Aus zwei mach eins: Aus Alten- und Krankenpflegeschule Maria Hilf wird Pflegeschule Daun

Pflege : Neues Netzwerk, neues Berufsbild

Mit einem Netzwerk soll die Zukunft der Pflege im Raum Eifel-Mosel gesichert werden. Dazu wird das neue Berufsbild Pflegefachfrau/Pflegefachmann eingeführt.

„Was wir erreichen wollen, ist eine starke Trägergesellschaft, aus der heraus Gestaltungspotential, aber auch Entscheidungsmacht entwickelt wird“, so beschreibt Hermann-Josef Melchiors das neu gegründete Katholische Bildungsnetzwerk für Pflegeberufe Eifel-Mosel. Melchiors war bisher Leiter der Altenpflegeschule und der Krankenpflegeschule Maria Hilf in Daun. Jetzt ist er Schulleiter der neuen Pflegeschule Daun und gleichzeitig einer von drei Geschäftsführern des Bildungsnetzwerks. Er sehe eine große Chance in dem neuen Konstrukt, betont Melchiors, denn aus den alten Ausbildungen in den Bereichen Kranken- oder Altenpflege sowie Kinderkrankenpflege entsteht die Pflegefachfrau oder der Pflegefachmann. Drei Jahre wird die Ausbildung dauern, und die Schwerpunkte stationäre Akutpflege, ambulante und stationäre Langzeitpflege umfassen sowie eine Spezialisierung in der Altenpflege im dritten Ausbildungsjahr ermöglichen. Weitere Zusatzausbildungen oder sogar Studiengänge, wie etwa das Duale Studium Klinische Pflege in Zusammenarbeit mit der Uni Trier, sind dann möglich. „Wir wollen Motor und Impulsgeber für die Region sein“, betont Melchiors weiter. Damit werde Daun als Standort für die Zukunft der Pflegeausbildung gefestigt, ist der Schulleiter sicher. Ziel sei es, „so viele Menschen wie möglich für diesen tollen Beruf zu begeistern“. Um Menschen tatsächlich für den Pflegeberuf zu gewinnen, spielt auch der zu erwartende Lohn eine Rolle. „Was vielfach in den Medien suggeriert wird, dass der Beruf vollkommen unterbezahlt wird, ist sicher vom jeweiligen Träger abhängig“, erklärt Silke Mathey, die beim Caritasverband Region Westeifel für die gesundheitspflegerischen Dienste zuständig ist. Nach den Arbeitsvertrags-Richtlinien des Deutschen Caritasverbandes liege das Einstiegsgehalt einer examinierten Fachkraft bei 3000 Euro brutto monatlich, „und ich glaube, da brauchen wir uns nicht zu verstecken“, betont Mathey. Mit den neuen Arbeitsbereichen werde auch deutlich, dass „die Menschen hier krisensichere Arbeitsplätze finden“, betont Melchiors.

In dem Bildungsnetzwerk für Pflegeberufe haben sich fünf Gesellschafter zusammengeschlossen: das Krankenhaus Maria Hilf, die Gesellschaft der Katharinenschwestern, die St.-Raphael-Alten- und Behindertenpflege Mayen, der Caritasverband Westeifel und der Caritasverband Mosel-Eifel-Hunrück. Klar ist, dass der Bedarf an Pflegefachkräften in den kommenden Jahren deutlich zunehmen wird, darüber sind sich alle Gesellschafter im Netzwerk einig.

Mehr von Volksfreund