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Ausstellung von Cornelia Lenartz im Augustinerkloster in Hillesheim vorzeitig beendet

Kultur : Cornelia Lenartz’ Ausstellung: Herbeigesehnt und schon passé

Noch bis Ende August hätte im Hillesheimer Augustinerkloster Cornelia Lenartz’ Ausstellung „Malen als Reise“ gezeigt werden sollen. Nun musste die Malerin wegen des Hochwasserschadens die Bilder wieder abhängen, zeigt sie aber den Kunstfreunden in ihrem Haus am Mühlendamm.

Eine Wohltat sei es, Kultur und Kunst endlich wieder im gewohnten Format zu erleben, sagten die Besucher, die gegen Corona geimpft, von Corona genesen oder negativ getestet Ende Juni zur Vernissage gekommen waren. Zu sehen waren 17 meist großformatige Gemälde und Zeichnungen von Cornelia Lenartz.

Die Ausstellung im Hotel Augustinerkloster war für sie ein Heimspiel in doppelter Hinsicht. War doch die Künstlerin hier ehemals in einer Wohnung zuhause. Und sei sie doch nach den Worten der Verkaufs- und Marketing-Leiterin Ulrike Blameuser ein „lieber Stammgast“. Überhaupt: „Wir sind sehr stolz, diese Ausstellung zu beherbergen“, betonte Ulrike Blameuser. Denn die meist farbenfrohen Bilder passten gut in das besondere Ambiente des Hotels. Die Schau sei eine Bereicherung für die Gäste.

Mit Christiane Hamann, Leiterin der Galerie am Pi in Weißenseifen und Vorsitzende des Kulturwerks Eifel, führte eine Fachfrau eloquent in die Ausstellung ein. Empfahl, nicht nur einen Blick auf die Exponate zu werfen, sondern in die jeweils erzählte Geschichte einzutauchen und ihr mehr als einen Moment zu widmen. Ob dem fein gezeichneten Liebes- oder Tangopaar. Oder der Liebeserklärung an den Lago Maggiore, New York bei Nacht oder München („auf dem Weg in die Berge“). „Was ist das Wesentliche?“ und „Können Kunst und Leben jemals übereinkommen?“, fragt Cornelia Lenartz in abstrakten Bildern. In „Liebe 2“ visualisiert sie Rose Ausländers Gedicht „Wir werden uns wiederfinden“. Jedes Ausstellungsstück spiegele die intensive Auseinandersetzung der Malerin mit der Natur, dem Leben, mit Menschen, betonte Christiane Hamann.

Für eine Besucherin aus Hillesheim bedeutete die Ausstellung das Wiedersehen mit der ihr seit Jahrzehnten bekannten Künstlerin. „Ich freue mich, dass Cornelia wieder ausstellt und dass die Bilder an diesem besonderen Ort gezeigt werden“, erklärte sie. Und erinnerte sich an eine ähnlich bemerkenswerte Schau vor nunmehr fast zehn Jahren, eine Ausstellung in der Hillesheimer St.Martin-Pfarrkirche nämlich (2012). Hier wie dort sei es besonders gut möglich, die Bilder mit Abstand zu betrachten und auf sich wirken zu lassen. Dabei sei mit „Abstand“ nicht eine Corona-Regel gemeint, sondern die räumliche Entfernung, die der Aussagekraft der Bilder der Künstlerin umso mehr zugute komme.

Doch so sehr sich die Künstlerin und die Kunstfreunde die Ausstellung herbeigesehnt hatten – nach gerade mal drei Wochen ist sie schon wieder passé. Denn auch im Augustinerkloster hat das Hochwasser gewütet. Inzwischen hat Cornelia Lenartz die überwiegend wohlbehaltenen Bilder wieder zu sich in ihr Haus am Hillesheimer Mühlendamm geholt. Und möchte die Freunde ihrer Bilder nun dorthin zum Schauen und Staunen und Sprechen einladen. Moment mal. Ein Haus am Mühlendamm? Liegt so ein Gebäude nicht auch in einer Hochwasser gefährdeten Zone? „Ich bin verschont geblieben“, sagt Cornelia Lenartz. Und spricht dem Erbauer der rund 300 Jahre alten Mühle posthum ihre Bewunderung für seine Weitsicht aus. „Er hat das Haus klug gegen Hochwasser geschützt“, sagt sie.