1. Region
  2. Vulkaneifel

Brauchtum: Aus einer Idee wird Tradition

Brauchtum : Aus einer Idee wird Tradition

Seit zehn Jahren gibt es in Wallenborn einen Adventskalender mit dekorierten Fenstern.

Es war einmal eine Idee, die  im Eifeldorf Gindorf    in einem Jahr im Advent umgesetzt worden war. Diese Idee inspirierte die Bürger von Wallenborn und wurde dort 2008 im damaligen Pfarrgemeinderate mit der Anregung vorgestellt, eine ähnliche Aktion zu initiieren. Dieser Vorschlag fand Zustimmung und so leuchteten im Dezember 2008 zum ersten Mal die Lichter der Adventsfenster.

Im ersten Jahr war die Eröffnung um 17.30 Uhr, im darauffolgenden Jahr schob man den Beginn um eine halbe Stunde hinaus, um dann im Jahr 2010 die Zeit erneut um eine halbe Stunde auf die heutige Eröffnungszeit um 18.30 Uhr festzulegen.

Es sollte keinerlei Vorgaben oder einen gewissen Anspruch an die Ausgestaltung eines Fensters geben, lediglich die Beleuchtung und die entsprechende Zahl waren Pflicht. Die Dekoration und auch die Gestaltung des Abends - ob nun mit oder ohne Bewirtung - lagen im Ermessen des Gestalters.

Bewusst wurde am ersten Fenster, das am 1. Dezember 2008 bei Tanja und Ewald Becker eröffnet wurde, nichts angeboten. Doch an den darauffolgenden Tagen konnte man vor den jeweiligen Fenstern einen dampfenden Kessel Glühwein, Kakao oder Punsch erblicken, was natürlich bei sehr eisigen Temperaturen rasch den entsprechenden Zuspruch unter den Besuchern fand. Man traf sich in geselliger Runde, oftmals verbunden mit einem Winterspaziergang. Insbesondere die Kinder hatten ihren Spaß, wenn sie die abendliche Fenstereröffnung - bei entsprechender Wetterlage - für eine Schneeballschlacht oder sogar für andere Streiche nutzen konnten.

Die Fenster waren einfach alle toll gestaltet, jedes auf seine Art individuell, selbst wenn die Motive oder die Ideen sich schon einmal wiederholten.

Bereits im ersten Jahr wurden die Fotos der Fenster auf der damaligen Homepage veröffentlicht. Leider gab es dort auch die Möglichkeit die Fotos zu „liken“ oder Kommentare zuzufügen. Unglücklicherweise wurde diese Option für einen folgenreichen Schabernack genutzt, sehr zum Verdruss der Organisatoren, da es doch dazu führte, dass einige Gestalter des Premierejahres so verärgert waren, dass sie kein Fenster mehr gestalten wollten. Das war schon sehr schade, da wirklich alle Fenster sehr schön dekoriert worden waren. Aber  es war nicht mehr zu ändern und fortan wurden die Fotos nur noch ohne die Option der Kommentare veröffentlicht. Es fanden sich jedes Jahr neue Gestalter, was auch gut und wichtig für den Fortbestand der Aktion war. In manchen Jahren war es schwierig, alle 23 Fenster zu verteilen.

Es kamen nach und nach immer mehr Besucher und teilweise nahm die Ausgestaltung des Abends sehr individuelle Züge an. Manch einer erinnert sich sicher gerne an eine Fenstereröffnung zurück, wo man dachte man sei auf einem Weihnachtsmarkt. Bei klirrender Kälte und viel Schnee waren da riesige Flächen dekoriert mit ganz vielen Figuren. Es waren große Feuerschalen aufgestellt, um die sich be-stimmt rund 100 Dorfbewohner scharten. Die Kinder bekamen alle eine selbstgemachte Holzfigur geschenkt, es roch nach Glühwein, Kakao und nach Reibekuchen mit Apfelmus, der von den Gastgebern im Unterstand frisch zubereitet wurde.

2009 wurde erstmals eine Krippenfeier gehalten, um der Eröffnung des 24. Fenster (die Krippe) einen feierlicheren Rahmen bieten zu können. Seither ist die Krippenfeier oder auch das Krippenspiel im Rahmen einer Familienmette fester Bestandteil an Weihnachten. Ebenfalls 2009 wurde erstmals eine Spendendose aufgestellt, um durch den Erlös die Kirchengemeinde zu unterstützen, die zu dieser Zeit die hohen Kosten der Kirchenrenovierung abzubezahlen hatte. In den späteren Jahren kam ein Anteil der Spenden auch immer einer gemeinnützigen Sache in der Gemeinde zugute. So wurde zum Beispiel das Klettergerüst der Grundschule finanziert, aber auch Bänke an Wanderwegen oder Geräte des hiesigen Spielplatzes. Insgesamt kamen über die Jahre gut 7000 Euro zusammen.

Ab  2010 wurden dann - in der Zeit zwischen den Jahren - an einem Tag die Fenster gemeinsam besichtigt. Einige Musiker fanden sich zusammen und begleiteten die Gruppe, so dass jedes einzelne Fenster mit weihnachtlichen Melodien bespielt wurde. Einige Gastgeber erwartete die „Wandergruppe“ und servierten so manch edlen Tropfen. In einem Jahr gab es sogar eine Schneebar mit Feuerfackeln…was eine ganz tolle Winterstimmung aufkommen ließ.

Insgesamt haben seit Beginn 77 Gestalter oder Familien  an dieser Aktion teilgenommen. Erwähnenswert ist dabei sicher das Engagement von Familie Uschi und Ernst Becker, die in diesem Jahr bereits zum elften Mal ein Fenster gestalten.

Das heißt, sie haben sich in jedem Jahr an der Aktion beteiligt und das auch immer am gleichen Ort.