besuch der Polizeiinspektion (PI) Daun. Man einigt sich auf den 1. März, ein Freitag, normalerweise kein außergewöhnliches Datum, aber in diesem Jahr für die PI dann aber doch: Es ist der letzte Arbeitstag von Heinz-Peter Thiel. So kommt es, dass der lang geplante normale Besuch einer Polizeidienststelle der Staatssekretärin auch zur inoffiziellen Verabschiedung des scheidenden Inspektionschefs wird.

Neuer Dienstsitz gleich nebenan: Nach gut zehn Jahren an der Spitze der PI übernimmt Thiel in wenigen Wochen ein neues Amt: Er wird Landrat des Kreises Vulkaneifel. Die räumliche Veränderung wird für ihn sehr überschaubar sein. Schließlich ist das Gebäude der Kreisverwaltung gleich neben dem der Polizei. Aber der letzte Tag in der gewohnten Umgebung ist doch etwas Besonderes für den 50-Jährigen, der im Dezember mit großer Mehrheit als Nachfolger von Heinz Onnertz gewählt wurde. "Es lässt mich natürlich nicht völlig ungerührt, wenn nach mehr als 30 Jahren als Polizist ein neuer Lebensabschnitt für mich bevorsteht", sagt Thiel.
Für das, was er bisher getan hat, bekommt er am letzten Tag reichlich Komplimente - von Heike Raab, von Astrid Schmitt, vom Trierer Polizeipräsident Lothar Schömann, von Heinz Onnertz. "Sie hinterlassen ein gut bestelltes Feld und ein gutes Team", sagt die Staatssekretärin und verweist darauf, dass ihrer Kenntnis nach Thiel der erste Chef einer PI im Land ist, der Landrat wird. Ihr Mitbringsel für den (parteilosen) Thiel: eine rote Krawatte. Nein, versichert Heike Raab, es habe nichts mit der SPD zu tun, "es ist die offizielle Krawatte des Landes".
Sicher wird Thiel auch von den Kollegen ein Geschenk bekommen, aber das gibt es wohl erst am 15. März, wenn er vom Polizeipräsidenten offiziell verabschiedet wird. Seine Wertschätzung im Kollegenkreis wird durch eine kleine Begebenheit am Rand des "großen Bahnhofs" offenbar: "Schreiben Sie, dass wir einen richtig guten Chef verlieren", ruft ein Beamter den Pressevertretern auf dem Flur zu. Aber wie geht es weiter in der Polizeiinspektion Daun? Vorerst ist Alfred Haas der Chef, seit November 2009 Stellvertreter von Thiel.
Chefposten soll im Mai wieder besetzt sein: Die Bewerbungsfrist für den Chefposten in der Kreisstadt endet kommende Woche, daran schließt sich ein Auswahlverfahren an, und "voraussichtlich am 1. Mai wird die Leitung der PI Daun wieder besetzt sein", kündigt Polizeipräsident Schömann an.
Und wie sehen die nächsten Wochen für den künftigen Landrat aus? Letzte Erholung vor dem Amtsantritt in der Kreisverwaltung? Weit gefehlt: Für ihn laufen die Vorbereitungen auf die neue Tätigkeit.
"Mein Terminkalender ist voll. Gleich nächste Woche geht es zu einer kommunalpolitischen Fortbildung", erklärt Heinz-Peter Thiel.