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Ausschuss stimmt für Turnhallenkompromiss in Hillesheim

Stadtentwicklung : Ausschuss stimmt für Kompromisslösung für die neue Hillesheimer Turnhalle

Die geplante Sporthalle an der Hillesheimer Stadtmauer wird nicht als Billigversion gebaut, aber auch nicht so teuer wie der erste Entwurf es vorsah. Der Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde Gerolstein hat einen Mittelweg gefunden.

Es wurde diskutiert und gerungen, geplant und verworfen, doch Corona-bedingt musste die endgültige Entscheidung dazu, wie die zukünftige Schulsporthalle an der Hillesheimer Stadtmauer beschaffen sein wird, im Finanz- und Hauptausschuss gefällt werden.

Die Ratssitzung der Verbandsgemeinde mit zu erwartenden 80 Teilnehmern am 17. Dezember wurde Opfer der gegenwärtigen Kontaktbeschränkungen – und da geplant sei, mit den Baumaßnahmen im kommenden Jahr zu beginnen, müsse nun eine Einigung auf den Tisch, „damit wir in diesem Winter noch die Ausschreibungen tätigen können“, sagt Hans Peter Böffgen, VG-Bürgermeister und Vorsitzender des Ausschusses.

Im Vorfeld hatte es ein Tauziehen zu den Kosten des Projekts gegeben: Die Stadt Hillesheim bevorzugte eine rund 3,5 Millionen teure Variante, die Verbandsgemeinde schlug eine abgespeckte Planung vor, um die Kosten auf rund 3 Millionen Euro zu deckeln. 2017 hatte die ehemalige VG Hillesheim mit Baukosten in Höhe von rund 2,6 Millionen für ihren Wunsch-Bau gerechnet, doch die Preisentwicklung unter anderem im Baugewerbe ließ die Summe auf die genannten rund 3,5 Millionen Euro anwachsen.

Nun aber gibt es einen Kompromiss, mit dem beide Seiten leben können: Alle im Ausschuss vertretenen Fraktionen sprachen sich für eine Variante aus, die aus der ursprünglichen Planung entwickelt wurde – die Kosten jedoch auf rund 3,1 Millionen Euro minimiert.

Zur Finanzierung des Kompromissvorschlags muss die Verbandsgemeinde zusätzliche Mittel in Höhe von 200 000 Euro an Krediten aufnehmen. Die Kommunalaufsicht hatte bereits im Vorfeld zugesagt, dass sie der Erhöhung des Budgets um diese Summe zustimmen werde.

Folgendes wurde beschlossen: Die Sporthalle, Geräteräume, Duschen und Umkleiden werden auf einer Ebene errichtet, der Plan für die Zuschauerempore sieht keine Zuschauertoilette mehr vor, eine Tribüne und weitere Nebenräume fallen weg. Dennoch soll die obere Ebene des Neubaus so weit ausgestattet werden, dass dort später ohne großen Aufwand nachgerüstet werden kann.

Auch am äußeren Bild der Halle wird sich gegenüber der Ursprungsplanung Entscheidendes ändern: Die Fensterfronten an den Giebelseiten fallen den Einsparungen zum Opfer, damit sind der Rundblick aus dem Gebäude, aber auch seine ausgefallene Optik nun Vergangenheit. „Eventuell kann hier bei den Gesprächen mit dem beauftragten Planungsbüro nachjustiert werden“, sagt Bürgermeister Böffgen. Vielleicht sei es finanziell machbar, statt drei Fensterelementen wenigstens eines einzusetzen.

Der Kompromiss stößt im Finanz- und Hauptausschuss auf breite Zustimmung: „Die so geplante Halle erfüllt vollends ihren Zweck, und es ist hinsichtlich der Zuschauer-Empore weiteres Entwicklungspotential vorhanden“, sagt Dietmar Johnen (Bündnis 90/Die Grünen). „Wir sind froh über diesen Kompromiss, der die Kosten reduziert“, sagt Georg Linnerth (SPD), und Klaus Schildgen (CDU) fügt hinzu: „Es geht hier um Kostenbewusstsein und nicht darum, der Stadt Hillesheim eine Wunschhalle hinzubauen.“

Auch Gerald Schmitz, Erster Beigeordneter der Stadt Hillesheim, zeigt sich mit dem Ergebnis einverstanden: „Wir wären mit der Ursprungsvariante zufriedener gewesen“, sagt Schmitz. „Aber man muss schließlich auch den finanziellen Aspekt betrachten.“

Der Kompromiss sei in vielen Gesprächen mit der Verbandsgemeinde zustande gekommen und er berge das Potential, die Halle in späterer Zukunft weiter auszubauen. „Jetzt müssen wir an erster Stelle zusehen, dass der Neubau den Bedürfnissen der Schüler entspricht.“

Es kommen mit dem Projekt noch weitere Ausgaben auf die Verbandsgemeinde zu: 2022 soll die alte und marode Turnhalle abgerissen werden, falls sie nicht anderweitig verpachtet werden kann. Die Kosten für den Abriss, die Schaffung eines Parkplatzes und den Abbau der PV-Anlage, die auf dem Dach des Schulgebäudes einen neuen Platz finden soll, sind mit 440 000 Euro veranschlagt.

Der Landeszuschuss für die voraussichtlichen Gesamtkosten für den Neubau und den Abriss der alten Halle beträgt rund 1,1 Millionen Euro, der Eigenanteil der VG Gerolstein liegt bei 2,3 Millionen Euro.