Aus Leidenschaft zum Kino

Aus Leidenschaft zum Kino

Die Eifel-Film-Bühne ist nicht nur ein besonderes, sondern auch mehrfach ausgezeichnetes Filmtheater mit langer Geschichte. Während die Konkurrenz ganz auf Technik und Blockbuster setzt, steht in Hillesheim der Kinogänger aus Leidenschaft im Mittelpunkt.

Hillesheim. (now) 1948 bauten Hans und Maria Runge ihr Kino an der Aachener Straße. Schon damals war Leidenschaft mit im Spiel. Denn bis dahin hatte das Ehepaar neun Jahre für seinen Traum von einem Lichtspielhaus gekämpft. Kriegsjahre, Nachkriegsjahre und die Bürokratie hatten dafür gesorgt, dass der Traum lange ein Traum blieb.

Der Rest ist Geschichte: Der Kino-Boom, der die alte Bundesrepublik in den 50er Jahren erfasste - aber auch das große Kino-Sterben in den 70er und 80er Jahren gingen an der Eifel-Film-Bühne nicht spurlos vorbei. Hans Runge starb 1965. Seiner Frau Maria gelang es, in schwierigen Zeiten den Betrieb aufrechtzuerhalten - wenn auch nur noch am Wochenende.

"1991 haben wir uns entschlossen durchzustarten", sagt Christine Runge, die mit Ehemann Günther die Eifel-Film-Bühne leitet.

"Aber eines war klar: Wenn wir unsere Abende und Wochenenden im Kino verbringen, dann zeigen wir Filme, die auch uns gefallen."

Mit diesem Konzept ist die Hillesheimer Filmbühne unabhängig von Filmverleihen. Christine und Günther Runge wählen die Streifen, die sie zeigen wollen, selbst aus.

Ein Programmkino in der Eifel - kann das funktionieren? "Ja", sagt Christine Runge, "wir haben ein Stammpublikum, das teilweise lange Fahrten in Kauf nimmt, um nach Hillesheim zu kommen, und wir versuchen laufend, neue Ideen umzusetzen."

Alljährliche Sonderveranstaltungen, wie die Filme und Podiumsdiskussionen zum Weltfrauentag, oder das "Kino Vino", eine Vorführung mit anschließender Weinprobe, sind längst etabliert.

"Unser Motto ist: Kino für neugierige Menschen zwischen vier und 99", erklärt Christine Runge.

Ein neues Projekt ist in Planung: "Wir wollen montags einen Hauptfilm schon am Nachmittag bringen. Vorläufig nennen wir das Projekt Seniorenkino." Aber ganz einverstanden ist Christine Runge mit der Benennung noch nicht.

"Es gibt ja auch junge Menschen, die abends nicht ins Kino können - mit dem Namen habe ich noch Bauchschmerzen."

Auch in den Bereich Medienerziehung tasten sich die Cineasten vor. "Eine Vorführung zu einem Thema für Schulklassen, begleitet durch einen Referenten, das ist hier möglich", sagt Christina Runge.