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Auslandseinsätze gehören zum Alltag

Auslandseinsätze gehören zum Alltag

Und wächst und wächst: Am Bundeswehrstandort in der Eifeler Kreisstadt werden in absehbarer Zeit so viele Soldaten und Zivilbeschäftigte arbeiten wie nie zuvor. In der Kaserne stehen diverse Modernisierungsmaßnahmen an.

Daun. An die neuen Namen hat man sich in der Dauner Heinrich-Hertz-Kaserne längst gewöhnt: Seit 1. April vergangenen Jahres heißt der frühere Fernmeldeaufklärungsabschnitt 931 Bataillon Elektronische Kampfführung 931, und der frühere Fernmeldebereich 93, dem der Fernmeldeaufklärungsabschnitt unterstellt war, firmiert unter der Bezeichnung Auswertezentrale Elektronische Kampfführung. Die Namen der Einheiten zu ändern, war wohl der einfachste Schritt auf dem Weg zu den großen Veränderungen, mit denen der Standort im Zug der Reform der Bundeswehr zu tun hatte.
So werden nun deutlich mehr Dauner Soldaten im Ausland eingesetzt werden als bisher. Seit Juli vergangenen Jahres verantwortet Oberstleutnant Thomas Herbusch als Kommandeur des Bataillons den Umbau des Standorts. Der Einsatzort in der Eifel ist für ihn bekanntes Terrain: Er ist schon zum vierten Mal in Daun. Dort hat der 41-Jährige als Wehrdienstleistender 1993 seine militärische Karriere begonnen. "Allerdings unter deutlich anderen Rahmenbedingungen", erinnert sich Herbusch.
Auslandseinsätze waren damals noch kein Thema bei der Bundeswehr, heute gehören sie längst zum Alltag, ob in Asien, Afrika oder Europa. Der Kommandeur war selbst Anfang des Jahres in Afghanistan, wo er das erste größere Dauner Kontingent nach der Umstrukturierung besucht hat. 72 Soldaten - davon knapp 50 aus der Heinrich-Hertz-Kaserne - waren dort unter der Führung eines Dauner Kompaniechefs und eines Dauner Kompaniefeldwebels (der sogenannte Spieß) für insgesamt vier Monate stationiert.
Am Standort selbst wird nach wie vor an der personellen Aufstockung gearbeitet, die Daun die Bundeswehrreform beschert hat. "Bis Ende 2016 sollen alle Stellen besetzt sein", sagt der gebürtige Westfale Herbusch, der mit seiner Familie in der Nähe von Altenahr wohnt. Alle Stellen besetzt bedeutet: In ein paar Jahren werden rund 1500 Soldaten und Zivilbeschäftigte in Daun arbeiten, laut Kommandeur "so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Standorts Daun". Den gibt es seit 1965, im kommenden Jahr wird das 50-jährige Bestehen gefeiert. Derzeit stehen rund 850 Leute unter seinem Kommando, knapp über 1000 sollen es in zwei Jahren sein. Hinzu kommt das Personal der Auswertungszentrale, die von Oberst Andreas Kese geleitet wird, sowie weiterer kleinerer Dienststellen.
Oberstleutnant Herbusch ist der 26. Bataillonskommandeur in der Kaserne am Rand der Kreisstadt. Die Umwandlung von einer ortsfesten Einheit zum mobilen Bataillon ist offiziell seit Herbst vergangenen Jahres abgeschlossen, aber es gibt immer noch einiges zu tun, was die personelle Situation und die Infrastruktur angeht. "Es wird zwar nicht viel neu gebaut hier am Standort, aber es stehen noch zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen an", sagt Herbusch.Extra

 Thomas Herbusch (links) hat im vergangenen Jahr das Kommando über das Bataillon Elektronische Kampfführung 931 übernommen. Foto: Bundeswehr
Thomas Herbusch (links) hat im vergangenen Jahr das Kommando über das Bataillon Elektronische Kampfführung 931 übernommen. Foto: Bundeswehr

Daun ist seit 1965 Garnisonsstadt. Aufgabe der Fernmeldeeinheit ist es, weltweit Nachrichten und Daten zu erfassen und auszuwerten, um mögliche Gefahren rechtzeitig erkennen und melden zu können. Die Erkenntnisse aus der Arbeit dienen der internationalen Krisenfrüherkennung und dem Schutz der Soldaten in Auslandseinsätzen wie beispielsweise in Afghanistan und auf dem Balkan. sts